Das einstige ESGE-Maag-Gebäude in der Ebinger Gartenstraße soll zu einem Hotel für Gäste, die länger bleiben, umgebaut werden. Foto: Kistner

Die Pläne, im einstigen ESGE-Maag-Gebäudekomplex in der Ebinger Gartenstraße 35 ein "Ärztehaus" einzuquartieren, sind vom Tisch – jetzt soll dort ein Hotel mit sogenannten "Serviced Apartments" entstehen.

Albstadt-Ebingen - Das entsprechende Baugesuch ist dem Technischen und Umweltausschuss des Albstädter Gemeinderats am Dienstagabend von Thomas Klink vom Stadtbauamt vorgestellt worden. Ein bundesweit tätiger Investor plant, in dem ehemaligen Fabrikkomplex Hotelzimmer für Gäste zu schaffen, die nicht nur für eine oder zwei Nächte, sondern mehrere Wochen lang in Albstadt bleiben wollen – Geschäftsreisende zum Beispiel oder Handwerker auf Montage. Sie benötigten zwar keine ganze Wohnung, wünschen aber doch eine Bleibe, deren Ausstattung, die über das Angebot eines Hotelzimmers mit Nachttisch, Fernseher, Minibar und Frühstück am Morgen hinausgeht – eine löffelfertige" Absteige, in der man sich eine Mahlzeit zubereiten und zu sich nehmen und in der man sich für die Dauer seines Aufenthalts mehr oder weniger "wie zu Hause" fühlen kann. "Mehr Flexibilisierung" – so lautet laut Thomas Klink die Devise.

Die Planung, die der Stadt Albstadt vorliegt, sieht 48 Apartments mit 88 Betten vor, dazu auf einer Fläche von insgesamt 155 Quadratmetern eine Bäckerei mit Café und Außengastronomie, einen 65 Quadratmeter großen Bikeshop und dazu auf weiteren 160 Quadratmetern einen Mehrzweckraum mit Fitness-, und Saunaangebot. Parken müssen die Gäste auch können; es sollen 42 Autostellplätze und 39 Abstellplätze für Fahrräder ausgewiesen werden.

Umfangreiche Umbauten erforderlich

Natürlich wird die Umnutzung des ESGE-Maag-Gebäudes umfangreiche Umbauten erfordern, eine Aufgabe, die nicht ganz ohne ist, denn die alte Backsteinfabrik steht ja unter Denkmalschutz. Dessen Anforderungen werden die bestehenden Überdachungen der Innenhofzwischenräume schon heute nicht gerecht; sie werden daher ebenso entfernt wie der nachträglich eingebaute Aufzug. Erhalten bleiben dagegen Kamin und Kesselhaus; letzteres soll die erwähnte Bäckerei und das Café aufnehmen. Auf der Nordseite des Hauses, in der Gartenstraße, wird der ursprüngliche Eingangsbereich wieder hergestellt. Die Verkehrserschließung soll künftig von Süden, also von der Poststraße aus erfolgen; wer das Gelände verlassen will, nimmt den Weg über die Gartenstraße.

Die Ausschussmitglieder nahmen Klinks Ausführungen kommentarlos zur Kenntnis, mit Ausnahme von Martin Frohme von der SPD, der wissen wollte, ob die Pläne für ein Ärztehaus denn jetzt Makulatur seien. Das sind sie, versicherte Baubürgermeister Udo Hollauer – Schnee von gestern.