Die Straftaten in Dornhan sind zurückgegangen. Bei zwei Deliktarten beobachtet die Polizei jedoch einen Anstieg.
Die sicherste Stadt im Landkreis Rottweil ist Dornhan. Das belegt die Kriminalstatistik, die der Oberndorfer Polizeirevierleiter Timo von Au und sein Stellvertreter Ulrich Müller am Montag dem Gemeinderat vorstellte.
Bürgermeister Markus Huber sprach sogar von einer „Insel der Glückseligen“ im Vergleich zu anderen Kommunen.
Friedliches Gundelshausen
Das bestätigte Timo von Au. Während etwa in Oberndorf die Zahlen nach oben gingen, ist in der Gesamtstadt Dornhan ein deutlicher Abwärtstrend zu beobachten. So fiel die Zahl der Straftaten von 2023 auf 2024 um 26 auf 108 Fälle.
In der Kernstadt gingen die Straftaten von 80 auf 71 (elf Prozent) zurück, in den Stadtteilen lag der Rückgang (minus 37 Fälle) sogar bei knapp 32 Prozent. Die Stadtteile Marschalkenzimmern (17 Fälle) und Weiden (zwölf) weisen die meisten Delikte auf. Bis auf Bettenhausen – hier blieb es bei zwei Straftaten – verzeichnen die Ortschaften aber allesamt einen Rückgang. Gundelshausen taucht in der Statistik gleich gar nicht auf.
Gegen den Landestrend
Landesweit ist, so Timo von Au, ein starker Anstieg der Jugendkriminalität zu beobachten. „Zunehmend werden Konflikte über Gewalt gelöst“, sagte er. Das könnten noch Folgen von Corona gewesen sein. Dornhan gehört offensichtlich aber zu den Ausnahmen, auch im Vergleich mit etwa gleich großen Kommunen.
So gab es lediglich bei den Kindern einen Anstieg von null auf zwei im Vorjahr. Tatverdächtige Jugendliche waren es im vergangenen Jahr sechs (minus zwei), Heranwachsende acht (minus zwei) und Erwachsene 56 (minus eins). Die nicht deutschen Tatverdächtigen seien deutlich in der Überzahl.
Täter aus anderen Bundesländern
Was auffällig zugenommen hat, sind die Vermögens- und Fälschungsdelikte, die sich von 18 auf 23 erhöhten – immer noch in einem überschaubaren Rahmen. Erfasst sind in der Statistik aber nur die Täter, nicht die Opfer, deren Zahl höher sein dürfte.
Bei den Betrugsdelikten, zu denen auch der Enkeltrick gehöre, seien die Täter oft aus anderen Bundesländern. Von drei auf sechs Fälle haben Straftaten gegen sexuelle Selbstbestimmung zugenommen.
Sicher leben in Dornhan
Bei Diebstahl hat es einen Anstieg auf 25 Delikte im Jahr 2023 gegeben, 2024 waren ist 24. Was dagegen Drogen angehe, sei es in Dornhan deutlich ruhiger geworden. Von Au führte das auf das neue Drogengesetz zurück.
Insgesamt konnten die Polizeibeamten feststellen, dass man in Dornhan sicher leben kann. „Darauf können Sie stolz sein“, meinte der Oberndorfer Revierleiter.
Aufklärungsquote ist gestiegen
In Dornhan habe man noch intakte Strukturen, stellte Bürgermeister Markus Huber fest, man könne sich in der Stadt denn auch sicher bewegen. Die niedrige Kriminalitätsrate ist für ihn mit das Ergebnis einer guten Jugendarbeit, und offenbar funktioniere auch die soziale Kontrolle.
Die Aufklärungsquote in Dornhan ist nach Auskunft von Timo von Au von knapp 62,7 auf 66,7 Prozent gestiegen. Mit der personellen Besetzung des Polizeireviers sei er zufrieden, die Kollegen seien hochmotiviert.
„Wir kontrollieren viel“, versicherte er. Das gilt vor allem auch für Veranstaltungen, bei denen mit „schwierigem Publikum“ zu rechnen sei.