Riesenjubel bei den Spielern des SC Lahr: Nach vier Halbfinalteilnahmen hat es der Verein nun ins Pokalfinale geschafft. Foto: Bender

Der Verbandsligist feiert seinen größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Die Gastgeber warfen den Titelverteidiger krachend aus dem Wettbewerb. Jetzt will die Schröder-Elf im Endspiel nach dem Titel greifen.

Südbadischer Pokal, Halbfinale: SC Lahr – SV Oberachern 5:0 (2:0). Für den SC Lahr war es das wichtigste Spiel der Saison. Noch nie in der Vereinsgeschichte wurde das Finale des Südbadischen Pokals (SBFV-Pokal) erreicht. Am Mittwochabend sollte sich das ändern. Mit einem Kantersieg gegen den SV Oberachern schoss sich der SC ins Endspiel.

 

Schon vor Anpfiff war das Stadion an der Dammenmühle voll besetzt. Geschätzt knapp 1000 Fußballfans verfolgten das packende Halbfinale – unter ihnen auch zahlreiche angereiste Anhänger des SV Oberachern. In den ersten Minuten sahen die Zuschauer eine konzentriert aufspielende Gästemannschaft, die jedoch keine ernsthaften Torchancen herausspielte.

Auch die ersten Ecken für die SV-Elf brachten nichts ein. Lahr brauchte einige Minuten, passte sich dann aber an das Oberacherner Spiel an. Das Auftreten der Elf von Trainer Sascha Schröder wirkte trotz der gelegentlichen zu einfachen Ballverluste immer stabiler. Wer befürchtete einen passiven Außenseiter zu sehen, wurde eines Besseren belehrt.

Der SC passt sein Spiel schnell an

Lahr spielte nach vorne – und sich immer mehr Möglichkeiten heraus. Ein erstes Ausrufezeichen setzte Toptorschütze und Kapitän Konstantin Fries. Ein Kopfball der Nummer 7 verfehlte das Oberacherner Gehäuse knapp. Ein Weckruf für den Favoriten und Titelverteidiger? Der Oberligist versuchte Druck aufzubauen, was den Gastgebern aber auch Platz zum Kontern gab. In der 35. Spielminute gelang dem SCL dann tatsächlich das 1:0, Fries traf mit einem sehenswerten Schuss aus etwa 20 Metern ins kurze Eck. SV-Keeper Mark Redel hatte keine Chance, an den ideal platzierten Ball zu kommen.

Die Lahrer Führung hatte sich angedeutet. Kurz zuvor war Violand Kerellaj erst vom Oberacherner Torhüter gestoppt worden. Die Schröder-Elf blieb bei ihrer Strategie und spielte weiter nach vorne, nahm jeden Zweikampf an. Die Belohnung: In Minute 45 setzte sich Adriano Spoth ab und durchbrach nach genauem Zuspiel die SV-Abwehr. Der Lahrer war zu schnell für zwei SVO-Verteidiger, umkurvte Keeper Redel und schob ins Tor ein.

Blitzschnelle Konter gegen überforderte Oberacherner

Der Jubel auf den Rängen kurz vor dem Ende der ersten Hälfte war groß. Einziger Wermutstropfen: Kerellaj musste verletzt vom Feld getragen werden. Offensivkraft Mick Keita ersetzte Lahrs Nummer 21. Nach zehn Minuten Nachspielzeit und einer Glanzparade Eugen Sokolovs fiel der Pausenpfiff.

In Hälfte zwei machte der SCL dort weiter, wo er in Halbzeit eins aufgehört hatte. Konzentriert und energisch verteidigen, gleichzeitig auf Kontermöglichkeiten lauern. Der Titelverteidiger war weit von der Leistung eines Oberligisten entfernt. Wenn Oberachern in die Nähe des SC-Tors kam, scheiterte die Elf stets am herausragend spielenden Sokolov im Tor.

Der SVO bricht in Halbzeit zwei ein

In Spielminute 70 knackte der SC die überforderten Oberacherner endgültig. Ein blitzsauberer Konter warf den SVO aus der Bahn: Pedro Allgaier sprintete mit einem Solo über knapp 30 Meter nach vorne und spielte den Ball perfekt in den Lauf des pfeilschnellen Adriano Spoth, der vor dem Keeper erneut eiskalt blieb – 3:0. Kurz darauf verabschiedete sich der Doppeltorschütze unter Jubel vom Platz.

Der SC wollte sich mit der 3:0-Führung noch nicht zufrieden geben – und der SVO lud zum Toreschießen ein. Nur fünf Minuten später erzielte der eingewechselte Keita nach Vorlage von Allgaier Tor Nummer vier. Die Partie war zu diesem Zeitpunkt zwar schon entschieden, Keita legte aber noch einmal nach: Ein Missverständnis in der Hintermannschaft des SVO nutzte er zum 5:0-Endstand. Der größte Erfolg der Vereinsgeschichte des SC Lahr war besiegelt.

Die Stimmen zum Spiel

Sascha Schröder, Trainer SC Lahr:
 „Ich habe der Mannschaft vor dem Spiel gesagt, dass hier und heute etwas entstehen kann. Sie hat einfach fantastisch gespielt. Entscheidend war das 3:0, das war wie eine Erlösung für uns. Im Finale wünsche ich mir den FC Teningen. Aber jetzt wird erstmal richtig gefeiert.“

Frank Müller, Vorsitzender SC Lahr:
 „Ein tolles Spiel mit einem unerwarteten Ausgang. In der ersten Halbzeit war es noch ausgeglichen, in der zweiten haben die Jungs das Ding souverän zu Ende gespielt. Einfach phänomenal! Nach vier Halbfinals stehen wir endlich im Pokalendspiel. Jetzt wollen wir das Ding auch holen!“ Fabian Himmel, Trainer SV Oberachern:
 „Glückwunsch an den SC Lahr zum verdienten Einzug ins Finale – und dort alles Gute. Ich schäme mich vor den Fans für die Leistung, die wir abgeliefert haben. Ich übernehme die volle Verantwortung. Der Stachel sitzt tief.“