Drei Tote, drei Schicksalsschläge: Vanessa Hönemann stand mutterseelenallein da. Jetzt schrieb sie ein Buch und liest daraus – zugunsten trauernder Kinder. Am 21. März in VS.
Es klingt, wie das Drehbuch eines wirklich schlechten Films: Ihr Vater starb früh als sie acht Jahre alt war – beim Skifahren, die Mutter mit 59 Jahren – bei einem Flugzeugabsturz, und schließlich auch noch ihr Bruder – an einer seltenen und besonders schweren Form der Epilepsie. Doch all das hat die Schwenningerin Vanessa Hönemann tatsächlich erlebt.
Drei Tote, drei Schicksalsschläge – und die junge Frau stand mutterseelenalleine da. Doch als ihre Tochter geboren wurde, fasste sie einen Entschluss: Ihre Kleine sollte die Großeltern kennenlernen, zumindest auf dem Papier. Ein Jahr lang schrieb sie ihre Geschichte auf. „Ein Funke im Sturm“ – 251 Seiten über unvorstellbaren Verlust und den Weg zurück ins Leben. Mittlerweile ist sie also nicht nur selbst Mama, sondern auch noch Autorin.
Das wäre so ein Platz gewesen
Vanessa Hönemann also weiß, was Trauer und Abschied heißt. Aber auch, was es bedeutet, solche Verluste alleine verkraften zu müssen. Michaela Morath vom Hospiz Via Luce in Villingen-Schwenningen kennt Vanessa Hönemann, hat die schier unglaubliche Häufung von schweren Verlusten in ihrem Leben mit verfolgt und weiß aus den Gesprächen: Hätte es damals die Möglichkeiten von heute in VS gegeben, wäre Vanessa Hönemann vielleicht manches Mal leichter ums Herz gewesen, hätte sie eine Anlaufstelle gehabt, wohin sie mit all den Fragen, mit all der Trauer und, ja, auch mit all der Wut hätte gehen können.
„Die Regenbogenbrücke“, welche der Hospizverein VS gegründet hat, um Kindern und Jugendlichen zu helfen, mit ihrer Trauer nach dem Verlust eines geliebten Menschen umzugehen, wäre ein solcher Platz gewesen. Wie die junge Frau die Schicksalsschläge selbst überstanden hat? Im Gespräch mit unserer Redaktion wird klar: So ganz genau weiß sie das selbst nicht. Und es reift die Erkenntnis: „Ich glaube, den einen Weg, seine Trauer zu bekämpfen, gibt es gar nicht“.
Eine der berührendsten Lebensgeschichten in VS
Ihrer Heimatstadt Villingen-Schwenningen hat sie zugunsten ihres neuen Lebens in Bad Krozingen den Rücken gekehrt, aber jetzt kommt Vanessa Hönemann für einen Abend zurück und liest aus ihrem Buch „Ein Funke im Sturm“.
Doch die 31-jährige Autorin macht das nicht vorrangig, um ihr Buch zu bewerben. Sie tut es für den guten Zweck: Der Eintritt ist frei, Spenden jedoch sind sehr willkommen und sollen auch bei der Regenbogenbrücke landen. Spenden für Kinder, Jugendliche und ihre Familien in schweren Zeiten, das ist die Intention, die Vanessa Hönemann verfolgt, wenn sie zugunsten des Hospizvereins VS aus ihrem Buch liest und damit einen intimen Einblick in wohl eine der unglaublichsten und gleichzeitig berührendsten Lebensgeschichten Villingen-Schwenningens gibt – dreimal Abschied und die große Hoffnung, dass dieser Abend mit dazu beiträgt, Kindern und Familien in der Phase der Trauer weiterzuhelfen.
Veranstaltet wird die Benefizlesung am Samstag, 21. März, von 19 bis 21 Uhr in den Räumen der Agentur Biema, Sebastian-Kneipp-Straße 60 in VS-Villingen.
Das Buch
„Ein Funke im Sturm“
von Vanessa Hönemann erzählt auf 251 Seiten im Taschenbuch – auch als E-Book erhältlich – die ungewöhnliche Geschichte einer Familie aus Villingen-Schwenningen. Erhältlich ist das Buch für 12,95 Euro als Taschenbuch oder für 2,99 Euro auf Amazon.