Tim Grüner kommt frei zum Wurf, doch Nationaltorhüter Andreas Wolff parierte auch diesen Versuch. Der HBW forderte dem Favoriten am Mittwochabend alles ab. Foto: Kara

Das war stark: Auch wenn es am Ende nicht für den großen Coup gereicht hat, die „Gallier“ machen es dem THW Kiel im Achtelfinale des DHB-Pokals schwer. Am Ende heißt es 36:41.

Ein Hauch von Köln wehte am Mittwochabend durch die ausverkaufte Mey Generalbau Arena. Erstmals seit dem famosen Sieg gegen die Rhein-Neckar Löwen beim „Final Four“ in Köln trafen die „Gallier“ in einem Pflichtspiel wieder auf einen Bundesligisten. Dieser war mit dem THW-Kiel um Nationaltorwart Andreas Wolff nicht minder prominent.

 

Und was das Team von Matti Flohr am Mittwochabend auf die „Platte“ brachte, erinnerte stark an die Heldentaten aus der Kölner Lanxess-Arena. 21:17 hatten die Kieler zur Pause geführt, konnten sich in der Anfangsphase vor allem auf Wolff und in der Offensive auf ihre Ausnahmekönner Eric Johansson und Harald Reinkind verlassen.

Ganz starke HBW-Phase

Doch der HBW kam furios aus der Pause, nach 38 Minuten stand es plötzlich schon 25:25. Sascha Pfattheicher hatte drei Tore in Serie erzielt, zudem wurde Jung-Keeper Magnus Bierfreund gegen seinen Ex-Club zum wichtigen Faktor. Es kam noch besser: Vier Minuten später lagen die Hausherren nach einem Raguse-Tor mit 28:26 in Front, die Halle explodierte förmlich.

THW Kiel kommt zurück

Angetrieben von der individuellen Qualität und der Angst vor einer Pokalblamage kamen die Kieler dann immer wieder besser ins Spiel. Ärgerlich: Die Unparteiischen Thomas Kern und Thorsten Kuschel waren in dieser Phase wahrlich keine „Heim-Schiedsrichter“. Flohr sah wegen starken Protesten die Gelbe Karte.

Vier Tore in Folge sorgten wiederum für eine 30:28-Führung der Kieler (45.). Elias Ellefsen á Skipagøtu war nun der Schlüssel im Angriffsspiel des Bundesligisten. Als dann auch noch Wolff eine freie Wurfmöglichkeit durch Tim Grüner von Linksaußen entschärfte, und wieder Bence Imre traf, war der Traum von der Sensation in weite Ferne gerückt – es stand 30:34 (49.).

Die Sensation bleibt aus

Doch aufgeben war für den HBW selbstredend keine Option, Heinzelmann verkürzte mit seinem achten Treffer auf 33:36 (53.). Kiel spielte die Partie aber abgezockt zu Ende und ließ nicht mehr die ganz große Spannung aufkommen: Ein Highlight gab es für Youngster Mischa Locher, der auf 34:38 verkürzte (56.). Wenig später knackte Kiel durch Rune Dahmke die Marke von 40 Treffern.

Passend zum anfangs angesprochenen Motto „Köln“ spielte der Hallen-DJ in einer Pause kurz vor Schluss den Song „Kölsche Jung“. Bis zum Schluss gaben die „Gallier“ keinen Ball verloren, blieben in der Offensive mutig und konnten am Ende mit einer Prise Stolz auf den Endstand von 36:41 blicken, auch wenn die Pokalreise in der Spielzeit 2025/26 damit im Achtelfinale endet.

HBW Balingen-Weilstetten: Kornecki, Bierfreund; Locher, Raguse, Strobel, Grüner, Wente, Bänsch, Fügel , Flad, Heinzelmann , Pfattheicher, Dayan, Leimeter, Pöhle, Bauer.

THW Kiel: Hanns, Wolff; Duvnjak, Reinkind, Landin Jacobsen, Benett Dahmke, Laube, Johansson, Ankermann, Dahmke, Zerbe, Bilyk, Imre, Nacinovic, Skipagøtu.