Sie sind stets bereit für den nächsten Hilfesuchenden (sitzend von links) Josef Hepting, Irmgard Vogler, Elisabeth Schuler, Renate Keusen, Erika Reich, (stehend von links) Hans-Helmut Bernd und Siegfried Limberger von der Donaueschinger Senioren-Internet-Initiative. Foto: Silvia Bächle

Eine Initiative steht dienstags Bürgern zur Seite. Für dieses kostenlose Angebot erhält sie viel Lob.

Ob Arzttermin, Kontakt mit der Familie, Einkaufsinformationen, Fahrpläne – vieles läuft nur noch online. Was jungen Menschen flott von der Hand geht, ist für Senioren mitunter ein größeres Hindernis. Doch dafür gibt es die Senioren-Internet-Initiative in Donaueschingen als Ansprechpartnerin.

 

Renate Keusen, Siegfried Limberger, Hans-Helmut Bernd, Elisabeth Schuler, Josef Hepting und Reinhard Gmeinder sind die Helfer bei allen Computerproblemen. Sie selbst sind alle schon im Rentenalter, aber echte PC-Könner mit einem erstaunlichen Wissen, was die vielfältige Software, aber auch Hardware angeht. Jeden Dienstag sind sie in den Räumen der Volkshochschule (VHS) anzutreffen, um kostenlos zu helfen.

Obwohl diese Art Sprechstunde für alle Bürger offen ist, sind es doch meist Senioren, die vorbeikommen. „Da gibt es welche, die nur für ein Problem kommen und dann wieder weg sind, oder „Stammkunden“ wie Irmgard Vogler“, sagt Josef Hepting. Die Seniorin hatte sich einen Laptop gekauft und einen Infokurs bei der VHS gebucht. „Dort arbeitet man mit Computern vor Ort, zu Hause dies an meinem Laptop umzusetzen, war kaum machbar. Hier komme ich schon seit Jahren jeden Dienstag mit neuen Herausforderungen und Fragen“, erklärt sie.

Zeit und Geduld

Da hätten die Helfer nicht nur Wissen, sondern Zeit und viel Geduld, was auch Erika Reich bestätigt: „Mir gefällt es hier in der Gruppe so gut, dass ich jeden Dienstag vorbeikomme, auch wenn ich mal keine Computerprobleme habe.“

Jeder der fünf PC-Lehrer ist auch zusätzlich spezialisiert, ob auf Apple-Produkte, Linux (ein System, das auch bei älteren Computern läuft), Sicherheit, Apps, Handy, E-Mail – das Aufgabenfeld und das Angebot sind groß. „Wenn keine oder nur wenige Personen kommen, dann tauschen wir uns selbst aus, um Neues zu lernen“, informiert Siegfried Limberger.

Angefangen hat die Gruppe im Jahr 2010, damals noch räumlich ziemlich beengt, im Mehrgenerationenhaus. Angesprochen wurden die Stadtsenioren – heute ist jeder Fragende willkommen. Neue Betriebssysteme zu installieren, neue Handy- oder E-Mail-Konten einzurichten, Apps herunterzuladen, gehören ebenso zum Service wie bei einem Hilfesuchenden zu Hause W-Lan oder einen Drucker einzurichten.

Räume bei Volkshochschule

Nach der Corona-Pandemie haben die Computer-Senioren Räume bei der VHS gefunden, erklärt Hans-Helmut Bernd. Damals kamen die Senioren noch mit Laptops, heute bringen sie vor allem Tablet-Computer und Handys mit. Wer nun glaubt, dass die kleinen Mobiltelefone gerade für Senioren bei Texten oder Fotos von Nachteil seien, der irrt.

„Man kann sehr wohl Handy und Laptop miteinander verbinden, um gerade die Fotos auf dem größeren Bildschirm anzusehen“, sagt Elisabeth Schuler. Eine große Verfechterin des Handys ist Renate Keusen. „Das Handy kann ich überall mitnehmen und ist bei weitem nicht nur Information, sondern im Notfall auch lebenswichtig“, sagt sie. Die neuen Medien seien für Senioren auch der Schlüssel zur Außenwelt.

Allerdings sei Sicherheit oberstes Gebot, warnt die Senioren-Initiative. „Fake News, Schockanrufe, Risiken über Apps und vieles mehr“, sagen sie, stellten zwar Gefahren dar, allerdings könne man diesen mit Wissen entgegentreten. „Die neuen Medien nicht verfluchen, sondern das Positive daraus ziehen“, so die Devise. „Jeder kann mit Geduld und Interesse den Umgang mit den neuen Medien erlernen“, sind sich die Mitglieder einig.

Die Anlaufstelle

Öffnungszeiten
Jeden Dienstag steht die Senioren-Internet-Initiative in den Räumen der Volkshochschule im Hindenburgring 34 von 9 bis 11 Uhr für Computerfragen bereit. Kostenlos, ohne Anmeldungen und mit viel Geduld und Wissen lösen Renate Keusen, Siegfried Limberger, Hans-Helmut Bernd, Elisabeth Schuler, Josef Hepting und Reinhard Gmeinder die Computerprobleme aller Bürger. Ob Soft- oder Hardware, Alltagsproblem oder auch einfach nur, um einen Lösungswege aufzuzeigen. Nur während der Ferienzeit gebe es das Angebot nicht, sagen sie.