Keine Stolperstrecke, sondern ein Läufer mit vielen Feldern: Der Geh-Weg-Teppich verhilft älteren Menschen zu mehr Sicherheit.
Er sieht aus wie ein schlichter Teppich und hat doch das Potenzial, Leben zu verändern. Der sogenannte G-Weg-Teppich. Das Seniorenzentrum in Villingendorf mobilisiert mit ihm und vielen weiteren Veranstaltungen.
Das Seniorenessen, das in der Schulmensa unter dem Motto „Gemeinsam statt Einsam“ essen angeboten wird, trifft einen Nerv. „Wir hatten noch mehr Anmeldung als beim ersten Mal“, freut sich Lothar Forstner, Vorsitzender der Sozialgemeinschaft. 35 Senioren nahmen gemeinsam in der Mensa Platz.
Nur zwei Tage später das nächste große Treffen beim Erdbeerfest: Wieder strömten die Gäste. Mehr als 100 ließen sich die erfrischende Erdbeerbowle und zahlreiche leckeren Kuchen schmecken.
Auf großes Interesse stieß dabei die Besichtigungsrunde durch die Wohnungen der Seniorenwohnanlage und Räumlichkeiten der Tagespflege innerhalb der Sozialstation St. Martin. Parallel begleitete eine Ausstellung mit Werken und Kreationen der Gruppe „Art in Vido“ durch die Räume. Und freilich wurde getanzt und gesungen zu den Akkordeon klängen von Hans-Jürgen Benner,. Forstner dankte den Mitwirkenden für das „gelungene Fest“. Etwa Grillmeister Thomas Haller für die leckere Grillwurst, den Helfern, die unermüdlich für kulinarischen Nachschub sorgten und dem Bowleteam für die Bewirtung.
Ein gelungenes Fest
Die dritte Veranstaltung der Woche lockte mit einem Teppich. Heike Moosmann und Manuela Brudio, engagierte Kooperationspartner der Sozialgemeinschaft, stellten ihn vor.
Der G-Weg-Teppich helfe älteren Menschen dabei, ihre Gangsicherheit zurückzugewinnen. Mit seiner Hilfe und dem Aufbau seiner Felder könnten der natürliche Bewegungsrhythmus geschult, neues Vertrauen in jeden Schritt gefasst und Haltung und Gleichgewicht verbessert werden. Und tatsächlich. Den ersten Probanden, die in den vergangenen sechs Wochen üben durften, zauberte er ein stolzes Lächeln auf die Lippen. Ihre Vorführung beim Gang über den Teppich wurde begeistert beklatscht.
Mit dem Teppich soll nun regelmäßig geübt werden. Die Ideen gehen der Sozialgemeinschaft nicht aus, verspricht Forstner. Seit fast eineinhalb Jahren führt er sie als Vorsitzender. „Wir sind derzeit erfolgreich und im Dorf in aller Munde“, sagt er. Und das soll so weitergehen. Er habe sehr großen Respekt vor älteren Menschen, die oft einsam, zumindest manchmal „ein paar liebe Worte benötigen“.