Gut eingefügt hat sich das ASB-Seniorenzentrum „Sonneninsel“ in der Gemeinde Dobel – sowohl was das Gebäude betrifft, aber auch die Bewohner. Foto: Gegenheimer

Das ASB-Seniorenzentrum „Sonneninsel“ gibt es mittlerweile seit zweieinhalb Jahren. Ein großer Pluspunkt ist die Lage.

Gut integriert im Ort und gut verzahnt miteinander sind die drei Säulen des ASB Seniorenzentrums „Sonneninsel“ in Dobel, wie beim zünftigen Weißwurstfrühstück der Bewohnerinnen und Bewohner des Betreuten Wohnens vorige Woche in den Räumlichkeiten der Tagesbetreuung zu erleben war.

 

Freundliches Personal

Originaltöne „Zweimal die Woche komme ich regelmäßig hier herunter“, erzählt Franz-Josef Rademacher, rüstiger 94-Jähriger, der sich in seiner Wohnung im zweiten Obergeschoss sehr wohl fühlt: „Ursprünglich komme ich aus Westfalen. Aber hier sind die Kinder in der Nähe. Und Kontakt zu anderen Bewohnern habe ich auch. Zweimal die Woche komme ich herunter in die Tagesbetreuung. Da habe ich Unterhaltung, kann auch mitessen.“

Essen aus dem Haus bestellt er sich auch ab und zu in seine Wohnung. Das Personal sei besonders freundlich – sie nähmen es auch nicht übel, wenn er sie manchmal ein bisschen foppe mit seinen Scherzen, grinst der 94-Jährige.

Verantwortlich fürs Betreute Wohnen ist Ulrike Badouin, und täglich schaut jemand aus ihrem Team in den 13 Wohnungen vorbei, ob alles in Ordnung ist. So wie bei Lore Pfeiffer, die mit ihren 92 Jahren ebenfalls in einer der Wohnungen lebt. Sie kommt ganz aus der Nähe, aus Neusatz, das große Haus dort war alleine eine zu große Herausforderung: „Aber fürs Altersheim bin ich zu fit!“

Sonne genießen

Also hat sie sich vor zweieinhalb Jahren gemeinsam mit ihren Kindern die zu mietenden Wohnungen im ASB Seniorenzentrum angeschaut und dafür entschieden. Einkäufe und Fahrten erledigt die Tochter. „Mit meiner Wohnungsnachbarin gegenüber habe ich eine sehr gute Gemeinschaft. Wir haben schon zusammen Leberspätzle für uns zubereitet!“ Und eine weitere Bewohnerin schwärmt von der Dachterrasse im Sommer: „Dort treffen wir uns und genießen die Sonne.“

Veranstaltung Wenn einmal im Monat eine Veranstaltung, etwa ein Musiknachmittag, stattfindet, sind Bewohner aus allen Bereichen dazu willkommen.

Genutzt wird der große Raum der Tagesbetreuung. Das Tagesbetreuungsangebot selbst gibt es derzeit von Montag bis Donnerstag. Es wird dabei von vier bis neun Personen genutzt, die auf 8 Uhr geholt und um 16.30 Uhr heimgebracht werden. „Wir haben noch Luft nach oben, was die Gästezahl betrifft. Die meisten“, erklärt Veronika Kruppa, Einrichtungsleitung, „nutzen das Angebot zweimal wöchentlich. Damit ist der Betrag ausgeschöpft, den die Pflegeversicherung erstattet.“

Munteres Miteinander beim Weißwurstfrühstück der Mieter aus dem Betreuten Wohnen im ASB-Seniorenzentrum. Bedient und versorgt werden sie hier von Ulrike Badouin (rechts) und Nicole Munisi (stehend dahinter). Foto: Gegenheimer

Der Pflegebereich 30 Jahre ist der ASB bereits mit einer Pflegeeinrichtung auf dem Dobel. Die Finanzen spielen für ältere Menschen und ihre Angehörigen zunehmend eine Rolle, weiß Melanie Lausegger, Geschäftsführerin des ASB Nordschwarzwald.

Der Anteil etwa der reinen Sozialhilfeempfänger im Pflegebereich mit 60 Betten steigt. Hohe Personalkosten seien ein Faktor. Doch gutes Personal und ein gutes Arbeitsklima werte wiederum die Einrichtung auf.

Der Personalschlüssel im ASB Seniorenzentrum ist überall erfüllt – keine Selbstverständlichkeit. Baden-Württemberg habe im Bundesvergleich hohe Kosten, Dobel sei wiederum innerhalb des Bundeslandes, weil ländlich gelegen, vergleichsweise bezahlbar, so Lausegger.

Wechsel möglich Zweieinhalb Jahre gibt es das Seniorenzentrum „Sonneninsel“ jetzt, und die Lage, betont Lausegger, sei nach wie vor ein großer Pluspunkt. Pflege und Betreutes Wohnen sind voll belegt. Die im Pflegebereich angesiedelte, geplante Kurzzeitpflege ist für 2025 fast durchgehend ausgebucht. Bei Akutfällen, etwa nach Operationen, gab es schon Situationen, in denen Bewohner des Betreuten Wohnens oder Tagespflegegäste für einige Tage in die Kurzzeitpflege wechselten. „Sie haben als eigene Klienten natürlich Vorrang“, erklärt Kruppa.

„Richtig gut eingefügt“

Guter Draht in den Ort In den Ort Dobel fühlt man sich durchweg gut eingebunden. Das sei gerade in der Vorweihnachtszeit offenkundig gewesen, berichtet Kruppa: „Kindergarten und Grundschule schauten vorbei. Der Musikverein am Heiligabend ebenfalls. Dazu haben wir die regelmäßigen Gottesdienste.“

Wenn es Konzerte oder Feste gibt, fänden sich immer Ehrenamtliche, die unterstützten beim Weg zum Veranstaltungsort. Das hänge nicht nur damit zusammen, dass etliche Dobler oder Eltern von Doblern im Pflegebereich lebten.

„Wir haben sogar drei Seniorinnen und Senioren, die Cousin und Cousinen sind“, schmunzelt Kruppa. Und wer von den Bewohnern nicht mehr fit genug für Festbesuche ist, der kann von den Wohnbereichen aus jederzeit hinüberschauen auf reges Treiben um Sporthalle, Kurhaus und Wasserturmwiesen. „Es hat sich alles richtig gut eingefügt“, freut sich Lausegger.