In Buchenberg ist die Bushaltestelle schon mit taktilen Leitelementen ausgestattet. Sie bieten Verbesserungen für Blinde und Sehbehinderte, um den Einstiegspunkt besser zu finden. Foto: Helen Moser

Im Königsfelder Seniorenbeirat berichtete Bürgermeister Fritz Link über den seit Februar laufenden barrierefreien Ausbau je einer Bushaltestelle pro Teilort und des Busbahnhofs im Kernort. Die Maßnahme kostet rund 1,2 Millionen Euro.

Die Haltepunkte in Neuhausen in der Brunnenstraße und Buchenberg vor dem Rathaus sind bereits umgesetzt, taktile Linien im Boden machen die Einsteigepunkte für Blinde und Sehbehinderte kenntlich.

 

In Neuhausen muss der Bus auf der Südseite nun auf der Straße halten, da dort kein Grunderwerb möglich war. Das führt laut link aber auch zur Verlangsamung des Verkehrs.

Im Kernort befindet sich der Busbahnhof gerade im Bau. Ein umlaufender Gehweg wird zum „Charger-Cube“ führen, wo man E-Bikes abstellen und aufladen sowie Gepäck in Schließfächern unterbringen kann. Die Radien für einfahrende Busse vergrößern sich, die Spurbreiten steigen von 3,5 auf 3,75 Meter, die Bussteige erhalten behindertengerechte Zugänge und werden von zwei auf drei Meter verbreitert.

Digitale Fahrplananzeige

Installiert wird eine neue Beleuchtung des Busbahnhofs, und es wird eine digitale Fahrplananzeige geben. Letzteres stelle einen relativ großen Aufwand dar, da es bisher weder Stromversorgung noch Glasfaser gebe. Die für die Umbauzeit angelegten Ersatzhaltestellen in der für den Durchgangsverkehr gesperrten Stellwaldstraße funktionieren relativ gut.

In Erdmannsweiler am Gasthaus Sonne wird es zu beiden Seiten eine Haltestelle geben. Eine neue Querungshilfe entspricht dem langjährigen Wunsch, die Verkehrssituation für Schüler zu verbessern. In Burgberg beim Gasthaus Kranz wird es ebenfalls eine Querungshilfe geben, zusätzlich zum barrierefreien Ausbau der Haltestellen. In Weiler in der Reutenbachstraße schließlich wird gegenüber der bestehenden Haltestelle eine neue gebaut.

Busbahnhof bald fertig

Man hoffe, bis Ende Oktober alle Baumaßnahmen abzuschließen, den Busbahnhof im Kernort bis Ende Mai, so Link. Die Gesamtkosten für die Maßnahme liegen bei 1,2 Millionen Euro, die Fördermittel bei 620.000 Euro.

Link berichtete auch über den Antrag aus der Bürgerschaft, die zwei Toiletten am Busbahnhof im Kernort zu reaktivieren, zu einer Unisex-Toilette und behindertengerecht auszubauen. Zusätzlich eingebaut werden solle dem Antrag zufolge ein Münzeinwurf, um Vandalismus vorzubeugen. Die Toilette sei im Zuge der Haushaltskonsolidierung seit 20 Jahren geschlossen, da die tägliche Reinigung und besagter Vandalismus enorme Unterhaltungsmittel verschlang, so Link.

Thema „nette Toilette“

Ein Beiratsmitglied fragte nach der bereits früher angeregten Idee für die „nette Toilette“, bei der Geschäfte der Umgegend ihre WCs zur Verfügung stellen. Das Thema wurde vom HGV noch nicht aufgegriffen, so Link. Birgit Helms wies darauf hin, dass man bei Edeka den Schlüssel fürs dortige WC bekommen könne, andere Ratsmitglieder verwiesen auf verschiedene Einzelhändler, die inoffiziell die Nutzung ihrer Einrichtungen erlauben.

Man sehe durchaus die höhere Frequenz der Busse mit 130 Haltepunkten täglich, könne eine Kostenschätzung für Umbau und Betrieb durchführen, so Link. Letztlich entscheiden müsse der Gemeinderat. Das Gremium stimmte dieser Vorgehensweise zu.