Schnelle Entscheidung: Der Turnverein Villingen hat jetzt am Hubenloch eine Corona-Teststation (von links) eröffnet: Lilli Noll (FSJ), Manfred Herzner, Sven Kieninger, Carla Bahnmüller (FSJ) und Sarah Schilling. Foto: Heinig

Schnell und unbürokratisch – so reagierte der Turnverein Villingen (TVV) auf das Testproblem von Grundschulkindern, über das der Schwarzwälder Bote berichtet hatte. Das Vereinsheim am Hubenloch ist jetzt auch Teststation.

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VS-Villingen - Seit Montag ist nach der neuesten Corona-Verordnung Vereinssport im Freien wieder möglich, vorausgesetzt, es liegt ein negatives Testergebnis vor, das nicht älter als 24 Stunden sein darf. Wie berichtet, verfügen sechs- bis zwölfjährige Grundschulkinder, obwohl sie sich morgens vor jedem Schulbesuch unter Aufsicht der Eltern selbst zu Hause testen müssen, im Gegensatz zu Schülern an weiterführenden Schulen nicht über ein anerkanntes Dokument. Wollen sie ab Montag nach dem Unterricht ihren Sportverein besuchen, müssen sie sich noch einmal testen lassen.

"Bei uns stand deshalb seit Montag das Telefon nicht mehr still", sagt TVV-Geschäftsführer Sven Kieninger. Verärgerte und verzweifelte Eltern riefen an und machten ihren Unmut darüber Luft, dass ihren Kindern auf diese Weise die nach langer Zwangspause ersehnte Teilnahme an gemeinsamer Bewegung erschwert werde.

Kritik an der Stadt

Ganz schnell entschied die Vereinsführung daher, selbst Testmöglichkeiten zu schaffen. Jetzt können alle Vereinsmitglieder – nicht nur die Kinder – im Vereinsheim einen überwachten Selbsttest durchführen und erhalten bei negativem Ergebnis eine Bescheinigung, die ihnen nicht nur die Sportstunde ermöglicht, sondern einen Tag lang Gültigkeit in allen weiteren Bereichen des gesellschaftlichen Lebens mit Testpflicht hat. Die dafür notwendigen Test-Kits müssen selbst mitgebracht werden. Ausnahme bilden Familien mit drei und mehr Kindern: "Ab dem dritten Kind übernehmen wir die Kosten für den Selbsttest", kündigt Manfred Herzner an und wünscht sich dafür Sponsoren.

Der vorbildliche Einsatz des größten Sportvereins der Stadt hat einen bitteren Beigeschmack. Ein flächendeckendes Testkonzept für Schulen und Vereine nach Ende des Lockdowns – das habe er bei der Stadt als Schulträger und "Modellstadt", die sie sein wolle, schon seit Ende April angeregt, sagt Sven Kieninger. Geschehen sei – nichts. "Die Verwaltungsspitze beschäftigt sich dafür lieber mit der Erhöhung von Hallengebühren", so Kieninger, "da scheinen die Prioritäten verrutscht zu sein".

In die Halle ab 21. Juni

Ab dem 21. Juni wird – Stand heute – beim Turnverein auch der Hallensport wieder aufgenommen. Rund 80 Prozent aller Angebote werden dann wieder durchgeführt – welche das sind, zeigt die Homepage www.tvvillingen.de. Die Vereinsführung rechnet mit einer Testpflicht bis zu den Sommerferien, auch wenn die Inzidenzzahlen weiter sinken.

So lange hofft sie ihre Teststation aber nicht aufrechterhalten zu müssen und setzt darauf, dass für die Grundschulen schnell Lösungen gefunden werden. Bis dahin tun die sechs dafür ausgebildeten Tester Sarah Schilling, Lilli Noll, Carla Bahnmüller, Daniela Wagner, Lucia Merz und Sven Kieninger ihren ehrenamtlichen Dienst an allen Vereinsmitgliedern, die sich auf das Coronavirus testen lassen wollen.

Die Teststation am Vereinsheim des Turnvereins Villingen auf dem Hubenloch steht allen Vereinsmitgliedern ohne Anmeldung jeweils montags bis donnerstags von 13 bis 17 Uhr und freitags von 11 bis 15 Uhr offen. Die vielerorts zu erwerbenden Selbsttests sind mitzubringen.

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