Schon wieder gehen die SF Gechingen leer aus. Gegen den SV Zimmer sieht es phasenweise zwar ganz gut aus – bis Leo Benz in der vierten Minute der Nachspielzeit für die Gäste trifft.
SF Gechingen – SV Zimmern 0:1 (0:0). Mit Pascal Buyer als Stoßstürmer, Jonathan Tommasi und Edison Behramaj über die Außenpositionen, dahinter Salvatore Tommasi – so wollte der Gechinger Coach Balazs Venter in der Fußball-Landesliga die starke Abwehr des SV Zimmern um den ehemaligen Regionalligaspieler Leo Benz knacken. Doch in Sachen Torchancen war das Schlusslicht um Meilen von einem Abschluss entfernt. „Man hatte das Gefühl, Zimmern hätte zwei Spieler mehr auf dem Feld“, brachte Domenico Pellino die erste Halbzeit auf den Punkt.
Auf Doppelsechs umgestellt
Allerdings: Die SF Gechingen standen tief, verteidigten leidenschaftlich, so dass die Gäste trotz 80 Prozent Ballbesitz kaum über eine Reihe von Halbchancen hinaus kamen. Schon gar nicht von der Qualität wie sie die Platzherren im zweiten Abschnitt hatten. Denn nach 55. Minuten begann das Spiel zu kippen. Venter hatte auf Doppelsechs umgestellt, seine Elf weiter nach vorne beordert, Marius Bürkle ging in die Außenverteidigung – die neue taktische Ausrichtung brachte den SV Zimmern aus dem Konzept. „Ruhiger aufbauen und dann schneller rausschieben“, forderte Steffen Breinlinger von seinem Team, doch der SVZ-Trainer fand kein Gehör mehr. Die Partie wurde immer hektischer, das Schlusslicht mit jedem gewonnenen Zweikampf stabiler – und kreierte Torchancen.
Klare Rote Karte?
Nach einer Stunde wehrte ein Gästespieler einen Schuss von Jonathan Tommasi für seinen geschlagenen Torhüter Chris Fast ab und der setzte die anschließende Nachschussmöglichkeit über den Kasten. Kurz danach fischte Fast einen Bürkle-Schuss aus dem kurzen Eck. Auf der Gegenseite jagte der eingewechselte Nicolo Ippolito das Leder freistehend über den Kasten. Das hätte die Führung für den SV Zimmern sein müssen. In der nächsten Szene verlangten die SFG-Fans eine Rote Karte gegen Keeper Fast, der außerhalb vom Strafraum Salvatore Tommasi von den Beinen geholt hatte. „Ein klares Foulspiel. Das Tor war leer. Da spielt es auch keine Rolle, dass noch zwei Abwehrspieler mit dran waren“, stellte der anwesende Armin Redzepagic, Trainer des VfL Nagold, als neutraler Zuschauer fest.
„Das war regerecht Wild West“, beschrieb Breinlinger diese Phase und versuchte, mit weiteren Wechseln das Spiel wieder in den Griff zu bekommen. Vergeblich, denn die Sportfreunde waren dran: Jonathan Tommasi über den Kasten, Edison Behramaj mit einer Hundertprozentigen per Nachschuss, dann streifte eine missglückte Flanke von Pascal Buyer den Pfosten. Der Ball wollte einfach nicht ins Tor.
Kopfball nach Freistoß
Und dann bestätigte sich wieder einmal eine alte Fußballweisheit: Wer solche Chancen nicht nutzt, wird bestraft. Die Ausführung oblag Leo Benz, den Breinlinger in der Schlussphase nach vorne beorderte hatte, mit einem platzierten Kopfball nach umstrittenen Freistoß in der Nachspielzeit.