Bereits vor zwei Jahren begeisterte Dominik Eulberg mit seinen Einblicken in die Tierwelt. Foto: Gabriele Hauger

Dominik Eulberg ist DJ, Ökologe, Bestsellerautor. Jetzt präsentiert er eine Biodiversitätsshow nebst DJ Set im Burghof Lörrach. Im Zentrum: Schmetterlinge.

Vor zwei Jahren faszinierte der passionierte Naturforscher in Lörrach mit Einblicken in die Welt der Vögel. Diesmal geht es vor allem um Schmetterlinge.

 

Wer glaubt, dass die im Gegensatz zu Vögeln keine Töne von sich geben, der sollte sich mit dem engagierten Wissenschaftskommunikator unterhalten. „Die Totenkopfschwärmer sind regelrechte Jumbojets unter den Faltern. Werden sie beispielsweise von einer Maus bedroht, pfeifen sie – ein Abwehr-Mechanismus.“

Ohne TV aufgewachsen

Seine Liebe zu Schmetterlingen entstand in Kindertagen, erzählt er uns am Telefon. Als Sohn eines Biologielehrers war Dominik Eulberg viel draußen auf Erkundungstour. „Einen Fernseher hatten wir nicht.“ Eines Tages fand er auf dem Nachhauseweg am Boden ein wunderbar glitzerndes, irisierendes, violett schimmerndes, falterförmiges Exemplar – und dachte, es sei eine verlorene Brosche. Die wollte er auch gleich ins Fundbüro bringen. Zuhause klärte ihn der Papa auf: „Es war ein kostbares wunderschönes Kleines Nachtpfauenauge, ich musste es stundenlang einfach nur anschauen, so schön war es.“

Leben, um zu lieben

Und hat zudem ein bemerkenswertes Dasein: Der Falter hat weder Mundwerkzeuge noch einen Darm und lebt nur wenige Tage: „Er lebt nur zum Lieben. Dann fällt er tot, aber unversehrt vom Himmel.“ Das Staunen über die Schönheit, Raffinesse, den Erfindungsreichtum der Natur hat Eulberg sich bewahrt. Vielleicht ist sein Staunen sogar noch größer geworden. Diese Begeisterung für die Natur möchte er den Menschen mit seinen Vorträgen, Büchern und Videos weitergeben. Denn nur so könne der Wunsch in der Gesellschaft erwachen, diesen einmaligen Schatz auch zu bewahren.

Eulberg ist Optimist

Und ja, Eulberg ist und bleibt Optimist. „Natürlich ist es frustrierend zu sehen, wie Menschen, die den Klimawandel leugnen oder vermeintlich einfache Lösungen präsentieren, an Zulauf gewinnen.“ Doch genau dafür gebe es ja die Wissenschaften: „Es geht um Fakten, um Naturgesetze – nicht um Meinungen.“ Anstatt jedoch in einer Empörungskultur zu verharren, plädiert er dafür, die eigene Energie positiv für etwas Sinnhaftes einzusetzen: „Vernetzten Sie sich mit Gleichgesinnten, schließen Sie Allianzen, unterstützen Sie lokale Naturschutzorganisationen – und spenden Sie statt für den Tiger in Indien lieber für heimische Projekte“, so sein Appell.

Blühmischung allein reicht nicht

Mit ein paar Insektenhotels oder einer Blühmischung im heimischen Garten sei es indes leider nicht getan, sorgt er für ein wenig Desillusion. Ackergifte seien der Haupttreiber des Insektensterbens. Dies lasse sich auch nicht durch Arche Noah-Konzepte im Garten wieder gut machen. Druck gegen Lobbyisten und die richtigen Kaufentscheidungen sind seine Mittel.

Zu all dem gehöre es aber, bei den Menschen Emotionen zu wecken. „Wir müssen die Herzen öffnen, staunen ist doch der Beginn der Erkenntnis“, sagt Eulberg.

Dominik Eulberg zeigt Wunder Foto: Natalia Luzenko

Und so kämen seine Biodiversitätsshows auch niemals mit erhobenem Zeigefinger daher. „Ich präsentiere das alles sehr lustvoll. „Natur muss gefühlt werden“, habe schon Humboldt gesagt. Eulberg ergänzt: „Wir schützen, was wir schätzen.“ Verbote nützten eher wenig, so seine Erfahrung.

In seiner Präsentation im Burghof will er die Schönheit der Künstlerin Natur vor Augen führen, zeigt beeindruckende Bilder, verrät erstaunliche Fakten, gemischt mit elektronischen Klängen, vermittelt er Wissen und Spaß gleichermaßen.

Biotop und Tanzfläche

Im anschließenden DJ-Set wird das mit Klängen verwoben, inspiriert aus der Natur. Der Burghof wird zur Tanzfläche – und zum Biotop im Zeichen des Schmetterlings: Flügelschläge werden zu Beats, Flügelmuster zu Melodien.

In der Pause dazwischen soll das Staunen weitergehen – und es gibt etwas zum Anfassen. So bringt Eulbergs Schmetterlingsbegeisterte Frau („Wir haben Zuhause an die 4000 Schmetterlinge“), einige Larven mit. Eine Art Labor entsteht im Burghof. Das dürfte die Neugier der Besucher wecken. „Ich möchte das Kind in uns allen ansprechen.“

Gegen das Artensterben

Erstaunen, aufklären, eine emotionale Bindung schaffen – das sind Eulbergs Rezepte gegen das Artensterben. „Die Biodiversität ist schließlich unsere Lebensversicherung.“ erklärt er. Und aus fühlenden Minderheiten könnten Mehrheiten werden. Ganz nebenbei können die Besucher zudem ihre Schmetterlingsliebe unter Beweis stellen und einen besonderen Tee probieren: Er ist aus Raupenkot.

Biodiversitätsshow: Samstag, 13. Dezember, 17 Uhr, Burghof; DJ-Set: ab 21 Uhr, Burghof