Vladimir Catalina, hier auf seinem Gartengrundstück, kennt sich mit der Kleingartenanlage auf der Barbarahalde bestens aus. Foto: Cools

Den Traum vom eigenen Garten kann man sich in Oberndorf auch erfüllen, wenn man mitten in der Stadt wohnt – mit einem Grundstück in der Gartenanlage auf der Barbarahalde oder im Aspen. Wie das geht, was erlaubt ist und was man beachten muss, erklärt Vladimir Catalina.

Ein eigenes kleines Paradies, das sich wie ein Kurzurlaub anfühlt, wenn man es betritt: Auf der Barbarahalde – nicht weit vom Stadtzentrum und gleichzeitig so weit oben, dass man einen wunderbaren Blick auf Oberndorf hat – haben sich viele eine eigene kleine Oase geschaffen.

 

„Urban Gardening“ liegt im Trend

25 Gartengrundstücke à 400 bis 500 Quadratmeter gibt es hier bei den Kleingärtnern – also jede Menge Platz, um sich auszutoben. Ein paar Vorgaben gibt es aber dennoch, merkt Vorsitzender Vladimir Catalina an. Etwa die, dass auf einem Sechstel der Fläche Gemüse angebaut werden muss. Und: Tierhaltung ist nicht erlaubt.

Die Flächen gehören übrigens der Stadt, werden aber vom Verein verpachtet. Und die Warteliste ist lang. „Urban Gardening liegt voll im Trend“, weiß Catalina. Deshalb steige die Anfrage stetig. Keine Chance also, den Fuß in die Tür zu bekommen?

Wonach erfolgt die Auswahl?

Doch, mancher stelle nach kurzer Zeit fest, dass das Ganze doch nicht „sein Ding“ sei. Dann wird das Grundstück für andere Interessenten frei. Verpachtet wird es in der Regel nur an Oberndorfer und vorzugsweise an jene, die keine Chance auf einen Garten daheim haben.

„Das Auswahlverfahren kann man sich wie eine Art Casting vorstellen“, erklärt Catalina. Im Gespräch kläre man die Interessenten über Rechte und Pflichten auf und höre sich ihre Geschichte an, ehe der Fachberater dann den Garten zeigt und wichtige Dinge erklärt.

Sozialer Aspekt im Vordergrund

Gartenprofi muss man bei Interesse an einem solchen Grundstück keinesfalls sein. Innerhalb der ersten Jahre sammele man jede Menge Erfahrungen, sagt Catalina. Der soziale Aspekt stehe bei der Verpachtung im Vordergrund.

Die Idee der Kleingärten sei ja im Osten populär gewesen, erklärt Vladimir Catalina. Dabei sei es um die Idee gegangen, sich günstig selbst mit Obst und Gemüse zu versorgen und einen Ort der Ruhe zu schaffen.

So sei es auch heute noch. Die Pacht sei mit etwa 50 Euro pro Jahr zuzüglich Verbrauchskosten sehr niedrig. So günstig würde man sonst nie an ein Gartengrundstück kommen, wie Catalina betont.

Hobby für jedes Alter

Die derzeitigen Pächter auf der Barbarahalde decken eine Altersspanne von Mitte 20 bis etwa 82 Jahre ab. Überwiegend handle es sich dabei um Menschen, die gesund leben und angesichts steigender Gemüsepreise und Spritzmitteleinsatz ihre Lebensmittel selbst anbauen wollen. Manchen gehe es dabei auch darum, alte Gemüsesorten „wiederzubeleben“.

Vladimir Catalina ist eher zufällig zum Siedler- und Kleingärtnerverein gekommen. Der 52-Jährige und seine Frau Arezu waren eigentlich nur auf der Suche nach einem Gartengrundstück, nachdem der heimische Balkon zu klein wurde. Catalina stieg dann aber auch ins Vereinsleben ein, wurde erst Beisitzer, dann stellvertretender Vorsitzender und schließlich Vorsitzender.

Gegründet von den Siedlern auf dem Lindenhof

Den Verein gibt es bereits seit 1943. Gegründet wurde er von den Siedlern auf dem Lindenhof, die Kleingärtner kamen erst später dazu. Im Aspen auf dem Lindenhof gibt es ebenfalls rund 25 Gärten, die um die 200 Quadratmeter groß sind. Die Anlage ist jedoch kein Kleingarten nach dem Bundeskleingartengesetz, sondern so genanntes Grabeland. Die Gärtner haben dort weniger Rechte und Schutz, müssen aber ebenfalls Gemüse anbauen und kleingärtnerisch tätig sein.

Mittlerweile sind etwa 60 Mitglieder der insgesamt rund 140 im Verein Kleingärtner. Gerne würde der Verein weitere Flächen zur Verpachtung erhalten, sagt Vladimir Catalina.

Hilfsbereitschaft wird bei den Siedlern und Kleingärtnern übrigens groß geschrieben. So werden nicht nur Samen untereinander getauscht, sondern auch Geräte verliehen, man feiert gemeinsam und steht sich mit Rat und Tat zur Seite. Die Vereinsgemeinschaft sei stark, sagt Catalina.

Weitere Informationen

Wer sich für den Verein interessiert, kann die Internetseite auf www.www.siedlerundkleingaertner-oberndorf.de besuchen oder aber das Vereinsheim Barbarahalde. Dieses hat an folgenden Terminen, jeweils von 11 bis 14 Uhr, geöffnet: 2. Juni, 7. Juli, 4. August, 1. September und 6. Oktober.