Mit der Installation einer stationären Radarmessanlage in der Hardter Straße wurde die Fahrgeschwindigkeit am Ortsein- und Ortsausgang deutlich reduziert. Foto: Herzog

In Eschbronn wird nach wie vor zu schnell gefahren. Haltestelle könnte verlegt werden. 

Um die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer in der Gemeinde Eschbronn zu verbessern, sollen in allen Nebenstraßen Tempo-30-Zonen eingerichtet und Maßnahmen in den Ortsmitten Locherhof und Mariazell umgesetzt werden.

Eschbronn-Mariazell - Damit befasste sich der Gemeinderat wieder einmal in seiner Sitzung am Dienstag. Nach Auskunft von Bürgermeister Franz Moser sind bisher einige Verbesserungen gelungen. Hierzu zählte er die stationäre Geschwindigkeitsmessanlage in der Hardter Straße, Umbau der Kreuzung in der Ortsmitte Mariazell, vermehrte mobile Kontrollen und Beschaffung einer mobilen Geschwindigkeitsanzeigetafel (Smiley). Dennoch erreichten ihn im Rathaus weiterhin Beschwerden über zu schnelles Fahren, besonders an den Ortseingängen, Gefällstrecken (Hochberg), Weilerner und Mariazeller Straße.

Fußgängerüberweg gefordert

Die festgestellten Höchstwerte gäben Anlass zur Besorgnis, beklagte der Bürgermeister. Des Weiteren habe es in der Vergangenheit wiederholt Probleme durch parkende Autos in der Ortsmitte Locherhof und im Bereich Schule und Kindergarten gegeben.

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Mit dem Erwerb eines Grundstücks in der Schönbronner Straße, auf dem die Gemeinde öffentliche Stellplätze errichten werde, könne Entlastung geschaffen werden. Für die Festlegung straßenverkehrsrechtlicher Anordnungen und Kontrolle von Vorschriften seien allerdings die Straßenverkehrsbehörde und Bußgeldstelle zuständig, so Moser.

Im Gemeinderat seien Lösungen besprochen worden, um zu hohes Tempo zu verhindern. Immer wieder werde in der Ortsmitte Locherhof im Bereich der Arztpraxis ein Fußgängerüberweg gefordert. Dies sei aufgrund der Straßenführung rechtlich nicht umsetzbar.

Alternativ wäre eine Querungshilfe an dieser Stelle nur möglich, wenn die Bushaltebucht verlegt oder auf sie gänzlich verzichtet werde.

Pfarrgasse als Haltestelle für Schülerbusse kritisch

Auch die Verkehrssituation in der Ortsmitte Mariazell würde sich mit einer Verlegung der Bushaltestelle beim Rathaus erheblich verbessern. Die Kosten hätte jeweils die Gemeinde zu tragen, erläuterte Moser. Des Weiteren habe der Gemeinderat angeregt, die zulässige Höchstgeschwindigkeit in den Ortsmitten tagsüber auf 30 Stundenkilometer zu reduzieren. Dies werde vom Elternbeirat der Grundschule unterstützt. Für die Straßenverkehrsbehörde komme eine Reduzierung nur dann in Betracht, wenn andere Maßnahmen nicht möglich seien. Moser bezifferte die Kosten für die Beschaffung der erforderlichen Schilder und deren Installation für weitere Tempo-30-Zonen auf rund 30.000 Euro.

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Christoph Meyer-Sander erinnerte sich, seit seiner Mitgliedschaft im Ratsgremium 2009 werde über die Verkehrssicherheit diskutiert. Er wisse von einer Gemeinde in Österreich, in der nach dem Ortseingang darauf hingewiesen werde, dass auf allen Nebenstraßen Tempo 30 gelte. Ratskollege Fred Zehnder sah die Pfarrgasse als Haltestelle für Schülerbusse aufgrund beengter Platzverhältnisse kritisch. Auch fehle dann eine Unterstellmöglichkeit für Schüler bei schlechtem Wetter. Eventuell könnten die Parkplätze am Rathaus benutzt werden.

Neuausweisung von Tempo-30-Zone einstimmig befürwortet

Ulrich Lägeler sprach von der einzigen Chance, mit 30-er-Zonen die Geschwindigkeit zu senken. Holger Broghammer erkundigte sich, ob eine Fußgängerampel möglich sei. "Das wäre die nächste Stufe. Das heute vorgestellte Diskussionspapier soll einen Einstieg zur weiteren Vorgehensweise sein und kein fertiges Konzept darstellen", so der Rathauschef.

Einstimmig befürworteten die Räte die Neuausweisung von Tempo-30-Zonen und beauftragte die Verwaltung, mit der Straßenverkehrsbehörde und Polizei Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit für Fußgänger in den Ortsmitten zu ermitteln.

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