Der Steilhang unterhalb des Löffelbuschwegs sieht durch Fällarbeiten recht kahl aus. Doch das soll nicht so bleiben. ForstBW erklärt, warum die Fällungen nötig sind.
Schon von Weitem sieht man in Calmbach eine große kahle Fläche, zum Beispiel, wenn man von der Bundesstraße in Richtung Hochhaus schaut. Bereits seit einiger Zeit ist ForstBW dort im Staatswald zugange und fällt Bäume.
Warum diese Maßnahme unterhalb des Löffelbuschwegs, der das Ende der Badstraße mit dem Hochhaus verbindet, nötig ist, erklärt Johannes Fünfgeld, der stellvertretende Leiter und Pressesprecher des Forstbezirks Nordschwarzwald, beim Vor-Ort-Termin mit unserer Redaktion. „Wir müssen schauen, dass vom Wald keine Gefahr ausgeht“, sagt er.
Gefahren für Bevölkerung ausschließen
Vor allem die hohen Bäume hätten sich stark in Richtung Bebauung geneigt. Durch wechselnde Wetterbedingungen sei etwa knapp oberhalb des Wegs eine Buche abgegangen. „Wenn das über Gebäuden passieren würde, wäre das sehr gefährlich“, ergänzt Fünfgeld, dass ForstBW die Verkehrssicherungspflicht habe und schauen müsse, dass keine Gefahr für die Bevölkerung besteht.
Durch Dürre und Entwurzelung nach Starkregen habe es bereits einen „zunehmenden Ausfall von Bäumen“ gegeben. „Wenn sich der Bestand anfängt, aufzulösen, geht es relativ schnell weiter“, ergänzt Arnold Rauland, der Revierleiter des Forstreviers Kleinenztal. Und da eine Durchforstung mit der Entnahme einzelner Bäume aus diesem Grund nicht möglich gewesen sei, hat man sich bei ForstBW – in Abstimmung mit der Natur-, Boden- und Forstbehörde des Calwer Landratsamts – dazu entschlossen, alle großen Bäume in diesem etwa 0,4 Hektar großen Bereich zu fällen. Groß bedeutet in diesem Fall einen Stammdurchmesser von etwa 15 bis 20 Zentimetern.
Ein weiteres Ziel sei die Entwicklung eines stabilen Waldbestandes mit einem hohen Anteil an klimaresistenten Baumarten. Dieses Ziel könne mit dem Ausgangsbestand nicht erreicht werden. An dem Steilhang wuchsen bislang hauptsächlich Laubbäume und wenig Nadelholz – vor allem Eschen und Buchen, dazu einzelne Eichen und Linden. „So wird es sich auch wieder entwickeln“, sagt Fünfgeld. Denn Ziel ist eine Naturverjüngung, wenn die großen Bäume weg sind – durch die jungen Bäume, die bereits nachwachsen. Lediglich an größeren „Fehlstellen“ könnten auch Bäume gepflanzt werden.
Fläche soll wieder „schöner Wald“ werden
Die Fläche soll „wieder schöner Wald werden“, so der stellvertretende Forstbezirksleiter, aber: „Ziel ist es nicht, wieder 35 Meter hohe Bäume zu bekommen.“ Es brauche nicht an der Bebauung so hohe Bäume. Neben der Sicherheit gebe es auch andere Beeinträchtigungen, etwa durch Schatten. Nach der Maßnahme könne sich nun ein „stabiler Jungwald entwickeln“.
Für die Arbeiten, die insgesamt etwa drei Wochen dauern und bis Ende dieser Woche abgeschlossen sein sollen, wurde in Abstimmung mit der Stadt Bad Wildbad eine Strom-Hochspannungsleitung vorübergehend abgehängt. Auch sonst sei bei dem schwierigen Einsatz im Steilhang eine gute Arbeitsorganisation entscheidend. Das beginnt bereits bei der Auswahl der Mitarbeiter, die in dem schwierigen Gelände mit Bäumen, die durch die Neigung ins Tal unter Spannung stehen, zurechtkommen müssen.
Arbeiter brauchen viel Erfahrung und Ausdauer
Für diesen Einsatz brauche man „viel Erfahrung und körperliche Ausdauer“, sagt Rauland. Das gilt noch mehr für die Spezialisten, die als Baumkletterer im Einsatz waren. Mit Seilen gesichert, stiegen die in die Baumkronen und sägten die Bäume von oben ab, „um den Schwerpunkt zu nehmen“, so Fünfgeld weiter. Insgesamt sind mit den externen Baumkletterern acht Arbeiter im Einsatz. Dazu kommt schweres Gerät wie zwei Forstspezialschlepper sowie ein Hubsteiger, der beim Hochhaus zum Einsatz kam.
Für die Arbeiten waren zudem Sicherheitsvorkehrungen nötig. Bei den sogenannten seilunterstützten Fällungen sei jeder einzelne Baum angebunden und so von oben gesichert worden, um ein Abrutschen ins Tal zu verhindern. Zudem sei aus dem gleichen Grund oberhalb der Bebauung ein Fangnetz angebracht worden.
Löffelbuschweg bleibt vorerst gesperrt
Im Hang selbst wurden die Bäume nicht ganz unten abgesägt. „Wir lassen hohe Stöcke stehen“, erläutert Bastian Lorenz, beim Forstbezirk Nordschwarzwald zuständig für die technische Produktion. Dahinter wurden dann Stämme als Geröllschutz quergelegt. Zusammen mit bereits vorhandenen Haselsträuchern soll so der Hang gesichert werden.
Der Löffelbuschweg selbst ist während der Fällarbeiten gesperrt – und wird das im Übrigen auch danach bleiben. Durch den Abgang der Buche und die Fällarbeiten ist das Geländer an einigen Stellen abgebrochen. Zudem gibt es Unterspülungen an manchen Stellen, sodass die Sicherheit auf dem Weg, der bislang als Rad- und Wanderweg genutzt wurde, nicht gewährleistet ist. Hier müsse man erst entscheiden, wie es mit dem Weg weitergehen soll, zumal es etwas weiter hangaufwärts eine Alternative, zumindest für Fußgänger, gebe.