Freiburgs Nationalspieler Nico Schlotterbeck (l) rettet für SC-Keeper Mark Flekken. Foto: Christian Charisius/dpa

35.000 Freiburger Fans im Stadion und unzählige Fans auf den Straßen Berlins trauern nach dem Spiel. Die Spieler und ihr Trainer Christian Streich haben im Elfmeterschießen den Kürzeren gezogen. Der SC Freiburg hat trotzdem eine sehr gute Leistung gezeigt. 

Es war ein megaspannender Abend im Berliner Olympiastadion. Eine starke Leistung reichte für den Sportclub nicht zum Titel. Im Elfmeterschießen hatte die Mannschaft von Trainer Christian Streich gegenüber RB Leipzig das Nachsehen. Wir werfen einen Blick auf die Leistung des tragischen Teams aus dem Breisgau.

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Die Spieler des SC Freiburg in der Einzelkritik

Mark Flekken: Der Niederländer sorgte in der Anfangsphase einmal für Gefahr, als er einen Ball nach vorne abklatschen ließ. Das ließ er sich jedoch nicht beirren. Bei eigenem Ballbesitz zeigt er wieder einmal, dass er fußballerisch zu den besten Keepern gehört, die weiteren Leipziger Torschüsse hielt er danach sicher fest. Beim hohen Ball, der vor dem Ausgleichstreffer durch Nkunku auf den linken Pfosten zusegelte, verschätzte er sich leicht und sah ebenso wie die Freiburger Hintermannschaft nicht gut aus. Nach 83 Minuten bewahrte er dann aber den SC vor dem Rückstand. In der Verlängerung wirkte der Niederländer nicht immer souverän. Im Elfmeterschießen war er bei zwei von vier Schüssen in der richtigen Ecke, konnte jedoch keinen parieren.  Note: 3,5

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Manuel Gulde: Dass man neben Nico Schlotterbeck meist nicht ganz so auffällig ist, muss für einen Abwehrspieler nichts schlechtes sein. Seriös machte er in der Verteidigung seinen Job. Die hochkarätige Leipziger Offensivabteilung war bei Gulde und Co. lange Zeit abgemeldet. Mit zunehmender Spieldauer wirkte er jedoch unsicher, vor einer Großchance nach 85 Minuten verlor er auf der linken Seite sein Laufduell. In der Verlängerung wirkte er wieder etwas gefestigter, 14 Minuten vor dem Ende machte er für Keven Schlotterbeck Platz. Note: 3,5

Philipp Lienhart: Bildete gemeinsam mit Gulde und Schlotterbeck einen starken Abwehrriegel. War stets aufmerksam und in wichtigen Zweikämpfen zur Stelle. Beim Ausgleich in der 74. Spielminute verlor er im Strafraum das Kopfballduell gegen Orban, der den Ball hoch auf den linken Pfosten brachte. Note: 3,5

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Nico Schlotterbeck: In seinem letzten Spiel im Freiburger Dress war er es, der mit einer sauberen Grätsche die SC-Fans zum ersten Mal zum Jubeln brachte. Klärte in der 24. Minute einen Ball auf der Linie und verhinderte so den schnellen Leipziger Ausgleich. Auch in der Folge machte „Schlotti“ das, was er schon die gesamte Saison über machte. Er organisierte die Abwehr, brachte Emotionen rein und war bei hohen Bällen sicher. Auch in der heißen Phase war Schlotterbeck extrem präsent, mit zunehmender Dauer schaltete sich der erneut überragende 22-Jährige auch vorne ein und hatte danach noch Zeit, die Fans anzutreiben. Note: 1

Lukas Kübler: Weil viel über links ging, war Kübler in Durchgang eins offensiv eher unauffällig. Defensiv war er jedoch immer auf der Höhe und hatte somit auch einen Anteil daran, dass Leipzig wenig gute Möglichkeiten bekam. Für ihn kam kurz vor Ende der regulären Spielzeit Jonathan Schmid in die Partie. Note: 3,5

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Maximilian Eggestein: Schied in der ersten DFB-Pokalrunde mit Bremen gegen Osnabrück aus – und brachte nach 19 Minuten den SC Freiburg im Finale mit einem platzierten Linksschuss ins linke Eck in Führung. Machte danach seriös einen Job – ohne jedoch nochmals so in Erscheinung zu treten, wie in der 19. Minute – nach 86. Minute wurde er für Janik Haberer ausgewechselt. Den Platz in den Freiburger Geschichtsbüchern als erster Finaltorschütze hat er sicher. Note: 2,5

