Die SF Gechingen (in Schwarz) haben in der Rückrunde der Bezirksliga Nordschwarzwald abgebaut. Foto: Wasserbauer

In den vergangenen Jahren gab es eine klare Hackordnung im Kreis Calw: Der VfL Nagold marschiert voran – und dahinter folgen die SF Gechingen. Das ist jetzt vorbei.

Noch in der Hinrunde der Fußball-Bezirksliga Nordschwarzwald schien alles seinen gewohnten Gang zu gehen: Die SF Gechingen und der TuS Ergenzingen lieferten sich einen Zweikampf um den Meistertitel. Die Sportfreunde hatten als Landesliga-Absteiger hervorragende Karten, den angepeilten sofortigen Wiederaufstieg in die Tat umsetzen – und damit die Nummer 2 im Kreis Calw hinter dem VfL Nagold zu bleiben. Doch dann folgte in der Rückrunde der Einbruch. Den Meistertitel machen an diesem Samstag (15.30 Uhr) der TuS Ergenzingen und die Spvgg Freudenstadt unter sich aus. Aus dem Kreis Calw wird Grün-Weiß Ottenbronn am Ende auf jeden Fall vor den SF Gechingen stehen. Auch der SV Gültlingen ist besser platziert als die Sportfreunde. Und selbst Aufsteiger SV Althengstett könnte sie nach diesem letzten Spieltag noch überholen.

 

Offensiv ausbaufähig

Warum das so ist, erklärt Stephan Funk, Leiter der Fußball-Abteilung der Sportfreunde: „Wir hatten vor der Saison viele gute Abgänge und haben eine sehr junge Mannschaft kreiert. Die hat in der Hinrunde am Maximum und vielleicht sogar über ihrem Limit gespielt. In der Rückrunde sind wir dann schlechter weggekommen als es eigentlich sein müsste.“ Schwäche sei die Offensive, im Spiel nach vorne habe man sich einfach zu schwergetan. Allerdings betont Funk auch: „Mit nur 37 Gegentoren haben wir immer noch die beste Abwehr der Liga.“ Sein Fazit: „Hinten gut, offensiv ausbaufähig.“

Nicht nur SFG I zählt

Keinen Hehl macht der Abteilungsleiter der Sportfreunde daraus, perspektivisch in die Landesliga zurückkehren zu wollen, auch wenn er sagt: „Wir sind eigentlich eine typische Fahrstuhlmannschaft.“ Die Stellung als Nummer 2 im Kreis Calw hinter dem VfL Nagold habe man aus Funks Sicht allerdings nicht abgegeben. „Grün-Weiß Ottenbronn hat eine tolle Saison gespielt. Die haben wahrscheinlich selber nicht damit gerechnet, so weit vorne zu stehen. Sie stehen aber verdient dort. Hut ab! Aber dass das langfristig eine Wachablösung im Kreis Calw ist, sei mal dahingestellt“, sagt Funk. Man dürfe in der Rechnung nämlich nicht nur die erste Mannschaft im Blick haben. Die zweite habe vergangene Saison noch in der Bezirksliga gespielt und liegt jetzt in der Kreisliga A auf dem siebten Tabellenplatz. Und als einziger Verein im Kreis Calw stellen die Gechinger auch eine dritte Mannschaft. Funk: „Wird sind gut aufgestellt. Es zählt nicht nur SFG I.“

Für die kommende Saison formuliert der Abteilungsleiter das Ziel so: „Wir werden wieder Gas geben und wollen einen Tick weiter vorne stehen als jetzt. Man muss den jungen Spielern Zeit geben. Nächste Saison werden sie schon wieder mehr Erfahrung haben.“

SV Gültlingen noch in Sicht

Doch noch haben die Sportfreunde die Möglichkeit, zumindest als drittbester Verein aus dem Kreis Calw die Saison abzuschließen. Voraussetzung ist, an diesem Samstag ausgerechnet gegen die Spvgg Freudenstadt zu gewinnen, während der SV Gültlingen gleichzeitig in Baiersbronn verlieren muss.