Die Nagolder Theatergruppe der Seminarturnhalle „Vorhang auf!“ erlebte ein intensives Probenwochenende. Ab 6. Januar steht Dürrenmatts „Romulus der Große“ auf dem Spielplan.
Alle Jahre wieder… begibt sich „Vorhang auf!“, das Theaterensemble der Alten Seminarturnhalle, während der Einstudierung der jeweils neuen Produktion zum 6. Januar des Folgejahres, auf ein intensives Probenwochenende.
Das bedeutet, dass alle Mitwirkenden trotz ihrer Arbeitswoche - plus zusätzlichen wöchentlichen Theaterproben seit dem Spätsommer - „alle Energiereserven mobilisieren, um der Entwicklung des Stücks einen gewaltigen Schub zu geben“, so Regisseur Silvester Keller.
Diesmal fand das intensive Wochenende im Naturfreundehaus Herrenberg statt und bot sowohl grundsätzlich vom Textvolumen und Mehrfachbesetzungen bei den einzelnen Rollen als auch durch den begrenzten Raum einige Herausforderungen.
Friedrich Dürrenmatts Komödie „Romulus der Große“, eine „ungeschichtliche historische Komödie“ (Untertitel) hat es in sich, vermerkt der Autor doch selbst, dass es „eine schwere, nur scheinbar leichte Komödie“ sei.
Hühner mit dem Namen „Marc Aurel“
Dass „Vorhang auf!“ diesmal ein Stück gewählt hat, das 476 n .C. angesiedelt, doch dennoch zeitlos ist, bringt ganz neue Elemente in die aktuelle Produktion. Rom ist nicht nur bankrott, Romulus kann seine Beamten und Bedienstete nicht mehr bezahlen, der Finanzminister ist dazuhin mit der Staatskasse durchgebrannt, sondern die Germanen sind dabei, ins Reich einzudringen. Da meint Romulus auf seiner Residenz in Kampanien: „Meldungen regen die Welt nur auf, man gewöhne sie sich deshalb soweit ab als möglich“ – und widmet sich nur noch seiner Lieblingsbeschäftigung, dem Züchten von Hühnern. Diese tragen kaiserliche Namen wie Marc Aurel oder Tiberius, doch Romulus‘ Lieblingshenne ist Odoaker, gleichwohl germanisch.
„Dieser Durchlauf ist das Wichtigste am ganzen Probenwochenende“
Mit viel Engagement, Spielfreude und großer Konzentration haben die Mitwirkenden der Produktion jeden Zwischenton und jeden Scherz in den Zeilen des Textes gesucht und den Ausdruck ihrer jeweiligen Rollen verfeinert. Nach einem ersten eher „holprigen Durchlauf“ (Silvester Keller) übte man am Folgetag nochmals einzelne Stellen, gekräftigt durch Kässpätzle, um schließlich am dritten Tag nochmals einen ganzen Durchlauf anzugehen.
„Dieser Durchlauf ist das Wichtigste am ganzen Probenwochenende, vielleicht der wichtigste im ganzen Probenprozess“, meint Regisseur Silvester Keller, „denn hier wird aus bisher einzelnen Textfragmenten und Szenen endlich ein Ganzes und aus der Gruppe von begabten Mitwirkenden ein aufeinander eingespieltes Ensemble.“
Natürlich wurden auch Feedback-Gespräche geführt. Durch das intensive Probenwochenende sind alle Mitspielenden deshalb auch menschlich zusammengewachsen, wie sie sagen. Man darf also gespannt sein, was Silvester Keller mit „Romulus der Große“ und zwölf Mitwirkenden auf die Beine stellt, beziehungsweise für die Premiere am 6. Januar 2025 auf die Bühne bringt. Der Vorverkauf hat bereits begonnen.
Aufführungen und Kartenverkauf
Die Aufführungsdaten sind
6. Januar 2025 (Premiere), 10., 11. und 12. Januar; 17., 18. und 19. Januar; 24. und 25. Januar, jeweils 19 Uhr (Einlass und Bewirtung ab 18 Uhr).
Veranstaltungsort
Seminarturnhalle Nagold
Tickets
gibt es im Rathauscafé Nagold oder unter www.reservix.de