Es hat lange gedauert, bis das geplante Pflegeheim in Schömbergs Neuer Mitte auf die Zielgerade einbiegt, doch jetzt scheint dem Vorhaben nichts mehr im Wege zu stehen.
Der Evangelische Diakonissenverein Siloah möchte in Schömbergs Neuer Mitte ein Pflegeheim bauen. Vorgesehen sind fünf Pflegewohngruppen für 73 Personen im Erd-, ersten und zweiten Obergeschoss. Das dritte Obergeschoss bietet Platz für 18 betreute Wohnungen. Diese haben ein bis drei Zimmer und Grundflächen von 35 bis 70 Quadratmeter. Die ursprünglich geplante Tagespflege entfällt. Auch eine Tiefgarage mit 44 Plätzen ist vorgesehen. Die Plätze sind vorrangig für das Personal vorgesehen. Mitenthalten sind darin die 18 Stellplätze für die 18 betreuten Wohneinheiten. Zudem soll es ein Café und einen Friseursalon geben. In seiner Sitzung am Dienstagabend gab der Gemeinderat von Schömberg grünes Licht für den entsprechenden Bebauungsplan. Er gibt den Rahmen dafür vor, was auf dem Areal erlaubt ist. Stadtplaner und Architekt Peter Schneider vom Büro Schöffler in Karlsruhe stellte den Plan im Gremium vor. Demnach ist grundsätzlich auch die Tagespflege möglich, auch wenn Siloah diese in der Neuen Mitte zunächst nicht verwirklichen will. Außerdem soll es möglich sein, Wohnungen für Personal einzurichten.
Alle Fraktionen im Gremium waren voll des Lobes über das Vorhaben. Michael Nothacker (UWV) erinnerte daran, dass vor vier Jahren erstmals ein Entwurf vorgelegen habe, an dem es Kritik gab. Er freute sich darüber, dass die Anregungen aus dem Gremium und vom Landratsamt Calw jetzt eingearbeitet worden seien: „Das Ganze hat System.“ Alles sei plausibel, so Nothacker. Der Gemeinderat hofft, dass nun alles schnell zu einem Ende komme. Er sei froh darüber, dass nun ein entscheidender Schritt getan werde. Nothacker dankte sowohl der Gemeindeverwaltung als auch Siloah für ihre Arbeit. Man könne bedenkenlos zustimmen.
An einem Strang gezogen
MUZ-Fraktionschefin Susanne Ring sagte, dass sie sich den Worten von Nothacker nur anschließen könne. Joachim Zillinger (CDU) meinte, dass sich Geduld und Ausdauer ausgezahlt hätten. Es habe lange, lange gedauert, räumte er ein. Aber alle hätten an einem Strang gezogen. Siloah-Geschäftsführer Ulrich Schulze habe bei den kritischen Punkten alle miteinbezogen. Mit den Mitbewerbern sei ebenfalls gesprochen worden: „Ich bin stolz auf dieses Projekt.“ Er freue sich auf seine Entstehung. Eine „Marginalie“, wie er sagte, hatte Zillinger dann doch noch anzubringen. So sollte man sich Gedanken machen, wie vom alten Friedhof ins Eulenbachtal ein Fußweg angelegt werden könne. Auch Tino Bayer (UWV) lobte das Vorhaben. Er freute sich darüber, dass Siloah auf die Tagespflege verzichte. In diesem Bereich gebe es bereits ein sehr gutes Angebot.
Der Gemeinderat beschloss nicht nur den entsprechenden Bebauungsplan einstimmig, sondern auch dessen erneute Offenlage. Bürgermeister Matthias Leyn geht davon aus, dass der Bauantrag für das Pflegeheim zeitnah eingereicht werde und im nächsten Jahr die Bauarbeiten beginnen. Bei einer Bauzeit von rund zwei Jahren könnte das Pflegeheim im Frühjahr oder Sommer 2026 fertig sein. Siloah geht von Baukosten in Höhe von rund 20 Millionen Euro aus, wie das Unternehmen am Mittwoch auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigte.