Die Vorschriften sehen für jede Wohngruppe einen Aufenthaltsraum vor. Für die Erweiterung braucht der Zweckverband einen Kredit von 600 000 Euro.
Der Zweckverband (ZVS) Seniorenzentrum Bräunlingen muss im kommenden Jahr einen neuen Kredit von rund 600 000 Euro aufnehmen, um den geplanten Erweiterungsbau an das bisherige Gebäude finanzieren zu können. Damit erhöhen sich die Verbindlichkeiten des Zweckverbandes nach der neuen Kreditaufnahme auf insgesamt rund 1,2 Millionen Euro.
Für das nächste Jahr wird die Stadtkasse als „Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführungen“ den voraussichtlichen Jahresverlust von 148 000 Euro übernehmen. Diese Größenordnung an Stadtzuschüssen wird auch in den kommenden Jahren benötigt, um den ZWS–Haushalt zu finanzieren und liquide zu bleiben.
„Für uns ist das Seniorenzentrum sehr wichtig“ sagte der Verbandsvorsitzende, Bürgermeister Micha Bächle, der den Großanbau an das bestehende Gebäude Richtung Färbergasse als wichtige Steigerung des Mehrwertes für das Seniorenzentrum sieht.
Beiträge könnten steigen
Aufgrund des hohen Finanzbedarfes in den kommenden Jahren könne es sein, dass die Beiträge für die Pflegeplätze steigen, war in der Versammlung des Zweckverbandes zu hören. Verschiedene Aspekte müssten dabei berücksichtigt werden und es sei das Ziel eine Erhöhung zu vermeiden, meinte Bürgermeister Bächle.
Sollte – als eine der Finanzierungsmöglichkeiten – die Stadt Bräunlingen die Fehlkosten letztlich übernehmen, dann würde die Gemeinschaft der Bürger durch die Stadtkasse den Fehlbetrag ausgleichen. Künftige Unterhaltungsarbeiten in der kommenden Zeit werden in den Bereichen Fassade, Fenster, Dach und kleineren Reparaturen notwendig.
Aufgrund der Vorschriften in der Landesheimbauverordnung darf es in Seniorenheimen nur noch Einzelzimmer geben. 15 Bewohner bilden in der Regel eine Wohngemeinschaft. Vorschrift ist auch, dass jede Wohngruppe einen eigenen Aufenthaltsraum hat. Das ist derzeit bei 30 Bewohnern in Bräunlingen nicht der Fall, so dass ein neuer Aufenthaltsraum notwendig wird. Im Seniorenzentrum gibt es noch vier Doppelzimmer, die aufgrund einer Ausnahmegenehmigung weiterhin belegt werden dürfen. Die Vorgaben für die Aufenthaltsräume müssen nun aber umgesetzt werden – deshalb der neue Anbau.
50 Quadratmeter Fläche
Ein neuer Stelzenanbau an das bestehende Gebäude wird eine wichtige Aufwertung des Seniorenheims bringen. Dabei soll ein neu konzipierter Aufenthaltsbereich mit Teeküche und einem Bereitschaftsraum von insgesamt über 50 Quadratmetern entstehen.
Darunter gibt es genügend überdachte Möglichkeiten für Lagerplätze. Wichtig ist auch, dass alle Bewohner durch den Anbau einen neuen Zugang zum Gesamtgebäude erhalten. Im Rahmen der Planungen für den Ausbau wurde auch überlegt, zusätzliche Zimmer mit einzuplanen, doch die räumlichen Verhältnisse in der Färbergasse lassen dies nicht zu.
Gute Chance auf Aufnahme
Aktuell ist das Caritas-Seniorenzentrum mit 30 Plätzen voll belegt. Das Bräunlinger Pflegeheim habe keine großen Probleme mit der Personalversorgung. „Trotzdem könnten wir eine neue Pflegekraft sehr gut gebrauchen“ sagte Ralf Meier, Leiter des Seniorenzentrums. Interessenten für einen Pflegeheimplatz in Bräunlingen haben gute Chancen, aufgenommen zu werden: Es gebe derzeit keine Warteliste, so der Einrichtungsleiter.
Die Struktur
Zum Zweckverband Seniorenzentrum
gehören die Städte Bräunlingen mit 80 Prozent und Hüfingen mit 10 Prozent. Der Förderverein Seniorenzentrum sowie der Caritasverband sind mit jeweils fünf Prozent beteiligt. Im Vertrag ist festgehalten, dass die Bräunlinger Stadtkasse den jeweiligen Jahresverlust übernimmt. Das Seniorenzentrum wurde im Jahr 1999 seiner Bestimmung übergeben. Vorsitzender des Zweckverbands ist Bürgermeister Micha Bächle.
Weitere Informationen zum
Seniorenzentrum Bräunlingen gibt es im Internet unter der Adresse https://altenhilfe.caritas-sbk.de/braeunlingen.