Ein Mann legt einen Silberbarren in ein Schließfach in einem Tresorraum. Auch die Kreissparkasse Freudenstadt macht sich Gedanken um die Sicherheit ihrer Schließfächer. Foto: Sven Hoppe/dpa

Nach dem Aufbruch Tausender Bankschließfächer in Gelsenkirchen empfiehlt die Kreissparkasse Freudenstadt ihren Kunden, Ruhe zu bewahren. Die Bank befasse sich mit dem Vorfall.

Den Millionen-Coup in einer Sparkasse in Gelsenkirchen, bei dem bislang unbekannte Täter Werte im mutmaßlich dreistelligen Millionenbereich aus Schließfächern erbeuteten, nennt die Kreissparkasse Freudenstadt einen „seltenen Extremfall organisierter Kriminalität“. Die Tat sei kein „normaler Einbruch“. „Hochprofessionelle Tätergruppen planen solche Taten über längere Zeit, arbeiten arbeitsteilig und setzen spezielle technische Ausrüstung ein. Solche Angriffe treffen Sparkassen als Institutionen und ihre Kundinnen und Kunden gleichermaßen“, teilt Bianca Bok, Gruppenleiterin für Kommunikationsmanagement bei der Kreissparkasse Freudenstadt unserer Redaktion mit.

 

Der Vorfall in Gelsenkirchen sei selbstverständlich auch für die Kreissparkasse in Freudenstadt ein Thema, mit dem sich die Bank intern intensiv befasse. „Grundsätzlich unterliegen unsere Sicherheitskonzepte bereits regelmäßigen Überprüfungen und Weiterentwicklungen. Zudem stehen wir in einem kontinuierlichen und engen Austausch mit den zuständigen Sicherheitsbehörden“, sagt Bok.

Kriminaltechnische Entwicklungen

Erkenntnisse aus aktuellen Vorfällen sowie neue kriminaltechnische Entwicklungen würden fortlaufend in die Anpassung und Optimierung der Sicherheitssysteme einfließen. Ziel sei es, das bestehende hohe Sicherheitsniveau weiter zu überprüfen und konsequent weiterzuentwickeln. Dies erfolge jedoch auch unabhängig von dem Vorfall in Gelsenkirchen.

Die Sicherheit der Schließfächer bei der Kreissparkasse Freudenstadt beschreibt Bok folgendermaßen: „Sicherheit ist kein Zustand, sondern ein System, bei dem bauliche Maßnahmen, Technik, Abläufe und die Zusammenarbeit mit Sicherheitsbehörden gemeinsam wirken.“

Sparkasse rät zur Ruhe

Für Bankkunden mit Schließfächern bestehe bei der Kreissparkasse kein Grund zur Sorge. „Unseren Kunden mit Bankschließfach raten wir, Ruhe zu bewahren. Es besteht kein Anlass zur Sorge. Bankschließfächer sind nach wie vor eine sehr sichere Form der Aufbewahrung für wichtige Dokumente und Wertgegenstände“, sagt Bok. Einzelne, sehr seltene Extremfälle, änderten nichts daran, dass die Verwahrung im Schließfach deutlich sicherer sei als zuhause – nicht nur mit Blick auf Diebstahl, sondern auch auf Risiken wie Brand oder Wasserschäden.

Versicherung sollte überprüft werden

Unabhängig von Sicherheitskonzepten für Schließfächer empfiehlt die Kreissparkasse ihren Kunden, den individuellen Versicherungsschutz für das Schließfach zu überprüfen. Sofern der Wert der im Schließfach verwahrten Gegenstände die bestehende Grundabsicherung übersteigt, könne es sinnvoll sein, über eine Schließfach-Zusatzversicherung oder eine entsprechende Erweiterung der Hausratsversicherung nachzudenken. Darüber hinaus sei eine sorgfältige Dokumentation der im Schließfach aufbewahrten Wertsachen durch Fotos, Kaufbelege oder gegebenenfalls Gutachten ein wichtiger Bestandteil der Nachweisführung für den Fall eines Schadens. „Diese Unterlagen sollten selbstverständlich außerhalb des Schließfaches aufbewahrt werden“, lautet die Empfehlung.