Die Seniorenbeauftragte Sabrina Lüdtke kümmert sich um Kuchen fürs Männer-Café in Steinen. Die regelmäßige Veranstaltung des Seniorenbüros erfreut sich reger Beliebtheit. Foto: zVg/Lüdtke

Sabrina Lüdtke ist Ansprechpartnerin für die Belange älterer Mitbürger im Seniorenbüro Steinen. Sie ist frisch zurück aus dem Mutterschutz und freut sich auf neue Aufgaben.

Die soziale Teilhabe älterer Menschen stärken – das ist Aufgabe einer Seniorenbeauftragten. Seit 2023 übernimmt die 37-Jährige diese Rolle in Steinen. Doch wie kam sie zu diesem Berufsziel?

 

Dass sie sich gerne für die Belange älterer Menschen engagiert, hat Sabrinas Lüdtke schon früh bemerkt. „Ich habe einen relativ alten Vater, dementsprechend auch alte Großeltern. Und so habe ich den Leistungsabbau, auch den Verfall unmittelbar in der Familie mitbekommen – und die Scheu davor früh verloren“, erzählt sie unserer Redaktion.

Schon als Studentin für Senioren engagiert

So lag es für sie nahe, schon während ihres Studiums der Gesundheitspädagogik in Freiburg bei einem Betreuungsdienst für Senioren zu jobben. Ihre Aufgabe dabei: im Haushalt helfen, einkaufen – aber vor allem zuhören. „Das kann ich ziemlich gut. Und für viele Senioren ist das unglaublich wichtig, gerade wenn sie einsam oder nicht mobil sind“, erzählt sie. Das sei eine Aufgabe, die sie zutiefst befriedige, die sinnhaft sei.

Und so entschied sie sich nach dem Studium nach Ausflügen in die Verwaltung, die Betreuung der Seniorenwohnanlage der Diakonie „Schärers Au“ in Schopfheim zu übenehmen. Hier leben Senioren im betreuten Wohnen. Und hier diente sie gerne als Ansprechperson für all die Nöte und Anliegen. Sie organisierte Vorträge, Liederabende, Malkurse oder Spielenachmittage. „Die Bewohner waren ziemlich fit, und es war eine tolle Hausgemeinschaft.“

Dennoch wollte Sabrina Lüdtke noch etwas anderes machen. Und da tat sich die Stelle bei der Diakonie auf, das Seniorenbüro Steinen zu leiten. Sie arbeitet eng mit den anderen Seniorenbüros in Maulburg und Schopfheim zusammen und erfüllt ein breites Spektrum, wie sie erzählt. Nach der Kinderpause ist sie nun seit Februar wieder im Büro – und freut sich auf die neuen Aufgaben als Seniorenbeauftragte.

Welche Probleme ältere Menschen haben

Angesprochen werden Menschen bereits ab 60 Jahren. In dieser Altersgruppen wenden sich vor allem Mitbürger mit sozialen Problemen an das Seniorenbüro. „Da reicht die Rente nicht, oder es wurde eine Überweisung vergessen, oder es droht, der Strom abgeschaltet zu werden“, schildert sie.

„Da geht es dann zuweilen an spezielle Fallarbeit. Das ist wichtig, denn die Menschen sind zum Teil wirklich verzweifelt.“ Solche Schicksale gehen auch ihr ans Herz. Abschalten kann sie aber gut. „Es ist wichtig, dass man die Probleme nicht mit nach Hause nimmt.“

Denn Probleme oder Anliegen gibt es viele. Die digitale Welt sei für viele Senioren eine Herausforderung. Auch darum gebe es das erfolgreiche Digital-Café im Mühlehof. „Der älteste Teilnehmer war 93 und hoch interessiert“, lächelt sie. Es gebe auch Leihhandys oder Hilfe bei der Buchung von Leistungen, die nur noch digital möglich sind – und gerade viele Ältere überforderten.

Sabrina Lüdkte macht auf Anfrage auch mal Hausbesuche, wenn Menschen krank oder nicht mehr mobil seien und einen Ansprechpartner bräuchten. Oder sie plant für überforderte Senioren Arzttermine.

Die Bandbreite ist groß, jeden Tag eine neue Herausforderung, erzählt sie. Sie freut sich , dass viele Angebote inzwischen gut laufen so wie das Männer-Café. Sie plant nun ein Senioren-Forum das sich regelmäßig mit wichtige Themen beschäftigt und darüber informiert wie beispielsweise Patientenverfügung oder Führerschein-Auffrischung. Auch das Thema Mobilität liegt der Seniorenbeauftragten sehr am Herzen. „Da muss noch mehr getan werden.“

Steinen sieht sie als gutes Pflaster für Senioren: Ärzte und Nahversorgung fußläufig, eine wohlwollende Gemeinde. Besonders lobt sie die vielen Steinener Vereine, die explizit Angebote für Senioren aufgleisen. „Die leisten da einen enorm wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft.“

Ein Senioren-Forum ist geplant

Den will auch sie weiter für ältere Menschen leisten. Noch liege das eigene Altern in weiter ferne. Doch sie appelliert an alle, rechtzeitig vorzubeugen: „Prävention ist das A und O.“ Körperlich, psychisch und ganz wichtig ernährungstechnisch könne man gar nicht früh genug damit anfangen: Obst und Gemüse, Treppen steigen statt Aufzug, soziale Kontakte pflegen. „Da müsste es noch viel mehr Angebote und Aufklärung geben“, findet sie.

Und sie hat einen Wunsch: „Wir dürfen Senioren nicht in die Ecke schieben. Die haben so viel zu bieten und zu erzählen. Hören wir ihnen doch zu.“

Das Seniorenbüro versteht sich als zentrale Anlauf- und Vermittlungsstelle für Beratung, Begleitung und Begegnung in Steinen. Beratung gibt es bei Fragen rund um Einkommens- und Existenzsicherung. Es ist Anlauf- und Vermittlungsstelle für Senioren, die sich ehrenamtlich engagieren möchten. Rückfragen an das Seniorenbüro Steinen unter Tel. 07627/910085; offene Sprechstunde, mittwochs, 15 bis 17 Uhr