Ein Waldspaziergang ohne Regen: In der Peter-Meyer-Schule erklärte ein Förster anschaulich die Zusammenhänge von Klima und Wald.
Zu einer Waldbegehung „indoor“, also in der Peter-Meyer-Schule, hatte das Seniorenforum (SeFo) eingeladen. Unter dem Titel „Geheimnis Wald“ führte Jörg Fehrenbacher, Förster und Revierleiter in Fluorn-Winzeln, durch die heimischen Wälder und sein vielfältiges Arbeitsgebiet.
Ausgehend von der Waldgeschichte und dem Zusammenhang mit dem Klima zeigte er, wie sich Wälder durch veränderte klimatische Bedingungen verschieben: Bei Erwärmung wandern sie in höhere Lagen oder weiter nach Norden. Auch extreme Wetterereignisse beeinflussen Entwicklung und Zusammensetzung der Wälder. Ein Beispiel ist die Fichte im Schwarzwald: Als Flachwurzler reagiert sie empfindlich auf Trockenperioden und hat in den vergangenen 20 Jahren deutlich an Fläche verloren – sichtbar etwa entlang der Rheinautobahn bei Offenburg. Zusätzlich setzen Schädlinge wie Buchdrucker und Kupferstecher den Beständen zu.
Alternative zur Fichte
Zu den Aufgaben des Försters zählen die regelmäßige Bestandsaufnahme, die Schädlingsbekämpfung und die Sicherung eines stabilen Waldes für die kommenden Jahrzehnte. Ziele der Forstwirtschaft sind neben der Holzernte der Erhalt der Biodiversität, der Schutz von Wasserressourcen und die Förderung von Erholungsräumen. Dabei gewinnen widerstandsfähige Baumarten an Bedeutung, etwa die Douglasie als Alternative zur Fichte.
Waldgeräusche
Auch die Rolle des Waldes für den Klimaschutz wurde beleuchtet: Durch Photosynthese bindet er Kohlendioxid und produziert Sauerstoff. Holzprodukte speichern Kohlenstoff langfristig, und die Nutzung von Holz kann energieintensive Materialien sowie fossile Energieträger ersetzen. Nachhaltig bewirtschaftete Wälder können so einen wichtigen Beitrag zur CO₂-Reduktion leisten. Das Land Baden-Württemberg setzt dabei mit seiner Holzbauoffensive auf den Leitsatz: „Sich aus der Klimakrise herausbauen“.
Der informative Vortrag wurde zur Freude der zahlreichen Gäste immer wieder von eingespielten „Waldgeräuschen“ unterbrochen: Zu hören waren unter anderem Zaunkönig, Kohlmeise, Rotkehlchen, Zilpzalp und Amsel, aber auch Fuchs, ein bellender Rehbock und schließlich sogar ein Wildschwein. Zum Sehen, Fühlen und Riechen hatte der Förster seinen „Wald“ mitgebracht. Wussten Sie, dass Douglasie nach Zitrone riecht?