Franziska Wanninger war mit ihrem Kabarett-Programm „Für mich soll‘s rote Rosen hageln“ in der Alten Seminarturnhalle zu Gast. Foto: Stadler

„Für mich soll’s rote Rosen hageln“ heißt das vierte Kabarett-Soloprogramm von Franziska Wanninger. Sie präsentierte es einem verzückten Publikum in Nagolds Alter Seminarturnhalle

Mit ihren launig leichten Geschichten mitten aus dem Leben ist die Kabarettistin, Schauspielerin und Sprecherin seit Oktober 2021 auf den Bühnen ihrer bayerischen Heimat und weit darüber hinaus unterwegs.

 

Erstmals war die aus verschiedenen Fernsehformaten bekannte und mit Kabarettpreisen sowie vom Bayerischen Fernsehen für das aktuelle Programm ausgezeichnete Kabarettistin auf der Bühne der Alten Seminarturnhalle in Nagold zu erleben.

Mit ihren witzig, schwertscharf und voller Leichtigkeit dargestellten Alltagsszenen, in die sie Gesangselemente einstreute, verzückte sie ihr Publikum am Bistroabend – in bisweilen rasantem Tempo.

Sie vergleicht frühere und „moderne“ Verabredungen

Franziska Wanninger verglich heutige Verabredungen via Dating-Portal mit dem ersten amourösen Rendezvous in früheren Zeiten, als man sich vorher noch geduscht hat, erzählt über Zweisamkeit und die vielen Singlewohnungen in München. „C’est la vie“ oder auf gut bayrisch: „Sellerie“. Und wo versteckt sich das ganze Glump oder Geraffel in einem 180 Quadratmeter großen minimalistisch eingerichteten Wohnzimmer? Heutzutage alles in der Cloud!

Die bayerische Kabarettistin lässt sich über eingesperrte Steine namens Gabionen aus und widmet dieser Sicherheit gebenden Maßnahme auch den passenden Song: „…des Pärchens Krone ist ein Eigenheim mit Gabione…“ Dazu streut sie eine auf zwei Töne limitierte „Klavierbegleitung“ auf ihrem Miniaturinstrument ein.

Sie schlüpft in blitzschnell in verschiedene Rollen

Beim Home Schooling ist sich Franziska Wanninger sicher, das gab es im Bayrischen Wald bereits in den 1950er-Jahren aufgrund des heftigen Schneefalls in den Wintermonaten. Zwischendurch schlüpft sie hinter ihrem Bistrotisch blitzschnell in verschiedene Rollen, so beispielsweise in die der Frau, die besorgt ist, wie es nach ihrem Tod weitergehen wird. Für den Fall, dass sie vor ihrem Mann Franz das Zeitliche segnet, hat sie schon jede Menge Semmelknödel zubereitet und eingefroren, so Wanninger.

Sie mimte auch den bierselig-dumpfen Stammtischbruder samt seinem Hund Lumpi und singt ihr titelgebendes Lied „Für mich soll’s rote Rosen hageln“. Ihrem „Opfer“ Isabell aus der ersten, der sogenannten Mitmachreihe, überreicht sie gegen Ende ihres Bühnenprogramms eine Banane als kleine Versöhnungsgeste.

„Das war der schönste Samstagabend in dieser Woche“

Noch ist Franziska Wanninger mit ihrem aktuellen Programm auf Tour. Bereits im Herbst findet die Premiere ihres nächsten Solo-Programms im Münchner Schlachthof statt. Wer sie in der näheren Umgebung sehen möchte, muss sich bis zum Juni 2025 gedulden, dann wird sie mit „Wenn du wen brauchst, ruf mich nicht an“, im Mauerwerk in Herrenberg auf der Bühne stehen. Von ihrem begeisterten Nagolder Publikum verabschiedete sich Franziska Wanninger augenzwinkernd mit den Worten: „Das war der schönste Samstagabend in dieser Woche“, begleitet von einem riesigen Dank an das Team der Alten Seminarturnhalle und dessen wertschätzende und herzliche Betreuung rund um den Auftritt.