Topas alias Thomas Fröschle unterhielt mit exzellenter Zauberkunst und seinem komödiantischen Talent das Publikum in der voll besetzten Alten Seminarturnhalle. Foto: Walter Fingerhut

In der voll besetzten Seminarturnhalle Nagold gab sich Topas die Ehre. Er lieferte dem Publikum eine zauberhafte Show – jede Menge Lacher inklusive.

Die Seminarturnhalle war knallvoll. Mit knallvoll ist gemeint, es hätte kaum noch eine Maus reingepasst. Pech für die Mäuse, denn was Topas da vorgeführt hat, war wirklich extra Klasse.

 

Seine Mischung aus Zaubertricks, Erzählen, Comedy, Geräuschen und Playbackmusik waren akkurat abgestimmt und schufen eine heitere und bewundernde Stimmung im Publikum.

Zunächst klagte er über seinen bürgerlichen Namen: Thomas Fröschle. Das war für ihn gar nicht lustig, als er noch Schulkind war. Und als Zauberer ganz unmöglich – man stelle sich vor, wie er zum Beispiel in Las Vegas, wo er demnächst bei dem Wettbewerb „Fool us“ auftreten wird, als „Tom Froggy“ angekündigt würde.

Terence Hill animierte ihn zum Zaubern

Mit sieben Jahren hat er das Zaubern angefangen, weil er Terence Hill in „Vier Fäuste für ein Halleluja“ Karten mischen sah. So wollte er das unbedingt auch können. Und dann fing das Üben an. Fingerfertigkeit ist nämlich für Zauberer die nötige Grundlage und Fingerfertigkeit übte er gleich mal mit dem Publikum ein. Die Zuschauer waren willig, aber es gelang nicht ganz so gut.

Nagolds Alte Seminarturnhalle war an diesem Abend bis auf den letzten Platz besetzt. Foto: Walter Fingerhut

Einen Keks verschwinden lassen, können wir alle, indem wir ihn aufessen. Was die meisten nicht können, ist, einen angebissen Keks wieder heil pusten und ihn dann noch in einen Prinzenrollenkeks verwandeln. Dabei vielleicht noch eine Apfelsine aus der Luft holen und eine Ananas dazu. Übrigens: Der neunjährige Joshi aus Haslach, der mit seiner Familie da war, um Vaters Geburtstag zu feiern, mochte den Keks-Trick am liebsten.

Zum Dreieck an der Klopapierrolle

Ein bisschen Meckern über moderne Hotels konnte Topas sich nicht verkneifen. Warum bloß das Ende der Klopapierrolle zum Dreieck gefaltet werden muss, ist ihm gänzlich unverständlich, Origami im Klo ist unnötig. Und Glaswände zum Bad hat er auch lieber, wenn er mit Freundin unterwegs ist, als mit einem Kollegen.

Ein Höhepunkt der Show war das „Hawaianische Wunder“. Dazu brauchte er eine Hilfe aus dem Publikum. Kurz gesagt verwandelte er eine heile Apfelsine in Saft in einem entfernt stehenden Glas. Eine Beschreibung des Tricks wäre langatmig und langweilig – aber man kann es auf Youtube tatsächlich ansehen. Lohnt sich!

Inzwischen ist er auch ein Comedian geworden

Nach der Pause zeigte Topas, dass er inzwischen auch Stand-up-Comedian geworden ist. Er sagt dazu selber, dass er das Zaubern immer wieder faszinierend findet. Aber die Zuschauer staunen eher leise, das Lachen des Publikums bei der Comedy ist spontaner und emotionaler und er kommt mehr in Kontakt mit den Zuschauern. Eine vorgespielte „Einzelprobe einer Musikkapelle“ brachte die Zuschauer zum herzlichen Lachen und zeigte gleichzeitig, wie toll Geräusche und Playback auf ihn abgestimmt waren.

Topas holte sich zur Durchführung mancher Zaubertricks eine Assistentin aus dem Publikum. Foto: Walter Fingerhut

Die Zuschauer konnten noch erleben, wie er seinen Arm in eine Röhre steckte, den Arm zerteilte und ihn doch wieder heil aus der Röhre zog. Hier war das Publikum schon außer sich vor Vergnügen. Sensationell auch, wie er in sein speziell groß gebautes peruanisches Cajon (Percussion-Instrument) steigt und sich quasi selber in seiner Mitte teilt und dabei munter trommelt.

Zum Schluss erzählte er von schwerer Kindheit, wo er bei langen Autofahrten immer wieder die gleiche Kassette von Roland Kaiser um Autoreverse hören musste. Auch hier spielte er eine kleine Parodie.

Das Publikum dankte Topas mit großem Applaus und Standing Ovations. Wer weiß, ob er mal wieder nach Nagold kommt? Er sagt, dass er auf kleinen Bühnen sehr gerne spielt, weil er dann näher am Publikum ist. Das darf man dann auf keinen Fall verpassen!