Bei der Grundsteinlegung (von links) Christian Röske (Nord LB), Simone Schoberth (BG Immobiliengruppe), Udo Hollauer, Klaus Konzelmann, Edgar Wagner, Andreas Bader, Otto Hartmann, Dietrich Gohn (Wolfer & Goebel), Ursula Braunmüller und Matthias Haas (Volksbank Albstadt Immobilien GmbH). Foto: Eyrich

Manchmal hilft der Zufall: Innenstadtnah hat die BG Immobiliengruppe ein grünes Grundstück für ihre Wohnanlage "Schmiecha-Gärten" gefunden – optimal für die Zielgruppe, wie die Grundsteinlegung gezeigt hat.

Albstadt-Tailfingen - "Wir bauen hier Sicherheit, Geborgenheit, Geselligkeit und Lebensfreude." Andreas Bader, geschäftsführender Gesellschafter der BG Immobiliengruppe, hätte das Konzept für die "Schmiecha-Gärten" kaum knackiger zusammenfassen können. Denn die Wohnanlage mit 46 barrierefreien, seniorengerechten Wohnungen zwischen Lenau- und Unterer Bachstraße ist für Käufer reiferen Semesters gedacht, die selbstbestimmt leben möchten, bei Bedarf aber froh sind, auf Unterstützung zurückgreifen zu können.

Die "Alltagsmanagerin", die den Bewohnern auf Zuruf zur Seite steht, stellt die Senova GmbH, deren Geschäftsführer Edgar Wagner bei der Grundsteinlegung an den ersten Kontakt zu BG im Januar 2018 erinnerte. "Nach der ersten halben Stunde war unsere hohe Übereinstimmung in allen Fragen zum Leben im Alter klar", betonte Wagner. "Wir waren uns sofort grün!"

"Einzigartig in der Region"

Er wie Bader berichteten von vertrauensvoller, konstruktiver und fairer Zusammenarbeit bei der Entwicklung des Projekts, das nach dem Kenntnisstand von Oberbürgermeister Klaus Konzelmann "einzigartig in der Region" ist und zudem "ein wichtiger Beitrag zur Stadtentwicklung Tailfingens" nach der bald abgeschlossenen Sanierung der "Neuen Mitte", dem Bau des Vollsortimenters und weiterer Neubauten im Zentrum, das fußläufig zu erreichen sei.

Trotz seiner Größe – Konzelmann sprach von 70 mal 90 Quadratmetern und 19 Metern Höhe – füge sich der Bau, dessen Flachdach begrünt werde, "hervorragend" in die grüne Umgebung am Ufer der Schmiecha ein. Auf dem 5000 Quadratmeter großen Grundstück werde das Oberflächenwasser direkt versickern und ein grüner Garten das Haus umgeben, in dem die meisten Bäume – zur Freude Konzelmanns vor allem die alten Linden – erhalten bleiben könnten.

Alles andere als ein Schnäppchen – aber auf einem Glücksfall

Das Haus ist mit Baukosten von mehr als fünf Millionen Euro kein Schnäppchen, der Standort gleichwohl ein Glücksfall, stellte Bader klar. Finanziert wird der Bau von der Nord LB, geplant haben ihn die Architekten Otto Hartmann und Ursula Braunmüller, errichtet wird er von der Baufirma "Wolfer & Goebel", und vermarktet werden die Wohnungen – zwischen 44 und 108 Quadratmetern groß und auf vier Vollgeschosse und das Penthouse verteilt – von der Volksbank Albstadt Immobilien GmbH.

"Die Bevölkerung altert in noch nie dagewesenem Maß und die Vorstellung jedes Einzelnen ist sehr individuell", erklärte Edgar Wagner. Allen gemein sei aber die Sehnsucht nach Selbstbestimmung, Sicherheit und einem Netzwerk, auf das Senioren bei Bedarf zurückgreifen könnten. Diesen Bedürfnisse passe sich Senova mit dem Angebot in den "Schmiecha-Gärten" an und bringe dort auch einen Stützpunkt seines ambulanten Pflegedienstes unter. Ein Seniorenheim, Tagespflege, Wohngruppen, etwa für schwerstdemente Menschen, und Essen auf Rädern gehörten außerdem zum Portfolio. Ein Angebot wie das in den "Schmiecha-Gärten" habe da noch gefehlt – und werde nun Realität.

Deren steingewordene Basis – Fundament und Erdgeschoss – steht bereits. Es war also höchste Zeit für den Grundstein, in dem Bader, Wagner, Konzelmann und der Erste Bürgermeister Udo Hollauer eine Plombe versenkt haben, gefüllt mit einer Urkunde, einer Beschreibung der Stadt Albstadt, einem Satz Euro-Münzen und einem Schwarzwälder Boten vom Freitag. Dass "der Grundstein ein fester wird" und niemals mehr jemand den Inhalt zu Gesicht bekomme, wünschte Klaus Konzelmann ebenso wie einen unfallfreien Bauverlauf. Auf die Einweihung der "Schmiecha-Gärten" freut nicht nur er sich schon – geplant ist sie für Sommer 2022.

Kommentar: Alt und baufällig

46 Wohnungen entstehen – offiziell seit der Grundsteinlegung am Freitag; tatsächlich ist das Erdgeschoss schon hochgezogen – an der Schmiecha in Tailifingen, zwischen Lenau- und Unterer Bachstraße. Die Lage hat Charme, denn die Bewohner werden’s nicht weit haben zum Stadtkern, den Geschäften, Cafés, Arztpraxen, Kirchen, Banken und zum Vollsortimenter, dessen Bau im Herbst fertig sein soll. Noch näher steht – wenn auch in anderer Richtung – ein wahres Kleinod Albstädter Kultur: das Thalia-Theater. Dort werden Schiller und Kleist, Boulevard-Komödien und Kriminalstücke gespielt, wenn nicht gerade eine Pandemie durch die Welt zieht. Nicht die alleinige Zielgruppe, aber doch die größte Gruppe unter den Besuchern sind Senioren. Da passt es doch, dass sie die Zielgruppe der Wohnanlage sind, in der eine "Alltagsmanagerin" ihnen bei Bedarf zur Seite steht. Ob Oberbürgermeister Klaus Konzelmann und Baubürgermeister Udo Hollauer diese Tatsache im Blick hatten, als sie bei der Grundsteinlegung um die Wette strahlten? Kaum, denn jetzt steigt der Druck, das Thalia zu erhalten, und das wird teuer. Denn das Haus zählt ebenfalls zu den Senioren. Und sieht zumindest innen ganz schön alt aus.

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