Redakteur Jonas Köhler bereitet sich auf einen Zehn-Kilometer-Lauf vor. Foto: Goltz

Ob Mammutmarsch, Jogging-Erfolge oder Schwarzwaldwanderung: Unsere Redakteure haben sich für den Sommer viel vorgenommen. Das Ziel von Jonas Köhler: Zehn Kilometer joggen beim Seelbacher Sonnwendlauf.

Drei Jahre ist es schon her, dass ich regelmäßig joggen war. Mein Ziel damals: fit werden und mich an einen Zehn-Kilometer-Lauf wagen.

Doch aus verschiedenen Gründen ist nichts daraus geworden. Das wurmt mich heute noch. In diesem Sommer will ich es aber nachholen und die zehn Kilometer beim Sonnwendlauf in Seelbach am 23. Juni absolvieren.

Gemeinsam mit meinen Kollegen stelle ich im Rahmen einer Serie in meine Erfahrungen vor.

20. Juni: Die Nervosität steigt täglich

Noch drei Arbeitstage, zwei Nächte und eine Trainingseinheit gilt es zu bewältigen, dann stehe ich beim Seelbacher Sonnwendlauf an der Startlinie. Ob ich die zehn Kilometer schaffe?

Ich denke schon. Zwar musste am Montag die Trainingseinheit ausfallen – aufgrund des Brandes im Europa-Park war nicht Ausdauer in den Beinen sondern Ausdauer vor dem Arbeitsbildschirm gefragt – aber ich bin dennoch gut im Training. Vergangene Woche konnte ich spontan eine Acht-Kilometer-Einheit auf mehr als neun verlängern. Ich war einfach im Flow. Doch mit der Zeit bin ich immer noch nicht zufrieden.

Mein Kopf sagt mir, es reicht völlig aus, ins Ziel zu kommen, mein Ehrgeiz sagt mir, ich soll doch versuchen, möglichst viele Leute hinter mir zu lassen.  Immerhin weiß ich schon, dass ich Unterstützung vom Streckenrand bekomme. Darauf freue ich mich sehr und das wird mir auch sehr helfen, mich am Anfang zu zügeln, in der Mitte in den Flow zu kommen und mich am Ende zu quälen. 

13. Juni: Jedes Mal ein anderer Gegner

Mein Trainingsprogramm ähnelt einem Videospiel. Der Seelbacher Sonnwendlauf kommt immer näher und der große Endgegner – die Zehn-Kilometer-Strecke – lauert schon. Wie ich festgestellt habe, gilt es  aber auch zuvor schon, verschiedene  Level zu meistern und darin die jeweiligen  Gegner zu besiegen. Dazu braucht es die richtige Taktik.

Level eins: der Schweinehund. Ein strenger Trainingsplan – überwacht durch meine Freundin – hilft mir, regelmäßig zu trainieren. Level zwei: die Beine. Die wurden in der Vergangenheit schnell schwer, doch nach einigen Übungseinheiten läuft es sich schon viel besser. Level drei: die Hitze. Am Sonntag mittags durch die Sonne joggen zu gehen, war keine gute Idee. Ich muss mich abends aufraffen und dann möglichst schattige Routen wählen.

Diese drei Gegner sind schon besiegt, was noch fehlt ist Level vier: die Zeit. Ich würde gerne noch etwas schneller werden auf die Distanz. Erst dann fühle ich mich für den Endgegner am 23. Juni gut genug gerüstet. 

6. Juni: Rückschläge und Fortschritte

Zunächst die gute Nachricht: Meinen Schweinehund habe ich inzwischen einigermaßen im Griff. Ich trainiere immer häufiger. Die schlechte: Zur Distanz von zehn Kilometer fehlt noch einiges. Und der Seelbacher Sonnwendlauf rückt immer näher.

Ein Tag wie der vergangene Pfingstmontag bereitet mir dabei Sorgen. Sieben Kilometer hatte ich mir vorgenommen, nach vier wurden die Beine buchstäblich so schwer, dass ich nicht mehr konnte. Mit kurzen Jogg-Intervallen lief ich den Rest nach Hause.

Zwei Tage später jedoch standen fünf Kilometer auf dem Trainingsplan und das klappte extrem gut. Vielleicht läuft’s abends tatsächlich besser. Ich behalte das im Blick.

Am Wochenende war aufgrund einer Hochzeitseinladung Trainingspause. Nach Stunden auf der Tanzfläche taten die Füße trotzdem weh. Vielleicht lasse ich das dann mal gelten. 

26. Mai: Immer dieser Schweinehund

Puh, da habe ich mir ganz schön viel vorgenommen. Noch sind es vier Wochen bis zum Sonnwendlauf in Seelbach, aber um die zehn Kilometer locker flockig joggen zu können, ist es auch noch ein weiter Weg.

Es wird wohl ein Kampf werden. Vor allem gegen mich selbst. An der Ausrüstung sollte es nicht scheitern. Ich habe mir eine Bauchtasche für Handy und Schlüssel sowie Bluetooth-Kopfhörer für Unterhaltung besorgt.

Trotzdem kostet mich Joggen gehen noch Überwindung. „Geh doch morgens vor der Arbeit“, haben mir einige gesagt. Doch ich schlafe gerne lang. „Geh doch abends nach der Arbeit“, sagten andere. Ja, das habe ich auch vor. Doch wenn man einmal sich hingesetzt hat, steht man nur schwer wieder auf.

Nicht falsch verstehen, ich war schon einige Male unterwegs. Aber der Schweinehund siegt noch deutlich zu oft.