2018 zeigt Fridi Miller in Villingen das Peace-Zeichen – aber greift sie jetzt schon wieder an? (Archivbild) Foto: Marc Eich

Mit 0,2 Prozent sorgte sie für Verzögerungen im Rathaus. Nach der OB-Wahl in Böblingen am 8. Februar stellt sich die Frage: Greift Fridi Miller in VS noch einmal an?

Sie war es, die Jürgen Roth trotz Wahlgewinns 2018 zum Amtsverweser gemacht hatte, noch ehe er 2019 hochoffiziell der Oberbürgermeister Villingen-Schwenningens werden konnte. Und sie war es auch, die den Anlass dafür gab, das Rennen um den OB-Sessel im Rathaus des Oberzentrums in einem Atemzug mit dutzenden anderer Bürger- und Oberbürgermeisterwahlen zu nennen. Fridi Miller war – trotz ihrer gerade mal 0,2 Prozent der Wählerstimmen – also ein nennenswerter Faktor bei der letzten OB-Wahl in Villingen-Schwenningen.

 

Nun scheiterte sie gerade erst in Böblingen – mit 1,5 Prozent und 193 auf sie entfallenden Wählerstimmen – bei der dortigen Oberbürgermeisterwahl am 8. Februar. Sie war schon zum zweiten Mal dort in den Ring gestiegen – auch Böblingen hatte zuletzt 2018 gewählt, auch damals war dort Fridi Miller mit von der Partie. Nun, an den Tagen danach, fragt man sich in Villingen-Schwenningen: Tut sie’s – oder tut sie es nicht erneut?

Eine streitbare Person

Die einstmalige Dauerkandidatin und Vielklägerin warf ihren Ring schon bei mehr als 112 Wahlen in den Ring und hat auch sonst eine bemerkenswerte Vita. Politisch wurde diese vor allem, „nachdem mir meine Tochter Milli am 11.02.2014 rechtswidrig entzogen wurde“, wie Fridi Miller schreibt. Der Rechtsstreit um ihre Tochter ist mittlerweile fast schon Geschichte – das Kind ist längst erwachsen. Die Kämpfe aber gehen für Fridi Miller weiter, wie aus einer Mail an unsere Redaktion deutlich wird.

Zuletzt war es der Wahlkampf in Böblingen, in den sie sich stürzte – „aktuell habe ich noch am Ergebnis der OB-Wahl Böblingen zu knabbern, nur 1,5 Prozent der Stimmen, Wahllokale mit 0 Stimmen, was dieses Mal kaum möglich sein kann, aufgrund der positiven Rückmeldung von Menschen, egal wo ich aufgetaucht bin, wurden mir Wahlbekundungen gemacht“, schreibt sie danach.

In VS ficht sie das Ergebnis an

Das Wahlergebnis angezweifelt hat sie auch in Villingen-Schwenningen – kurz nach der Wahl focht sie das Ergebnis an. Ihr Vorwurf: Wahlfälschung. Die Folge: Jürgen Roths offizielle Amtseinsetzung verschob sich, er blieb zunächst ein so genannter Amtsverweser.

Er selbst hat seine Kandidatur bereits angekündigt – und darf zumindest in diesem Punkt offenbar gelassen bleiben, denn: Sie tut es – voraussichtlich – nicht nochmal. „Nein, in Villingen-Schwenningen werde ich nicht antreten und auch sonst nirgends. Außer die Menschheit wacht endlich auf“, betont Fridi Miller, die aktuell aber ohnehin gut zu tun hat: Sie hat eine Wahlanfechtung in Sindelfingen am Start, und sie plant die Veröffentlichung eines Buches und sogar eine Filmproduktion – die Doku „FRiDi – eine Frau, die nicht aufgibt“ möchte sie zu gerne einmal über die Kinoleinwand flimmern sehen.