Edgar Emter (links) war einer der Interviewpartner von Sonja Schrecklein. An seiner Tankstelle ist immer Betrieb, auch Franz Reuter tankt seinen Traktor dort immer voll. Foto: Dold

Lauterbach hat Potenzial fürs Fernsehen: Das hat auch SWR-Ikone Sonja Faber-Schrecklein erkannt – und sich auf den Weg in den Schwarzwald gemacht. Ab Montag, 4. Oktober, wird nun im SWR eine vierteilige Reihe ausgestrahlt, die es in sich haben dürfte.

Lauterbach - Von Montag bis Donnerstag geht es jeweils von 18.45 bis 19.30 Uhr im SWR-Fernsehen um Lauterbach. Anschließend werden die Beiträge auch in der ARD-Mediathek zu sehen sein.

Anlass für die Sendereihe war übrigens ein Artikel der FAZ über das sterbende Dorf Lauterbach. Junge Menschen verlassen den Ort, wenige Familien ziehen nach Lauterbach, hieß es dort. Faber-Schrecklein wollte den Dingen auf den Grund gehen und prüfen, ob es Hoffnungen auf eine Wende gebe und welche Potenziale Lauterbach hat.

Hier gibt es schon einmal einen Vorgeschmack auf die einzelnen Sendungen:

Montag, 4. Oktober: Sabine Klein-Hermelbracht erzählt von ihrem Lebensmittelgeschäft "Kleins Landmarkt", den sie mit Leidenschaft und Engagement betreibt. Dort kaufen die Lauterbacher nicht nur ein, sondern tauschen sich aus, stellte die Reporterin fest.

Dienstag, 5. Oktober: In dieser Sendung erklärt Sonja Rajsp, was es mit dem Begegnungsrestaurant "Aladin und Frieda" auf sich hat, das arabische und Schwarzwälder Küche kombiniert und nach der Flüchtlingswelle 2015 gegründet wurde. Sonja Rajsp erklärt auch, warum sie entgegen des Trends von München nach Lauterbach gezogen ist.

Mittwoch, 6. Oktober: Früher war die Volksbank mitten im Dorf angesiedelt, nun ist dort die Firma DMT creaktiv tätig. Ingenieure und Mechaniker arbeiten an Aufträgen von großen und kleinen Unternehmen und zeigen, dass ein innovatives Start-Up auch in einer kleinen Schwarzwaldgemeinde erfolgreich sein kann.

Donnerstag, 7. Oktober:  Zum krönenden Abschluss war Sonja Faber-Schrecklein auch bei der Tankstelle von Edgar Emter. Logisch – dort gab es viel zu erfahren. "Die Wichtigsten von Lauterbach waren gerade an dem Tag zum Tanken da", feixt Edgar Emter. Gemeinsam wurde im Adler zu Mittag gegessen. "Die Maultaschen haben ihr geschmeckt", sagt Emter. Allerdings habe die Reporterin einen Rüffel von ihm gekriegt, weil sie in St. Roman und nicht auf dem Fohrenbühl übernachtete.

"Aus dem Ruhrgebiet kamen ganze Busse"

Zudem erfuhr sie von Emter von den goldenen Lauterbacher Zeiten, als 150.000 Übernachtungen von Urlaubern gezählt wurden. "Aus dem Ruhrgebiet kamen ganze Busse", erzählt Emter mit leuchtenden Augen. Unter anderem habe es im "Haus Berlin", "Holzschuh" und "Tannenhof" gebrummt. Zudem gab es 18 Wirtschaften im Ort. Der größte Fehler laut Emter sei es gewesen, dass die Firma Herzog nicht habe bauen dürfen und deswegen nach Sulgen ging. Heute kämen vor allem deswegen viele Menschen nach Lauterbach, weil laut Navi die beste Strecke von Freiburg zur A 81 über Lauterbach führe.

Er möchte seine Tankstelle noch ein bis zwei Jahre betreiben, dann plant er seinen Ruhestand. "Schließlich bin ich jeden Tag zwölf Stunden da und hatte seit 20 Jahren keinen Urlaub mehr", sagt er.

Was er sonst noch alles zu berichten hat, wird an diesem Tag zu sehen sein. Übrigens: Edgar Emter ist nicht zum ersten Mal auf großer Bühne zu sehen. Im Oktober 2000 wurde ihm eine Seite im Nachrichtenmagazin Spiegel gewidmet. Damals erzählte er dem Blatt, was er von der deutschen Wiedervereinigung hielt.

Sonja Faber-Schrecklein jedenfalls hat zu Lauterbach verlauten lassen: "Ich habe hier tolle Menschen kennengelernt", sagte sie und düste mit ihrem Mini winkend davon. Zu Besuch war sie auch auf der Alpaka-Farm. Die Motorradgruppe hätte sie gerne interviewt, doch diese war schon auf einer Ausfahrt an den Kaiserstuhl.