Rückraumspieler Paco Barthe kämpft mit der SG BBM Bietigheim um den Aufstieg in die Handball-Bundesliga. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Handball-Zweitligist SG BBM Bietigheim hat seine Aufstiegsambitionen vor dem Spitzenspiel gegen den ASV Hamm-Westfalen mit einem sehr guten Saisonstart untermauert. Seinen Anteil daran hat Kapitän Paco Barthe, ein Mann mit spannender Vita.

Tiefgestapelt wird im Sport oft genug. Paco Barthe hatte schon im Sommer erfrischend offensiv das Saisonziel formuliert: „Wir wollen nicht um irgendwelche Plätze spielen, wir wollen aufsteigen. Wir haben die Mannschaft dafür“, sagte der Kapitän der SG BBM Bietigheim. Nach sieben Spieltagen befindet sich der Handball-Zweitligist mit seinen 12:2 Punkten zumindest auf einem guten Weg. Und es wäre sogar ein sehr guter, wenn an diesem Samstag (18 Uhr/EgeTrans-Arena) mit einem Sieg im Duell gegen den Bundesliga-Absteiger ASV Hamm-Westfalen (14:0 Punkte) die Tabellenspitze übernommen werden könnte. „Wir hatten seit Jahren nicht mehr die Chance, ganz oben zu stehen. Jetzt wollen wir sie nutzen. Denn Erster zu sein, ist immer schön“, sagt Barthe voller Vorfreude.

 

Gejagt wird die SG BBM ohnehin. Denn am Saisonende steigen zwei Teams in die Bundesliga auf. „Wir haben uns entschieden, das klar zu kommunizieren. Das ist vielleicht selten, aber ich glaube, dass man mit so einem Druck umgehen muss, wenn man etwas Großes erreichen will“, betont Barthe ohne in irgendeiner Form überheblich zu wirken.

Chefrolle übernommen

Er selbst spielt eine wichtige Rolle in der Mannschaft von Trainer Iker Romero. Auf und außerhalb des Feldes. Seit 2021 führt der 31-Jährige sein Team als Kapitän an. „Paco ist zur Führungspersönlichkeit gereift und hat die Chefrolle übernommen“, lobt ihn Geschäftsführer Bastian Spahlinger. Genügend erlebt hat der abwehrstarke Rückraumspieler in seinem Handballerleben. Die Vita des Deutsch-Franzosen ist nicht alltäglich.

Dass er in Stuttgart zur Welt kam, war nicht geplant. Doch als seine schwangere deutsche Mutter zu Besuch bei ihrer Familie in Weilimdorf war, kam es zu einer Frühgeburt und Klein-Paco erblickte schon nach sieben Monaten das Licht der Welt. Danach ging es zurück ins französische Hendaye, Barthe spielte in der Jugend bis zur seinem 15. Lebensjahr bei Stade Hendayais. Danach ging es in den direkt an der Grenze gelegenen baskischen Nachbarort Irun. Beim Traditionsclub Bidasoa setzte er drei Jahre im Nachwuchsbereich zum Sprungwurf an, danach noch zwei Spielzeiten in der spanischen zweiten Liga.

Studium in Stuttgart

2012 zog es ihn in seine Geburtsstadt Stuttgart. Dort studierte er Bauingenieurwesen. Die Liebe zum Handball setzte Barthe bei der SG BBM fort, zunächst eineinhalb Jahre in der zweiten Mannschaft, dann in der ersten. Nach dem zweiten Bundesliga-Aufstieg 2018 und dem abgeschlossenen Studium lockte wieder der Reiz der Heimat. In den zwei Jahren bis 2020 feierte der Rechtshänder mit Bidasoa Irun die Vize-Meisterschaft in der spanischen Liga Asobal, die daraus resultierende Teilnahme an der Champions League ist bis heute seine Karrierehighlight.

Diese ganzen Erfahrung bringt er nun schon in seiner vierten Saison wieder bei der SG BBM mit ein. „Im dritten Jahr unter Iker Romero haben wir sein System verinnerlicht, die Automatismen greifen“, sagt Barte und lobt seinen Coach: „Iker ist ein Arbeitstier mit ganz viel Emotionen. Er lebt uns Spielern die 100-Prozent-Handball-Einstellung vor.“ Wohin das führen soll, ist inzwischen hinlänglich bekannt.

DHB-Pokal

Knüller
Die SG BBM Bietigheim empfängt im DHB-Pokal-Achtelfinale am 12. Dezember um 19.30 Uhr den Bundesligisten Füchse Berlin. „Mit den Füchsen empfangen wir eine der weltbesten Mannschaften mit zwei großen Machern und Marken des deutschen Sports: Bob Hanning und Stefan Kretzschmar. Unsere Zuschauer und die Sportstadt BietigheimBissingen dürfen sich auf ein echtes Highlight freuen“, sagt Geschäftsführer Bastian Spahlinger zu dem Knüllerspiel.

Achtelfinale
HSV Hamburg – ThSV Eisenach (12. Dezember, 19 Uhr), SG BBM Bietigheim – Füchse Berlin (12. Dezember, 19.30 Uhr), SC DHfK Leipzig – MT Melsungen (12. Dezember, 20 Uhr), SC Magdeburg – HSG Wetzlar, VfL Eintracht Hagen – TuS N-Lübbecke, TuSEM Essen – Rhein-Neckar Löwen (alle 13. Dezember, 19 Uhr), VfL Gummersbach –Frisch Auf Göppingen (13. Dezember, 19.30 Uhr), SG Flensburg-Handewitt – Bergischer HC (13. Dezember, 20 Uhr).

Fahrplan
Die acht siegreichen Teams ziehen in das Viertelfinale ein, welches am 3./4. Februar 2024 stattfindet. Danach steht fest, welche vier Mannschaften im Final Four 2024 in der Kölner Lanxess-Arena am 13. und 14. April um den Titel kämpfen