Die Sicherheitssituation hat sich verbessert: 2025 sind weniger Straften registriert worden als im Vorjahr. Ein Brennpunkt aber bleibt die Problemimmobilie in Klosterreichenbach. Foto: Timo Beyer

Weniger Straftaten und hohe Aufklärungsquoten: Die Polizei sieht in Baiersbronn eine positive Entwicklung. Gleichzeitig nehmen häusliche Gewalt und Übergriffe zu.

Der Sicherheitsbericht des Polizeireviers Freudenstadt und des Polizeipostens im Ort hat im Gemeinderat in Baiersbronn jetzt schon eine längere Tradition. In regelmäßigen Abständen – etwa alle zwei Jahre – berichtet die Polizei über die öffentliche Sicherheit.

 

In der Sitzungsvorlage spricht die Verwaltung auch von einer „guten Übung“ für Polizei und Gemeinde. Einen Beschluss fasste sie jedoch nicht, da der Vortrag von Gerold Schuhmacher, Leiter des Polizeireviers Freudenstadt, und Jörg Gaiser, Polizeihauptkommissar des Postens in Baiersbronn, einen rein informativen Charakter hat.

Für Bürgermeister Michael Ruf seien die Zahlen „erfreulich“ und „beruhigend“. Die Situation habe sich gut entwickelt, wenngleich es auch immer noch einige Schwerpunkte in der Gemeinde gebe.

Zahlen sind rückläufig

Die Zahl der Straftaten ist laut Kriminalstatistik rückläufig – um 12,4 Prozent. Waren es 2024 noch 378 Straftaten, sind es im vergangenen Jahr 331 gewesen. Zum Vergleich: Der niedrigste Wert in den vergangenen zehn Jahren wurde 2017 erzielt – mit 307 Straftaten. Der höchste Wert wurde 2020 verzeichnet. Damals waren es 399.

Die Häufigkeitszahl in Baiersbronn – also die Zahl der Straftaten auf 100 000 Einwohner hochgerechnet – liegt bei knapp 2500. In Freudenstadt liegt sie leicht über der 3000er-Marke. In der Regel sei die Häufigkeitszahl auf dem Land immer geringer als in den Städten oder Ballungsgebieten, erklärte Schuhmacher.

Rettungskräfte sind mehr Übergriffen ausgesetzt

Den größten Teil der Straftaten machen Körperverletzungsdelikte aus, gefolgt von Diebstahl und Delikten im Straßenverkehr. Stark rückläufig sind hingegen Drogendelikte. Diese waren 2019 noch stark vertreten, sind aber im vergangenen Jahr fast gegen Null gegangen. Dafür gebe es eine einfache Erklärung, so Schuhmacher, das neue Cannabis-Gesetz.

Einen leichten Anstieg gibt es jedoch bei den Übergriffen gegen Beamte. Diese werden erst seit 2019 in der Statistik aufgeführt. Ein bundesweiter und besorgniserregender Trend, bestätigte Schumacher. In den knapp zehn Fällen in Baiersbronn richteten sich Aggressionen ausschließlich gegen Polizeibeamte.

Häusliche Gewalt nimmt zu

Die Aufklärungsquote mit 69,5 Prozent liege ebenfalls in einem erfreulichen Bereich – 5,5 Prozentpunkte mehr als im Jahr zuvor. Schuhmacher hob hervor: In Baiersbronn gebe es nur wenige Anzeigen gegen Unbekannt. So konnte die Polizei knapp 200 Tatverdächtige ausmachen. Etwa 100 davon sind ausländische Tatverdächtige, Kinder und Jugendliche bewegen sich im einstelligen Bereich. Ein Brennpunkt ist vor allem die Problemimmobilie in Klosterreichenbach.

Einen Aufwärtstrend stellt Schuhmacher auch bei der häuslichen Gewalt fest. Dieser Anstieg zeichne sich schon über mehrere Jahre ab. Die Gründe hierfür seien vielfältig. Die Betroffenen hätten ihr Anzeigeverhalten geändert, ebenso würde mehr Aufhellung im Dunkelfeld betrieben.

Familien am Pump-Track beunruhigt

Aus den Reihen des Gemeinderats gab es einige Fragen. Ingo Christein (CDU) sorge sich etwa um das Bestehen des Polizeipostens in Baiersbronn. Schuhmacher bekräftigte, es gebe keine Pläne, irgendwelche Polizeiposten zu schließen. Doch Klarheit, wie es mit der inneren Sicherheit weitergeht, könnten erst die Koalitionsverhandlungen in Stuttgart schaffen.

Christein monierte auch, dass sich am Pump-Track alkoholisierte Gruppen versammeln würden. Familien fühlten sich unter anderem unwohl. Hierzu äußerte sich Hauptkommissar Jörg Gaiser. Anzeigen seien in der Vorbereitung.