Die Siebentäler Therme soll auf Vordermann gebracht werden. Foto: Kugel

Die Hoffnung ruht auf einem Sanierungs- und Ertüchtigungskonzept. Der Bad Herrenalber Gemeinderat hatte im November vorigen Jahres die Stadtwerke Bad Herrenalb GmbH beauftragt, ein solches zu erarbeiten. Am Dienstagnachmittag gab es nun eine Pressekonferenz zum Thema "Weiterentwicklung Siebentäler Therme". Unterm Strich kommen jetzt rund 13,4 Millionen Euro zusammen.

Bad Herrenalb - Der Gemeinderat wird am Mittwoch, 30. Juni, im Kurhaus in einer Sondersitzung über die Weiterentwicklung der 50 Jahre alten Freizeiteinrichtung diskutieren.

Seit Februar beschäftigte sich eine Projektgruppe mit der Zukunft der defizitären Siebentäler Therme, deren Sanierung laut Gemeinderat bis zu 9,5 Millionen Euro kosten darf. Zur Erinnerung: 2019 stellte das Unternehmen Dorena dem Gemeinderat ein umfangreiches Grundkonzept vor. Darauf basierend wurde durch die Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit der Stadtwerke Bad Herrenalb GmbH ein Förderantrag über ein Volumen von etwa 15 Millionen Euro gestellt. Es gab aber keine Entscheidung, da der Antrag unzureichend formuliert war. In der Gemeinderatssitzung am 25. November 2020 wurde dann dem Gremium ein auf dem Dorena-Konzept aufbauendes Rechenmodell mit einem Investitionsvolumen von circa 9,5 Millionen Euro vorgestellt.

Bei der Pressekonferenz erläuterte Architektin Katharina Spraul (Fritz Planung GmbH Bad Urach) ihre erarbeitete Studie.

Freizeiteinrichtung wird geschätzt

Karina Herrmann, Geschäftsführerin der Stadtwerke Bad Herrenalb GmbH, stellte fest, dass die Therme in die Jahre gekommen sei. Die Freizeiteinrichtung werde geschätzt – sie sei ein wichtiger Bestandteil von Bad Herrenalb und der GmbH. Um voranzukommen, habe man festgestellt: Eine Attraktivitätssteigerung reiche nicht aus, in Summe müsse die ganze Therme angeschaut werden. Damit sie auch die nächsten 50 Jahre attraktiv bleibe.

Bei der Präsentation des Architekturbüros wurde mit Blick aufs Foyer folgende Problematik aufgeführt: Zugänge zu den Umkleiden sind sehr beengt; Küche viel zu klein dimensioniert; Sauna hat bisher keine Anbindung an den Küchenbereich; Umkleiden Sauna sind sehr gering bemessen; Umkleiden für das Thermalbad nach den Richtlinien für den Bäderbau, Koordinierungskreis Bäder (KOK-Richtlinien) eher hoch.

Beim Eingangsbereich wird vermerkt: Innenarchitektur im Bestand optimieren; neue Beleuchtung; bestehende Raumaussage unterstützen. Eine Idee fürs Atrium ist eine Ruhezone "Waldbaden".

Bei "Badeplatte und Becken" gibt es diese Lösungsvorschläge: Erneuerung der Abdichtung und der Fliesen im Innenbecken. Das Außenbecken erhält eine Edelstahlauskleidung. Innen- und Außenbecken werden durch eine Treppenanlage getrennt. Die Beckenform des Außenbeckens wird insoweit abgeändert, dass problemlos eine Beckenabdeckung angebracht werden kann. Das Außenbecken wird verkleinert. Zusätzlich ist ein Whirlpool angedacht. Die Abdeckungen liegen im Bereich der Sitzbänke, Beckenumgänge werden neu gefliest.

Bürgermeister glaubt an "Ja" vom Gemeinderat

Immer wieder betonte Spraul die wunderschöne Lage der Siebentäler Therme. Angefangen habe man mit Bestandsaufnahme sowie der Studie zur Umsetzung Anfang März. Der Schwarzwald solle durchgehend im Fokus stehen. Es gehe darum, die Region einzufangen – um Fühlen und Erleben.

