Die beteiligten Bürgermeister und Initiatoren freuen sich auf den Start der „EEP-Card“. Foto: Piskadlo

Die „EEP-Card“ soll ab April den Einzelhandel in den Städten und Gemeinden rund um den Europa-Park stärken sowie die Bezahlkarten aus Ettenheim und Herbolzheim ablösen.

Wie kann man Touristen länger in der Region halten? Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, riefen sieben Kommunen der südlichen Ortenau die „Erlebnisregion Europa-Park“ ins Leben. Seit Januar 2022 planen die Städte Ettenheim, Herbolzheim und Mahlberg sowie die Gemeinden Rust, Ringsheim, Kappel-Grafenhausen und Rheinhausen gemeinsame Marketingstrategien und touristische Kampagnen. Am 1. April 2026 soll das neuste Projekt an den Start gehen: die Erlebnisregion-Europa-Park-Card.

 

„Bei dieser Idee waren wir sofort Feuer und Flamme“, erklärte Rusts Rathauschef Kai-Achim Klare am Mittwochmorgen. Gemeinsam mit den sechs anderen Bürgermeistern der beteiligten Kommunen stellte er das Bezahlsystem vor. Die Gutscheinkarte kann von Bürgern oder Touristen mit Geld aufgeladen und entweder verschenkt oder selbst verwendet werden. Eingekauft werden könne dann bei registrierten Betrieben der Erlebnisregion. Dadurch soll der Einzelhandel gestärkt werden.

Die Karten von Herbolzheim und Ettenheim laufen gut

Dass dieses System – zumindest im kleineren Format – funktioniert, zeigt sich in Ettenheim und Herbolzheim. Beide Verwaltungen bieten seit rund drei Jahren Karten an, mit denen man in der jeweiligen Stadt bezahlen kann. „Das hat sich etabliert“, so Bruno Metz, Bürgermeister der Barockstadt. In beiden Städten seien mehr als 8000 aktive Nutzer und rund 60 Geschäfte registriert.

Doch was passiert mit den beiden Karten, sobald die „EEP-Card“ in Umlauf kommt? „Ab April 2026 wird es keine mehr geben. Besitzer können ihr Guthaben auf die neue Karte übertragen“, erklärte Dieter Deninger, Chef der Entwicklerfirma. Auch die beteiligen Betriebe werde man übernehmen. „Ein Vorteil ist, dass wir nicht bei Null stehen“, freute sich Klare.

80 Prozent der Europa-Park-Besucher kommen wieder

Dass sich weitere Unternehmen für das neue Bezahlsystem registrieren lassen, sei sehr wahrscheinlich. Zumal man mit dem Europa-Park das Potenzial vor Ort habe. „80 Prozent der Besucher kommen wieder. Allein durch den Europa-Park erlebt die Region einen Kaufkraftzuwachs von 240 Millionen Euro“, betonte Lukas Scheub, Vertreter der Parks. Auch die Übernachtungszahlen können sich sehen lassen. Demnach verzeichne die Erlebnisregion 2,1 Millionen Übernachtungen im Jahr – eine Million davon außerhalb des Europa-Park-Resorts. Für lokale Betriebe ist das eine Chance, Touristen auch an ihre Ladentheke zu bekommen. „Für kleine Gemeinden mit schwachem Einzelhandel ist das eine große Win-Win-Situation“, fasste es Mahlbergs Bürgermeister Dietmar Benz zusammen.

Unternehmen erhalten eine besondere Plattform

Zusammen mit der EEP-Card wird auch eine App entwickelt. Darin sollen alle Geschäfte aufgelistet werden und eine Plattform für ihre Angebote erhalten. Auch exklusive Rabatte und digitale Gewinnspiele für Kartenbesitzer soll es geben.

Zudem könne man seine Karte in der App hinterlegen und künftig mit seinem Smartphone bezahlen, wenn man die „EEP-Card“ nicht zur Hand hat. „Jeder hat schon einmal einen Gutschein verloren. Das sind Millionen von Euro, die einfach in Schubladen liegen und verfallen“, so Deninger. Mit der neuen Karte soll das anders laufen. So laufe das Guthaben zwar nach drei vollen Kalenderjahren ab, App-Nutzer würden jedoch sechs Monate davor eine Erinnerung erhalten. Sobald auch nur ein Cent abgebucht oder aufgeladen wird, starten die drei Jahre von vorne. „Mit der EEP-Card bleibt das Geld in der Region“, so der Firmenchef.

Info – Informationen für Interessierte

Arbeitgeber oder Unternehmer, die ihren Betrieb für die neue Karte der Erlebnisregion Europa-Park anmelden möchten, können am 22. Januar an einer sogenannten „Kick-off“-Veranstaltung teilnehmen. Dabei werde über die Bedingungen, das Konzept und die Konditionen berichtet. Erste Informationen gibt es außerdem bereits auf der offiziellen Internetseite der Karte unter www.erlebnisregion-europaparkcard.de.