Niclas Höfler: Wie immer im Mittelfeld zuverlässig. Leistete sich in der 24. Minute einen riskanten Rückpass zu Flekken. Dieser blieb dank Schlotterbeck jedoch folgenlos. Ansonsten spielte der 32-Jährige seine ganze Erfahrung aus. Auch zum Ende der regulären Spielzeit behielt Höfler die Nerven und sorgte bei Ballbesitz für Ruhe. Hatte in der 119. Minute aber durchaus etwas Glück, dass Schiedsrichter Stegemann bei seiner Grätsche gegen Dani Olmo auf Ecke statt Elfmeter entschied. Note: 3,5

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Christian Günter: Der Kapitän führte das Team im Spiel der Spiele aufs Feld und wirkte dort, als hätte er nie etwas anderes gemacht, als ein Finale zu spielen. Vom Tennenbronner kam die Flanke vor dem 1:0. Die Präsenz des 29-Jährigen half auch einen Nebenleuten. Da vieles über links ging, leitete Günter fast jedoch Offensivaktion direkt oder indirekt mit ein. Trat beim Elferschießen als Zweiter Freiburger an und schoss drüber. Auf die Chance, als Kapitän den Pokal überreicht zu bekommen, muss er jedoch noch warten. Note: 2,5

Roland Sallai: Trat bereits in der Anfangsphase vor allem mit gefährlichen vorletzten Pässen in Erscheinung. War vor dem 1:0 wohl mit der Hand am Ball, diese Berührung war jedoch nicht strafbar. Auch in Durchgang zwei war der Ungar oft beteiligt, wenn es gefährlich wurde – in der 60. Minute traf er aus spitzem Winkel aber nur das Außennetz. Nach 79 Minuten war für den aktiven Sallai Schluss, Ermedin Demirovic ersetzte den 24-Jährigen. Note: 2

Vincenzo Grifo: Hatte in Durchgang eins kaum Möglichkeiten, seinen Zauberfuß bei Standardsituationen zu zeigen. War im Umschaltspiel neben Höfler jedoch immer präsent und mit Übersicht. In der 65. Minute ging sein Fernschuss einen halben Meter übers Tor. Wie immer machte Grifo keine Fehler, das ganz große Spektakel blieb bei ihm jedoch aus. Seinen Schlenzer in der 117. Minute setzte der 29-Jährige jedoch deutlich zu hoch an. Note: 3

Lucas Höler: Startete wie erwartet in der Sturmspitze, wich aber auch ab und an auf den Flügel aus. Als Höler in der 57. Alleine auf das RB-Tor zulief, griff Marcel Halstenberg zu und sah aufgrund einer Notbremse verdientermaßen die Rote Karte. Seine Mitspieler suchten ihn auch danach mit langen Bällen, fanden ihn jedoch nicht. In der 79. Minute kam Nils Petersen für den 27-Jährigen ins Spiel. Note: 4,5

Ermedin Demirovic: Kam nach knapp 80 Minuten ins Spiel und hatte noch vor der Verlängerung eine Kopfballchance. Am Ende war sein Versuch jedoch zu ungefährlich.  Am Anfang der Verlängerung ging sein Bogenlampen-Kopfball an den Außenpfosten. Nach 104 Minuten hatte er das 2:1 auf dem Fuß, der Abpraller von Haberers Pfostenschuss war jedoch schwer zu verarbeiten. Sein Lattenkracher als vierter Elferschütze war der Schlussakt in einem extrem spannenden Pokalfinale. Note: 3

Nils Petersen: Der beste Joker der Bundesliga-Geschichte kam in der 79. Minute ins Spiel. Erstmals auffällig wurde der Routinier in der Anfangsphase der Verlängerung, ein Schuss aus 13 Metern wurde jedoch geblockt. Ansonsten war Petersen immer bemüht, eine richtige Chance sprang aber nicht dabei raus – insgesamt ein unauffälliger Auftritt des Jokers. Blieb beim wichtigen ersten Elfmeter des Sportclubs ganz cool und verlud Gulacsi. Note: 4

Janik Haberer: In seinem Abschiedsspiel für den SC lenkte RB-Keeper Gulacsi seinen Schuss in der 104. Minute mit einer starken Parade an den Pfosten. Es war Haberers erste gefährliche Aktion nach seiner Einwechslung. Sechs Minuten vor dem endete zimmerte er eine Direktabnahme aus 18 Metern an die Oberkante der Latte. Der Bald-Unioner machte ein gutes Spiel, zweimal verhinderte jedoch das Aluminium seinen Abschiedstreffer. Note: 2,5

Jonathan Schmid: War auf der rechten Seite nicht oft im Fokus, wurde aber von Günter immer mal wieder per langem Seitenwechsel in Szene gesetzt. Wenn der Elsässer am Ball war, wurde es meist gefährlich – auch bei der Riesenchance nach 104 Minuten war er beteiligt. Note: 3

Keven Schlotterbeck: Kam in der zweiten Hälfte der Verlängerung für Manuel Gulde und übernahm im Elfmeterschießen als dritter Schütze Verantwortung. Für eine Benotung war er jedoch nicht lange genug auf dem Feld.