Der Grüninger Ortschaftsrat unterstützt die Pläne, eine Nachbarschaftshilfe zu gründen. Über 30 Bürger erhielten Informationen über die bereits erfolgten Gründungen.
Die Ortschaft Grüningen sagt ja zur Gründung einer bürgerschaftlichen Nachbarschaftshilfe. „Das Interesse und der Bedarf sind da“, so Ortsvorsteher Michael Böhm.
Somit unterstützten die Bürgervertreter in der öffentlichen Sitzung, an der rund 30 Interessierte teilgenahmen, das Unternehmen einstimmig.
Informationen zu diesem Thema gab es aus erster Hand von Susanne Maier vom Landratsamt. Sie ist zuständig für die Netzwerke Alten- und Nachbarschaftshilfe. Der demographische Wandel führe dazu, dass die Familie der größte Pflegedienst der Nation sei.
86 Prozent der Pflegebedürftigen würden zu Hause gepflegt, davon zwei Drittel ohne professionelle Unterstützung (Stand 2024). Man stehe vor großen Herausforderungen. Bis 2030 würden laut Prognosen 500.000 Fachkräfte fehlen. Die professionellen Dienste kämen an ihre Grenzen.
Wohnortnahe und vernetzte Pflege
Es brauche individuelle Lösungen pro Gemeinde, denn jeder Ort sei anders. Auch die finanzielle Seiten sprach Susanne Maier an. Pflege der Zukunft sehe so aus: wohnortnah, gemeinschaftlich und vernetzt.
„Gebraucht wird ein Hilfe-Mix aus familiärer, bürgerschaftlicher und professioneller Unterstützung“, erklärte sie. „Bürgerschaftliche Nachbarschaftshilfe tut all das, was ein guter Nachbar auch tun würde“, laute der Slogan des Kreises, fügte sie an.
Jeder Helfer absolviert einen Kurs
Auch die Vorsitzende des Nachbarschaftsvereins Aasen/Heidenhofen, Sigrid Hall, war zugegen und wusste Interessantes über ihren Verein zu berichten: was ein Helfer macht und was nicht, Kosten für den Klienten, und dass jeder Helfer einen 16 Abende umfassenden Kurs absolvieren müsse.
Im Herbst gebe es in Wolterdingen und Hubertshofen – beide Orte haben sich Aasen/Heidenhofen angeschlossen – je einen Kurs. Aktuell seien noch acht Plätze frei. „Wenn in Grüningen 20 Interessierte zusammenkommen, kann man auch dort einen Kurs durchführen“, so Sigrid Hall.
Ortsvorsteher Böhm hoffte auf großes Interesse. Er bat, dass die Helfer sich sich bei der Ortsverwaltung melden.