Wie am Dienstag zu erfahren war, sei im Dorena-Konzept die energetische Sanierung der Gebäudehülle nicht vorgesehen gewesen. Die erneute Bestandsaufnahme habe jedoch die Notwendigkeit der Fassadensanierung aufgezeigt. Bei umfangreichen Maßnahmen werde die energetische Sanierung vom Gesetzgeber gefordert. Die bessere Wärmedämmung führe zur Senkung der laufenden Energiekosten. Die Maßnahme erhöhe das Investitionsvolumen um circa 1,5 Millionen Euro zuzüglich 28 Prozent Baunebenkosten, damit insgesamt um rund 1,9 Millionen Euro.

Die Architekten empfehlen des Weiteren eine komplette Entkernung des Saunabereichs zur Umsetzung eines einheitlichen konkurrenzfähigen Gesamtkonzeptes. Dies führt ebenfalls zu Mehrkosten. Architektin Spraul sprach von einer großen Außensauna (50 bis 70 Personen), zwei neuen Saunas (eine soll erhalten bleiben) und einem Dampfbad.

Nebenbei: Im Dorena-Konzept waren Baunebenkosten mit 20 Prozent angesetzt. Die Architekten empfehlen den Ansatz aus Erfahrungswerten mit 28 Prozent. Bezogen auf das Investitionsvolumen von gesamt 9,5 Millionen Euro ergibt dies eine Erhöhung der Baunebenkosten von etwa 650.000 Euro. Durch die hohe Steigerung der Kosten von 2019 bis 2021 von circa 6,5 Prozent wird eine Mehrbelastung in der Größenordnung von rund 620 000 Euro genannt.

Die laut Studie notwendigen Investitionen mit einem Volumen von etwa 13,4 Millionen Euro inklusive Baunebenkosten verteilen sich folgendermaßen: Therme: 5,801 Millionen Euro, Sauna: 4,684 Millionen Euro, Außensauna: 977 000 Euro, Fassade: 1,92 Millionen Euro.

Außensauna könnte erweitert werden

Nach dem Beschluss des Gemeinderates am 30. Juni – der Bürgermeister ist optimistisch, dass dieser Ja sagt, sei doch "alles begründbar" – wird die Firma Fritz Planung GmbH eine zweistufige Kostenberechnung erstellen. Diese ist laut Verwaltung "zwingende Grundlage" zur Stellung eines Förderantrages an das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, das in dieser Legislaturperiode für den Tourismus zuständig ist. Dieser Antrag ist bis 30. September einzureichen. Die Entscheidung wird dann voraussichtlich im März 2022 erwartet. Parallel wird es ein Architektenauswahlverfahren geben. Aufgrund des Investitionsvolumens müssen die Leistungen europaweit ausgeschrieben werden.

Übrigens meinte das Stadtoberhaupt, dass man mal von einem Zuschuss in Höhe von zwei Millionen Euro ausgehe. Es gebe verschiedene Fördertöpfe. Eventuell könne im Jahr 2023 mit den Baumaßnahmen begonnen werden, bei ein bis eineinhalb Jahren Bauzeit werde voraussichtlich 2025 alles fertig sein, schätzte Hoffmann.

Er legte mit Herrmann zudem Wert darauf, dass es auch Entwicklungspotenzial für nächste Schritte gebe. Zum Beispiel könne die Außensauna erweitert werden.

Beide lobten im Übrigen die Projektgruppe, die sehr bereichernd gewesen sei. Hier sei auch heiß diskutiert worden.

Herrmann betonte, dass das Ganze ursächlich für die Zuschussanträge sei. Sie sprach von einem wichtigen Meilenstein, um die nächsten Schritte gehen zu können. Gewissermaßen sei alles noch offen. Beispielsweise, ob sich künftig hier oder dort die Gastronomie befindet.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: