Die Zunftstube der „Zigeuner“ war komplett besetzt. Foto: Morlok

Gleich an zwei Orten feierten Talheimer Senioren Fasnet und genossen Musik, Humor, lustige Beiträge und gute Bewirtung.

Und auch in diesem Jahr kann man wieder mit Fug und Recht behaupten: „Alles Tutti-Paletti im Steinachtal.“

Im Zigeunertäle herrscht seit dem „Schmotziga“ närrische Ausnahmestimmung. Gleich an zwei Hotspots des Frohsinns feierten am Donnerstagnachmittag die Senioren des Orts ihre ganz eigene Fasnet.

Doppelt hält besser Auf der oberen Seite des Tales hatte das Team vom „Begegnungscafé“ die erfahrenen Fasnetsbutzen zu einem lustigen, heiteren Nachmittag eingeladen, und auf der gegenüberliegenden Talseite steppte im Vereinsheim der Narrenzunft nicht nur der Bär, sondern die „Zigeuner“ brannten ein regelrechtes Feuerwerk des Frohsinns ab.

Bei beiden Veranstaltungen gab es bemerkenswerte Parallelen. Beiden Locations waren sehr gut besucht, überall wurden die Gäste aufs allerbeste bewirtet und überall herrschte ausgelassene Stimmung. So kamen die Talheimer Senioren auch in diesem Jahr wieder in den Genuss, sich aussuchen zu können, wo sie feiern wollten. Der Weg war nicht das Problem, zumal die „Zigeuner“ wieder einmal ihren Hol- und Bringdienst anboten. Glückseliges Talheim, denn wo bekommen die Senioren schon so viel Aufmerksamkeit?

Lustiges Programm Im Oberen Talheim kümmerten sich die Ladys vom Team des „Begegnungscafés“ zusammen mit Vereinsvorsitzendem Gerhard Straub um das Wohl ihrer Gäste. Sie gossen so manches Viertele oder Pils in die Gläser, und besonders lecker schienen die Fasnetsküchle zu sein, denn die meisten Teller mit dem kalorienreichen Fettgebäck waren ratzeputz leer. Frustessen aus Langeweile kann nicht der Grund für diesen Zustand gewesen sein, denn das Programm war bunt und kurzweilig. Zwischen den Sketchen und Darbietungen wurde immer mal wieder von Musikus Bernhard Straub eine Schunkelrunde eingeschoben, so dass es keinen Leerlauf im Programm gab. Doch der krönende Höhepunkt des Nachmittags war das Märchenfestival, bei dem ein internationales Starensemble, das frappierende Ähnlichkeiten mit den Ladys vom „Begegnungscafé“ aufwies, das Stück vom Aschenbrödel spielte. Einfach genial.

Uriger Fasnetshumor Drüben auf der anderen Talseite, im unteren Talheim, zeigten Akteure der Narrenzunft „Zigeuner“ was sie unter guter Unterhaltung verstehen.

Unterhaltungs-Genie Martin „Marianne“ Stanger hatte wieder ein Programm zusammengestellt, mit dem die Narrenzunft auch jeden Brauchtumsabend locker hätte bestreiten können. Er selbst trat als „Marianne Schnürschuh, die beste Klofrau in the Länd“ auf, die vom Bundesministerium für Ausscheidungen sogar schon mit dem goldenen Urinstein ausgezeichnet wurde. Ihr Klo ist in der Gegend legendär, denn dort hat sich bereits ein Klimaaktivist festgeklebt und ein anderer ist, wegen übertriebener Energiesparmaßnahmen, auf der Schüssel angefroren. Die Senioren bogen sich vor Lachen und schmunzelten zumindest beim Gejammer vom früheren Ortsrumsteher Anton Ade, der keine drei Stunden vorher von den Narren entmachtet worden war.

Die Schlüsselübergabe Stephan Bastian, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Untertalheimer Narrenzunft, war das egal. Er nahm den fiktiven Rathausschlüssel voller Freude an sich und versprach – „mit viel Spaß an der Sach’“ die nächsten fünf Tage alle Narren aus dem Steinachtal auf den richtigen Weg zu führen. „In d’r Politik hockad grad überwiegend Clowns ond Affa, koi Ahnung hendse vom Läba und vom Schaffa“, fasste er die momentane Lage pauschal zusammen, versprach Abhilfe und forderte zusammen mit seinen Kollegen die Bierpreisbremse und Fasnetssubventionen mit sofortiger Wirkung einzuführen.

Dass Corona und die 3G-Regel eindrucksvolle Spuren in Dahla hinterlassen haben, sah man daran, dass bei der gesamten Veranstaltung streng auf die 9G-Regel (Getrunken, gesungen, geschunkelt, gewaschen, Gelenkigkeit geprüft...) geachtet wurde.

Polonaise und Showtanz Zur Freude der betagten Besucher gab’s noch eine Polonaise durch den Narrenschuppen, und die Minis der Zigeuner führten ihren Showtanz und ihren Gardetanz auf, den sie ein ganzes Jahr eingeübt hatten. Zwischen den Auftritten sorgte der „lustige Tastenquäler Ralf Maier“ mit Quetschkommode und Lombaliedla, die jeder im Raum mitsingen konnte, für beste Unterhaltung. Bei so viel Frohsinn konnte und wollte auch eine Formation des Untertalheimer Musikverein „Fortuna“ mitmachen, indem sie Songs wie „Lustig ist‘s im Zigeunertäle“ instrumental beisteuerten.

In netter, familiärer Atmosphäre kümmerten sich die Narren wieder um ihre Rentner, die Ehrenmitglieder und die wenigen Gäste aus dem benachbarten Haiterbach, die den Weg in die Nachbargemeinde fanden, und Vorsitzender Kalle Lang bekam sein erfreutes Grinsen den ganzen Nachmittag lang nicht mehr aus dem Gesicht.