Mit dem Zusammenschluss des SV Pfrondorf/Mindersbach und der SF Emmingen zur SG Nagold-Nord entstand im Sommer eine neue Mannschaft im Fußballbezirk Nordschwarzwald. Sportlich steht die auf einem Abstiegsplatz in der Kreisliga A. Doch strukturell ist der Klassenerhalt von großer Bedeutung.
„Es ist ein gutes Miteinander. Die Spieler untereinander haben keine Probleme damit“, sagt Kai-Uwe Winkler, Vorsitzender des SV Pfrondorf/Mindersbach, nach dem ersten halben Jahr der SG Nagold-Nord, zu der sich sein Verein mit den SF Emmingen zusammengeschlossen hat. Trainingslager in Kroatien, eine Ski-Ausfahrt, Kabinenfest – viel wurde in den vergangenen Monaten getan, um die beiden Mannschaften zu einer Einheit zusammenzuschweißen.
Auch im Umfeld habe es laut Winkler keine große Kritik an der Fusion gegeben: „Natürlich gibt es Leute, die lieber nur den SV Pfrondorf/Mindersbach oder nur die SF Emmingen auf dem Trikot sehen würden. Aber es ging nicht anders. Irgendwann hätten wir uns sonst gegenseitig die A-Jugend-Spieler weggenommen.“
„Recht durchwachsen“
Sportlich gibt es dagegen noch Verbesserungsbedarf. Durch den vieldiskutierten Aufstieg des SV Pfrondorf/Mindersbach in der Vorsaison startete die SG Nagold-Nord in der Kreisliga A und überwintert dort in der Ost-Staffel auf dem zwölften Tabellenplatz – nominell der Relegationsplatz. Der Abstand zum TSV Haiterbach auf dem vorletzten Rang beträgt nur zwei Punkte. Als „recht durchwachsen“ bezeichnet Winkler daher den bisherigen Saisonverlauf, der von vielen Verletzungen in seiner Mannschaft gekennzeichnet war. „Unser Trainer musste von Sonntag zu Sonntag anders planen. Es stand nie die gleiche Elf auf dem Platz“, erklärt Winkler das Dilemma.
Krass: Mit Justin Nebert (Kreuzband), Florian Shala (Kreuzband) und Michael Chrzanowski (Schulter) wurden gleich drei Spieler der SG Nagold-Nord innerhalb der gleichen Woche operiert. Winkler: „Diese Ausfälle können wir nicht so einfach kompensieren.“
Kritik: Trainingsbeteiligung
Allerdings kritisiert der Vorsitzende des SV Pfrondorf/Mindersbach auch die geringe Trainingsbeteiligung – mit der aus seiner Sicht aber nicht nur die SG Nagold-Nord zu kämpfen habe: „Diese Probleme haben andere Mannschaften auch. Es wird immer schwieriger, weil Fußball bei vielen nicht mehr so im Mittelpunkt steht.“
Zwei neue Gästekabinen
In der ersten Saisonhälfte fanden die Heimspiele der SG Nagold-Nord auf dem Emminger Hochwasen statt, während beim SV Pfrondorf/Mindersbach trainiert wurde. Anders ging es schon allein deshalb nicht, weil auf dem Sportplatz auf der Mindersbacher Höhe Bauarbeiten stattfanden: Zwei neue Umkleidekabinen sind entstanden. Nach der Winterpause wird dann gewechselt, also in Emmingen trainiert und die Heimspiele werden auf der Mindersbacher Höhe ausgetragen. Los geht es für die SG Nagold-Nord mit einer englischen Woche mit zwei Auswärtsspielen beim TSV Haiterbach (9. März) und bei der SG Oberreichenbach/Würzbach (13. März), ehe der VfL Ostelsheim am 16. März die erste Mannschaft ist, die eine der beiden neuen Gästekabinen nutzen darf. Winkler ist überzeugt: „Das müssen zwar die Gastmannschaften beurteilen, aber ich finde, die sind schöner geworden als manch eine Heimkabine.“
Neuer Kunstrasenplatz
Das ist allerdings nicht die einzige Veränderung am Sportplatz, denn die Stadt Nagold hat ein Konzept entwickelt, das zwei neue Kunstrasenplätze im Stadtgebiet vorsieht – einen im Süden und einen im Norden. Während für den Süden der Standort Hochdorf in Betracht gezogen wird, soll es im Norden die Mindersbacher Höhe werden. In Hochdorf stehen zuvor noch bauliche Veränderungen am Sportheim an, ehe dort der Kunstrasen kommen kann, aber auf der Mindersbacher Höhe könnte man schon loslegen – eigentlich. Doch einen konkreten Zeitplan gebe es laut Winkler noch nicht. Nur so viel: „Die Stadt Nagold hat konkrete Vorstellungen.“ Demnach soll nicht der Nebenplatz der Mindersbacher Höhe mit Kunstrasen versehen werden, sondern das Hauptspielfeld – weil das von den Maßen her besser geeignet sei.
Jugend bei Laune halten
Aus struktureller Sicht ist für Winkler der Klassenerhalt in der Kreisliga A aber ohnehin erst einmal wichtiger – denn der Blick richtet sich auf den eigenen Nachwuchs: „Wir müssen unbedingt schauen, dass wir unsere A-Jugend-Spieler bei Laune halten und sie in unsere Mannschaft integrieren. Darum müssen wir einfach schauen, dass wir nicht absteigen.“