Bietigheimer Erfolgsgaranten: Trainer Mayerhoffer (li.), Torjäger Haller Foto: Baumann

Handball-Zweitligist SG BBM Bietigheim kann den Aufstieg in die Bundesliga perfekt machen. Ein Punkt reicht der Mannschaft von Trainer Hartmut Mayerhoffer im vorletzten Saisonspiel gegen den HC Erlangen.

Handball-Zweitligist SG BBM Bietigheim kann den Aufstieg in die Bundesliga perfekt machen. Ein Punkt reicht der Mannschaft von Trainer Hartmut Mayerhoffer im vorletzten Saisonspiel gegen den HC Erlangen.

Bietigheim-Bissingen - Noch wirken beim Zweitligisten SG BBM Bietigheim alle recht entspannt. „Im Moment bin ich ganz ruhig“, sagt der Vorsitzende Claus Stöckle. Und auch Trainer Hartmut Mayerhoffer (44) behauptet: „Mein Puls befindet sich im Normalbereich.“ Um dann schnell hinzuzufügen: „Noch.“ Je näher der kommende Samstag rückt, desto mehr steigt das Fieber. Ein Punkt im vorletzten Saisonspiel (18 Uhr) gegen den Tabellendritten HC Erlangen reicht der zweitplatzierten SG für den Sprung ins Handball-Glück.

Dann kann die Mannschaft selbst bei zwei Siegen des Vierten SC DHfK Leipzig (in Aue und gegen Friesenheim) nicht mehr von Aufstiegsplatz drei verdrängt werden. Die Halle am Viadukt ist mit 1500 Zuschauern längst ausverkauft. Ein Umzug in die 4000 Zuschauer fassende Ege-Trans-Arena wurde im Verein heiß diskutiert, letztendlich entschied man sich für den echten Heimvorteil. Stöckle: „In der Viadukthalle ist die Atmosphäre am prickelndsten. Dort spielen wir seit 30 Jahren.“

Es könnte eine rauschende Abschiedsparty werden. Denn im Fall des Aufstiegs darf dort nicht mehr gespielt werden. Drei Viertel der Spiele würden in der Ludwigsburger MHP-Arena ausgetragen, der Rest in der EgeTrans-Arena in Bietigheim. Doch die Verantwortlichen würden sich lieber die Zunge abbeißen, als jetzt schon von der Bundesliga zu reden. „Ich bitte um Verständnis, aber wir haben noch zwei hammerschwere Spiele vor uns“, sagt Mayerhoffer.

Das letzte am 25. Mai (17 Uhr) beim TV Bittenfeld. Nur so viel lässt sich der gebürtige Rumäne entlocken: „Wenn wir es schaffen, wäre es eine Riesen-Sensation.“ Und der Vorsitzende Stöckle scheut sich nicht, in diesem Fall von einem „Handball-Wunder“ zu sprechen.

Dass der SG-Kader die Qualität hat, um oben mitzuspielen, stand vor der Saison außer Frage. Doch im Dezember begann das Verletzungspech gnadenlos zuzuschlagen. Die Linkshänder Christian Schäfer und Hannes Lindt erlitten Kreuzbandrisse. Im neuen Jahr war dann schnell für Kreisläufer Christian Heuberger, den Neffen von Bundestrainer Martin Heuberger, mit einer Ellbogenverletzung die Saison gelaufen.

Hinzu kam das Aus für Tim Coors (Handbruch), die Alternative im rechten Rückraum zu Lindt. „Unglaublich wie die Mannschaft nach diesen Rückschlägen zusammengerückt ist“, schwärmt Mayerhoffer. Spieler aus der zweiten Reihe wie die Rentschler-Brüder Patrick und Marco nutzten ihre Chance. Zudem packten die Führungsspieler Robin Haller und Timo Salzer noch eine Schippe drauf – und für Stöckle ist ohnehin der Trainer, der vor der Saison vom Drittligisten TSV Friedberg gekommen war, der Erfolgsgarant schlechthin: „Hartmut Mayerhoffer brachte entscheidende Impulse. Er lebt 24 Stunden am Tag Handball.“

Wobei das nicht wörtlich zu nehmen ist. Denn Mayerhoffer ist auch als selbstständiger Vertriebsleiter eines italienischen Rennradherstellers tätig. Zudem hat er eine Ehefrau und zwei Mädchen (sieben und 13 Jahre alt), die in Augsburg leben.

Sein Vertrag bei der SG läuft noch bis 2015. Sollte der Aufstieg gelingen, würde der Etat von einer Million Euro auf rund 1,5 Millionen Euro steigen. Nichts kostet dagegen der Titel Handball-Hauptstadt, den sich Bietigheim dann mit Göppingen und Berlin teilen dürfte: Denn nur Frisch Auf, die Füchse und die SG hätten dann ein Männer- und ein Frauen-Team in der ersten Liga.