Nach dem Wechsel vom Boxen zum MMA erzielt Fischer einen weiteren Meilenstein auf internationaler Bühne. Beim Kampf in Konstanz geht die Taktik auf.
Der Blumberger MMA-Kämpfer Christian Fischer hat es geschafft. Dank einer überragenden Vorstellung eroberte er sich in der Forum Arena in Konstanz im Light Heavyweight bis 93 Kilogramm den Titel eines Profi-Europameisters.
Er ließ gegen seinen bisher ungeschlagenen Gegner Edis Bayraktar nur wenig zu und setzte sich mit einem technischen K.o. nach Abbruch in der zweiten Runde überlegen durch. Für den 26-jährigen Christian Fischer, der für den MFFC Donaueschingen seit knapp zwei Jahren in den Käfig steigt, ist es der vorläufige Höhepunkt seiner geplanten Profikarriere.
„Es war wirklich ein harter Kampf, aber unsere Taktik, den Kampf im Stand zu halten und gegen dem Bodenspezialisten Edis Bayraktar keine Blöße zu geben, ging von Anfang an auf“, analysierte Fischer seinen Erfolg.
Taktik ist aufgegangen
Nachdem er sich bereits in der ersten Runde dank seiner unermüdlichen linken Schlaghand klare Vorteile geschaffen hatte, ging er nach klarer Anweisung aus seiner Ringecke in der zweiten Runde aufs Ganze. Nach präzisem Treffer der rechten Führhand ging sein Gegner zu Boden, und Fischer nahm diese Gelegenheit mit einem wahren Schlaghagel zur endgültigen Entscheidung sofort wahr. Nachdem sich sein Kontrahent nicht mehr wehren konnte, brach der Ringrichter den Kampf sofort ab.
Mit seiner kämpferischen und taktischen Meisterleistung brachte Christian Fischer nicht nur seine Fans zum Jubeln. „Ich kann den Titel eines Europameisters immer noch nicht ganz realisieren“, war bei ihm nach dem Sieg der Adrenalinspiegel noch lange hoch. „Was mit dem Boxen in dem kleinen Blumberger Verein vor über einem Jahrzehnt angefangen hat, wurde nun mit diesem Erfolg gekrönt“, ging ihm seine bisherige Karriere durch den Kopf.
Kaum zu fassen
„Ich bin allen Menschen von meiner Familie, Freunden, Sponsoren bis zu meinem Trainer Marco Knöbel dankbar, dass sie mich auf diesem Weg begleitet haben“, sagt er. „Nach den intensiven Monaten mit mehreren Kämpfen ist nun erst einmal eine schöpferische Pause und Regeneration angesagt,“ freut er sich über Weihnachten und Silvester auf ruhigere Tage. Am 26. Dezember feiert er seinen 27. Geburtstag und gehört in der schnell wachsenden MMA-Szene noch zu den jüngeren Kämpfern.
Mit diesem Titelgewinn werden sich für seinen weiteren Werdegang, wo er auch in der Weltspitze mit mischen will, internationale Türen öffnen.
Trainer Marco Knöbel, der selbst als MMA-Kämpfer ganz oben im Käfig stand und auch im Kick-Thaiboxen viele Erfolge feierte, sieht seinen Schützling auf einem vielversprechenden Weg. „Es werden sich nun einige Türen für stark frequentierte Oktagon-Veranstaltungen auf weltweiter Ebene öffnen“, sieht er seinen Kämpfer, den er seit knapp zwei Jahren in seinem MFFC-Club in Donaueschingen betreut, für die weitere Karriere gut vorbereitet.
„Er hat seinen Kampf gegen seinen sehr starken Gegner souverän gewonnen und ist klar auf seinen Sport fokussiert“, bescheinigt er seinem Schützling eine vorbildliche, professionelle Einstellung.
Richtige Entscheidung
Der Blumberger
Christian Fischer sieht sich in seiner Entscheidung nach Corona, vom zum Teil brachliegenden deutschen Boxsport in den Kampfsport MMA zu wechseln, absolut bestätigt. MMA steht für Mixed Martial Arts , zu Deutsch Gemischte Kampfkünste. Der Vollkontakt-Kampfsport wird in einem achteckigen Käfig, dem Oktagon, ausgetragen. Der ehemalige deutsche U21-Boxmeister im Halbschwergewicht, der damals auch dem Olympiakader angehörte, erarbeitete sich in dieser Branche schnell Respekt. Mit seinen inzwischen fünf Amateur- und nun fünf MMA-Profikämpfen sammelte er auch durch Niederlagen die nötige Erfahrung und sieht sich noch am Anfang seiner Laufbahn.