Ein lauer Sommerabend unter Freunden. Foto: Nägeli – Stock.adobe.com

Shisha rauchende Jugendliche werden in Villingen-Schwenningen offenbar so sehr zum Ärgernis, dass sich das Ordnungsamt eine Handhabe wünscht, das auf öffentlichen Grünflächen zu unterbinden.

Villingen-Schwenningen - Nicola Schurr sieht es gerne: Jugendliche, die in kleinen Gruppen gemütlich auf der Wiese sitzen, sich unterhalten, dabei eine Shisha rauchen – und wenn sie den Heimweg angetreten haben, fehlt von ihnen jede Spur. Kein Dreck, kein Müll, keine sonstigen Hinterlassenschaften.

Zweifelhaftes Vergnügen

Wenn Ordnungsamtsleiter Ralf Glück hingegen das Vergnügen mit den Genießern der Wasserpfeifen bekommt, ist es meist eines der zweifelhaften Art, denn: Immer häufiger werden beim Ordnungsamt Villingen-Schwenningen Klagen laut – "wir haben vehemente Beschwerden durch diese Shisha-Raucher, im Schwenninger Neckarpark zum Beispiel", erläuterte Glück am Mittwoch im Verwaltungs- und Kulturausschuss. Woran sich die Beschwerdeführer am meisten stören, ist klar: Neben hinterlassenem Müll sei das der Dunst, den die Wasserpfeifen ausstoßen – und dem sich andere in unmittelbarer Nähe ausgesetzt fühlten.

Tatort Ringanlagen

In Villingen sei das besonders häufig in den Ringanlagen vorgekommen – dort nämlich hätten sich im Sommer häufig Gruppen von Jugendlichen niedergelassen, nachdem ihnen von einer Shisha-Bar in der Innenstadt die Wasserpfeife samt Tabak und Kohlen ausgeliehen worden sei. "Die Bar hat die Pfeife ausgegeben, und die Jugendlichen haben sie in den Ringanlagen geraucht" – auch in Schwenningen sind Grünanlagen in der Nähe von Shisha-Bars eine gerne gewählte Location. Aber nicht jeden freut’s.

Aber dampfen ist okay?

Für Birgitta Schäfer (SPD) stellt sich hier offenbar die Frage der Verhältnismäßigkeit – träfen sich mehrere Leute und dampften gemeinsam ihre E-Zigaretten, "dann habe ich die Rauchentwicklung auch".

OB lässt nicht locker

Beschwerden diesbezüglich traten beim Ordnungsamt aber offenbar noch nicht auf, ganz im Gegensatz zum Shisha-Ärger: "Wir hatten in der Vergangenheit tatsächlich schon Probleme, da zu reagieren", zeigte Glück in seinen Augen das Problem auf. Selbst berechtigte Beschwerden seien ins Leere gelaufen, weil das Ordnungsamt ohne Handhabe gewesen sei.

In Konstanz, Ravensburg, Stuttgart – "überall funktioniert es auch ohne Verbot", findet Nicola Schurr. Seien die Shisha-Bars durch den Außer-Haus-Verkauf das Problem, sei es doch sinnvoller, dies zu untersagen. Auf den Grünflächen reiche doch ein einfaches Schild, "hier nicht", anstatt eines förmlichen Verbots in der Polizeiverordnung der Stadt.

Doch auch Oberbürgermeister Jürgen Roth ließ nicht locker: "Es gibt uns die Möglichkeit, das mit Uneinsichtigen zu regeln." Stimmten die Gemeinderäte am Ende gegen diesen Passus in der Verordnung, "können wir das nicht mehr regeln".

Will man sie vergraulen?

Für Birgitta Schäfer von der SPD hingegen gehört offenbar etwas ganz anderes geregelt: Sie gewinne vielmehr den Eindruck, "man will bestimmte Menschen da nicht haben." Aber: Es gebe ohnehin schon wenige Plätze, wo sich Jugendliche treffen könnten. "Wo sollen sie denn noch hin?"

Info: Der Passus

Und so lautet der entsprechende Passus, der künftig in der Polizeiverordnung der Stadt Villingen-Schwenningen stehen soll, im Wortlaut: "In den öffentlichen Grün-und Erholungsanlagen und sonstigen Freizeiteinrichtungen ist es unbeschadet der vorstehenden Vorschriften untersagt: (....)

i) der Konsum von Wasserpfeifen (z. B. Shishas) oder vergleichbarer Gegenstände"