Der Förderverein der Alten Seminarturnhalle freut sich über die neue Außenbühne – hier zu sehen beim Festival Nagold Double Stage. Foto: Fritsch

Es ist nicht alles gut – aber es könnte auch schlimmer sein: Die Mitgliederversammlung des Fördervereins der Alten Seminarturnhalle Nagold stand unter dem Zeichen eines vorsichtigen Optimismus.

Nagold - Die Mantras des Abends waren Zuversicht und Zusammenhalt, als am Mittwochabend Mitglieder des Vereins in der Alten Seminarturnhalle über den Stand der Dinge, das Veranstaltungsjahr 2022, Finanzen und die Zukunft sprachen. Im dritten Coronajahr war dies die zweite Hauptversammlung, die in Präsenz abgehalten wurde. Bei Wein und Bier wurden die Zahlen des laufenden Jahres vorgestellt und man hörte die guten und eben auch schlechten Nachrichten vom Vereinsvorsitzenden Wolfgang Schäfer.

Zu berichten gab es einiges. Die Zuschauer bleiben, trotz der gefallenen Coronabeschränkungen, bei vielen Veranstaltungen aus. Für Schäfer kann das an unterschiedlichen Gründen liegen: "Wenn wegen einem von zwölf Gründen immer fünf Leute nicht in die Seminarturnhalle kommen, dann verkaufen wir 60 Karten weniger."

Jüngeres Publikum im Visier

Das ausbleibende Publikum betrifft demnach aber in erster Linie die Veranstaltungen, die sich an ältere Zuschauer richten. Kulturereignisse für ein jüngeres Publikum, etwa die Rock-Nacht oder die Open-Air-Veranstaltungen von "Nagold Alive" seien wieder sehr gut besucht. Die Einkünfte aus diesen Programmpunkten ermöglichen weiterhin weniger gut besuchte Veranstaltungen.

Aus eben diesem Grund will der Verein sich künftig stärker an ein jüngeres Publikum richten und dahingehend gezielt werben. In diesem Sinne wurde auch der neue Arbeitskreis IT gegründet, der die Onlinepräsenz der Seminarturnhalle – insbesondere in den Sozialen Medien – ankurbeln soll.

Finanziell steht es nicht rosig um den Verein. Zwar kommt man im laufenden Jahr und im weiteren Plan ungefähr auf ausgeglichene Kassen, doch schon eine unvorhergesehene hohe Ausgabe hätte möglicherweise katastrophale Folgen haben können.

Zusammenhalt und Zuversicht

Umso wichtiger, dass Schäfer die versammelten Mitglieder auf Zusammenhalt und Zuversicht einschwor. Es ist nicht alles schlecht: Mit der neuen Freiluftbühne auf dem Hof der Seminarturnhalle gewinnt der Verein ein Open-Air-Gelände, das Sommerveranstaltungen flexibel macht – 100 000 Euro der Kosten dafür sind aus Zuschüssen geflossen –, dazugehörige Lärmschutzwände sind von der Stadt, vertreten durch Bürgermeister Hagen Breitling, bereits zugesichert worden und für den Moment sind die zuverlässigen Geldquellen des Advents- und Weihnachtsmarkts nicht abgesagt worden.

"Die Kultur in Nagold muss bestehen. Und die Kultur wird bestehen", sagte Schäfer. Es liegen schwere Zeiten hinter dem Verein und es kommen mit Corona und Energiepreisen weitere schwere Zeiten auf die Seminarturnhalle zu, doch zusammen will man da durch.