Die Siebentäler Therme in Bad Herrenalb wurde am 2. Januar 1971 eröffnet. Sie soll saniert und umgebaut werden Foto: Kugel

Die Siebentäler Therme in Bad Herrenalb soll neu gestaltet werden. Wie viele Millionen Euro das Ganze aktuell wohl kosten wird, steht bald fest.

Der Bad Herrenalber Gemeinderat sprach sich im Juni 2021 bei sieben Ja- und fünf Neinstimmen dafür aus, dass die Siebentäler Therme für 13,4 Millionen Euro saniert und umgebaut wird. Seitdem wird darüber spekuliert, wie hoch die Kosten letztendlich werden. Und ob die Stadträte eventuell noch mal abstimmen müssen.

Ende September 2022 hatte der Gemeinderat die Angebote des türkischen Investors Hüseyin Aydogan abgelehnt. Es wurde beschlossen: keine Übernahme der Siebentäler Therme und kein Aquapark auf der Schweizer Wiese oder auf dem Freibad-Gelände. Lediglich Bürgermeister Hoffmann stimmte dafür, die Verwaltung mit der Weiterverfolgung der Angebote zu beauftragen.

Weitere Untersuchungen Im Oktober vorigen Jahres sagte Karina Herrmann, Geschäftsführerin der Stadtwerke Bad Herrenalb GmbH: Wegen der aktuellen Situation stehe ein großes Fragezeichen dahinter, ob der festgelegte Kostendeckel für Sanierung und Umbau der Freizeiteinrichtung eingehalten werden kann. Eine Antwort auf die Frage, wie die Kostensteigerung genau aussehen könnte, bezeichnete sie als Glaskugelleserei. Es folgten weitere Untersuchungen – Anfang des Jahres 2023 könne man belastbare Aussagen zu den Kosten treffen.

Im April legte Bürgermeister Klaus Hoffmann im Rahmen der Haushaltsberatung Wert darauf festzustellen, dass bei der Siebentäler Therme nicht die Stadt, sondern die Stadtwerke Bad Herrenalb GmbH die Bauherrin sei. Noch gebe es keine Ergebnisse des Büros 4a Architekten Stuttgart. Im Mai könnte es aber soweit sein, zu erfahren, ob die veranschlagten Kosten für Sanierung und Umgestaltung gehalten werden können.

Jetzt soll endlich Licht ins Dunkel kommen. Wie auf Nachfrage unserer Redaktion im Rathaus mitgeteilt wurde, liegen die Ergebnisse des Architekturbüros immer noch nicht vor, allerdings sollen diese im Laufe der nächsten Woche kommen.

Zuschüsse Bad Herrenalb bekommt aus dem Tourismusinfrastrukturprogramm (TIP) des Landes für den zweiten Bauabschnitt der Revitalisierung der Siebentäler Therme eine Finanzhilfe von 2,5 Millionen Euro. Das gaben Thomas Blenke, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion, und Erik Schweickert (FDP), Vorsitzender der Ausschusses für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, Ende April bekannt. „Mich freut das ganz besonders, weil ich mich seit Jahren für dieses Projekt einsetze“, sagte Blenke. Die Therme sei, so Schweickert, ein Leuchtturm für die Stadt. Dadurch werde ihr Gesundheitsprofil gestärkt. Laut Schweickert steht im zweiten Bauabschnitt die Sanierung der Innenräume und der technischen Anlagen an.

„Erlebnisqualität“

Mit 2 497 384 Euro wurde der erste Bauabschnitt der Revitalisierung der Herrenalber Siebentäler Therme gefördert. Der entsprechende Zuwendungsbescheid des Regierungspräsidiums Karlsruhe war im Juni vorigen Jahres eingegangen. Die Gesamtkosten für den ersten Bauabschnitt würden rund 4,4 Millionen Euro betragen, das Land übernehme somit 60 Prozent der Kosten. Bereitgestellt würden die Mittel aus dem Topf des Tourismusinfrastrukturprogrammes. In seiner Begründung für die Bewilligung der Fördermittel betonte das Regierungspräsidium, dass die »Erlebnisqualität der Tourismuseinrichtung durch die Umgestaltung und Modernisierung zweifelsohne deutlich gesteigert« werde. Mit der Revitalisierung der Therme wolle man »die Wandlung der einstigen Kur- in eine moderne Tourismusstadt mit attraktivem Wellness- und Gesundheitsangebot nachhaltig unterstützen«. In dem ersten Bauabschnitt solle die Gebäudehülle saniert werden, dabei stünden Wärmeschutz und Energieeinsparungen im Fokus. Ebenfalls angegangen würden die Undichtigkeiten im Innenbecken. Das Außenbecken soll eine Edelstahlverkleidung erhalten, zudem wolle man die Wasserlandschaft unter anderem durch Sprudelliegen und einen kleinen Whirlpool attraktiver machen. Auch der Eingangsbereich werde neu gestaltet. Kasse, Theke und Eingangszone würden vergrößert.