Bislang ist die SG Oberreichenbach/Würzbach der beste Aufsteiger in der Bezirksliga Nordschwarzwald. Trainer Michael Frey ist zuversichtlich, dass das auch so bleiben wird.
Dass die SG Oberreichenbach/Würzbach als einziger der drei Aufsteiger der Fußball-Bezirksliga Nordschwarzwald auf einem einstelligen Tabellenplatz steht, sorgt bei Trainer Michael Frey natürlich für gute Laune. „Im Großen und Ganzen sind wir super-zufrieden. Wir sind stolz, wie die Hinrunde gelaufen ist“, sagt der 35-Jährige. Sechs Siege konnte seine Mannschaft bislang holen und steht mit 20 Punkten auf dem neunten Tabellenplatz. Allerdings warnt Frey auch: „Die Hinrunde hat deutlich gezeigt, dass man in der Tabelle schnell ein paar Plätze nach oben klettert, wenn es gut läuft, aber man auch schnell abrutscht. In dieser Liga kann jeder jeden schlagen.“
Auch Lehrgeld bezahlt
Einen „riesigen Unterschied“ sieht Frey zwischen der Kreisliga A und der Bezirksliga. Dennoch habe sich die SG Oberreichenbach/Würzbach gut an das höhere Niveau angepasst. „Natürlich haben wir auch Lehrgeld gezahlt. Aber die Jungs haben das Potenzial, sich zu noch weiter zu steigern. Man muss ihnen halt Zeit geben“, betont Frey.
Vor allem offensiv sieht der Trainer die Mannschaft gut aufgestellt. Und das liege nicht nur an Wunderstürmer Marvin Keppler, der in den vergangenen Jahren die Kreisliga A kurz- und kleingeschossen hat. 49 Tore in 29 Spielen machte er in der Saison 2022/23, 43 Tore in 24 Spielen in der Saison 2023/24 und 38 Tore in 24 Spielen in der Saison 2024/25. Aktuell ist er mit zehn Saisontoren zusammen mit Max Keppler abermals bester Torschütze der Spielgemeinschaft. Doch Frey macht deutlich: „Unsere gesamte Offensivreihe ist gefährlich und sehr flexibel.“
Kein Kunstrasen
Jetzt in der Vorbereitung liege der Schwerpunkt daher auf der Defensive und dabei vor allem auf der Optimierung der Anlaufmomente. Frey: „Die Wochen sind vollgepackt mit Trainingseinheiten. Wir müssen wirklich unsere Defensive stabilisieren.“ Ein Problem bereitet jedoch die Sportplatz-Situation, denn in der Gesamtgemeinde Oberreichenbach gibt es keinen einzigen Kunstrasenplatz. Die Rasenplätze des SV Oberreichenbach und des SV Würzbach sind im Winter mitunter nicht benutzbar – und dann muss in der Halle trainiert werden. „Die Vorbereitung ist auch immer ein bisschen eine Lotterie“, ärgert sich Frey.
Drei Testspiele absolviert
Drei Testspiele hat die SG Oberreichenbach/Würzbach bislang bestritten. Los ging es mit einer 1:7-Niederlage gegen den badischen Landesligisten 1. FC Birkenfeld. „Die waren schon zwei Wochen länger als wir in der Vorbereitung. Wir waren zudem personell angeschlagen. Das war für uns somit nur eine erweiterte Trainingseinheit. Ein 1:7 macht mich nicht glücklich, aber das gehört in der Vorbereitung dazu“, sagt Frey über das Spiel und blickt schon einmal voraus: „Birkenfeld hat eine gute Offensive. Genau wie der SV Althengstett, unser erster Gegner nach der Winterpause.“
Es folgte ein 4:3-Sieg gegen den FV Calw aus der Kreisliga A, in dem Frey schon mehr Erkenntnisse gewinnen konnte. „Der FV Calw ist immer ein technisch starker Gegner. Da konnten wir ein paar Dinge einstudieren, gerade das Anlaufen, die nur gegen gute A-Ligisten möglich sind.“ Zuletzt setzte es dann eine weitere 1:7-Testspiel-Niederlage gegen den VfL Herrenberg.
Drei weitere Testspiele stehen noch im Kalender: Am 21. Februar (14 Uhr) kommen die SF Salzstetten, am 28. Februar (15 Uhr) geht es zu den SF Gechingen II und 8. März (14 Uhr) zum VfL Stammheim.
Die Trainersituation
Frey selbst ist seit dieser Saison Cheftrainer der SG Oberreichenbach/Würzbach und war zuvor Co-Trainer unter dem Ende Dezember verstorbenen Jürgen Keppler. „Ich bin ihm für alles sehr dankbar“, sagt Frey. Offiziell wird er zwar noch als Spielertrainer geführt, hat jedoch seit seinem Kreuzbandriss, den er sich 2021 noch in Diensten des 1.FC Altburg zugezogen hat, nicht mehr richtig gespielt. „Als Trainer schaut man halt eher danach, dass die anderen Spieler richtig fit werden“, meint Frey. Nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Realität ist dafür Marvin Stoll spielender Co-Trainer, der aus seiner Zeit beim SV Deckenpfronn noch Bezirksliga-Erfahrung mitbringt. „Ein absoluter Führungsspieler und mein verlängerter Arm auf dem Spielfeld“, sagt Frey.