Büroarbeit statt Konfirmandenfreizeit. Die evangelische Distriktjugendreferentin Yvonne Skerhut hält mit "ihren" Jugendlichen telefonisch oder per Mail Kontakt.  Foto: Künstel Foto: Schwarzwälder Bote

Mein Coronajahr: Evangelische Distriktjugendreferentin Yvonne Skerhut: Kontakthalten ist oberstes Gebot

Der Jugendarbeit im Evangelischen Kirchendistrikt Rottweil gilt ihre ganze Leidenschaft. Doch nun haben die Pandemie und die damit verbundenen Vorschriften Yvonne Skerhut in ihrem Tun ausgebremst. Seit mehr als einem Jahr.

Rottweil. "Im Absagen die Hoffnung zu behalten, das fällt mir zunehmend schwerer", gibt sie im Gespräch zu. Und es ist ihr leicht anzumerken, dass ihr die Jugendlichen, die gemeinsamen Aktivitäten und der Austausch fehlen. "In diesen Zeiten ist es ja gerade auch für die Jugendlichen wichtig, in Kontakt zu bleiben und gemeinsam etwas zu unternehmen. Ich wünsche es mir für die Jugendlichen so sehr, dass wir uns bald wieder treffen dürfen", sagt sie.

Konfirmandenwochenenden, Kanu- oder Sommerfreizeiten, Jugend-Café, Jugendtreff – normalerweise ist der Terminkalender von Yvonne Skerhut gut gefüllt, doch zurzeit ist vieles wieder durchgestrichen.

Abgesagt. Sie hat die große Befürchtung, dass den jungen Menschen ohne die Gemeinschaft und die Gemeinschaftserlebnisse und den Austausch gerade in diesen besonderen Zeiten ganz viel Wichtiges fehle. "Wenigstens im Gottesdienst konnte man sich noch persönlich treffen", freut sie sich. Aber mehr eben nicht.

Wer Yvonne Skerhut kennt, der weiß, dass sie die Hoffnung nicht so schnell aufgibt oder gar den Kopf in den Sand steckt. Im Gegenteil. "Es wird geplant. Das Sommerprogramm steht bereits. Es muss ja schließlich auch eine Perspektive geben und etwas, worauf man sich freuen kann."

Mit einem Newsletter werden alle auf dem Laufenden gehalten

Momentan findet der Großteil ihrer Arbeit am Schreibtisch in ihrem Büro statt. Das Wichtigste: "Immer die neuesten Infos zu bekommen, was gerade möglich ist", sagt sie und informiert, dass das Landesjugendwerk im ständigen Kontakt mit dem Sozialministerium stehe, "um zusammen mit anderen Freien Trägern im Bereich ›Außerschulische Kinder- und Jugendbildung‹ immer wieder die Kinder und Jugendlichen ins Blickfeld zu rücken, damit diese nicht vergessen werden. Es konnten daher schon einige Sonderregelungen auf den Weg gebracht werden", freut sie sich.

Eine große Herausforderung stellen die geplanten Sommerfreizeiten dar. "Die Evangelische Jugendarbeit möchte hier ein verlässlicher Partner sein. "Zusammen mit Bezirks- und Landesjugendwerk wird weiterhin professionelle Freizeitarbeit auch unter den gegebenen Bedingungen geleistet", so Skerhut.

Infos und News dazu gibt es unter www.ejw-rw.de. Onlinetreffen sind für Yvonne Skerhut keine gute Alternative. "Die Jugendarbeit lebt von Präsenz und Gemeinschaft", sagt sie. Auch wenn die Welt der Jugendlichen zwischenzeitlich digital sei, wolle sie nicht bei all dem Online-Schooling auch noch Online-Freizeitangebote machen. Eigentlich. Doch manchmal ist online halt doch besser als gar nichts und so gab es erst kürzlich einen Online-Bibel-Aktionstag und freitags gibt es bis zu den Pfingstferien einen Onlinechat, bei dem sich ehrenamtliche Helfer "treffen" können.

Doch das sei nicht das, was Jugendarbeit ausmache, macht Skerhut deutlich. Kontakt zu den Jugendlichen zu halten, steht ganz oben auf ihrer Agenda – sei es per Telefon oder einem Spaziergang zu zweit. Einen Newsletter gibt es nun ebenfalls, "damit alle auf dem Laufenden bleiben", so die Jugendreferentin, die hofft, dass freizeitpädagogische Angebote für Jugendliche bald wieder stattfinden dürfen. Die Planung steht ja bereits.

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