Das Abschlusskonzert des Studiengangs Jazz und Pop sorgte für Begeisterung im Publikum. Es entpuppte sich als grandiose Gemeinschaftsleistung.
Es war wie ein großes, buntes, fröhliches Familienfest, bei dem alle Generationen vertreten waren – das Semester-Abschlusskonzert des Studiengangs Pop und Jazz der Schulmusikerinnen und Schulmusiker an der Musikhochschule Trossingen.
Die „Jungen“ agierten auf der Bühne und präsentierten mit viel Freude und auch ein wenig Aufregung ein formidables Programm mit Klassikern und unbekannteren Stücken, das großen Anklang fand.
Das Publikum, neben den Studierenden hauptsächlich aus älteren Semestern bestehend, genoss die Frische und Lebendigkeit der Darbietungen und spendete begeisterten Beifall.
Einblick in die Arbeit
Dazwischen zeigten sich die Dozentinnen und Dozenten des Studiengangs, die mit leidenschaftlichem Engagement ihre Schützlinge vorstellten und einen Einblick in ihre Arbeit gaben.
Den Rahmen bildete das Kesselhaus, das ob des immer größeren Ansturms bald aus den Nähten zu platzen droht. Aber eine größere Location mit einem so besonderen Flair zu finden, dürfte schwierig sein. Also: Weiterhin geduldiges Gedränge in entspannter Atmosphäre. Durch das Programm führten Professorin Anika Neipp, die Seele des Studiengangs, und Professor Tobias Hofmann, begeisterter Pädagoge mit Intuition und Feingefühl. In den Moderationen, die die aufwendigen Umbauarbeiten überbrückten, gewann das Publikum einen Einblick in Vorgehensweisen und Ziele der pädagogischen Arbeit der Dozierenden. Oberste Priorität hat die Entwicklung der einzelnen Studierenden – wohin sie auch führen mag. So schafft es beispielsweise Professor German Klaiber, aus einem Sammelsurium vorhandener Instrumente ansprechende Arrangements zu schaffen, in denen sich die Studierenden ausprobieren können – zum Beispiel Akkordeon plus Kongas plus mehrstimmiger Gesang. Tobias Hofmann inspiriert die Studierenden, unter dem Motto „The Sounds of Blue Notes“ traditionellen Jazz im Stil der 40er-Jahre zu improvisieren – sehr zur Freude des Publikums.
Die Mitglieder der Combo „Contemporary Folkmusic“ fühlen sich selbstständig ein in die ausdrucksstarken Texte, um dann im gemeinsamen Spiel eine für jedes Ensemblemitglied passende Ausdrucksform zu finden. Die von Raphael Lott gecoachten Studenten unterstützen mit souveräner Klavierbegleitung die gefühlsgeladenen Gesangsnummern.
Highlights waren in der zweiten Programmhälfte die Songs der Studierenden, die am Tag zuvor ihre Master- oder Bachelorprüfung absolviert hatten.
Eine Gemeinschaftsleistung
Alle Aktiven namentlich zu nennen, was sie selbstverständlich verdient hätten, würde diesen Rahmen sprengen, denn insgesamt waren ungefähr 50 Leute auf und hinter der Bühne tätig, eingeschlossen die höchst einsatzbereiten Ton- und Lichttechniker.
Allen aber galt der von Herzen kommende Dank von Anika Neipp für diese außergewöhnliche Gemeinschaftsleistung und die selbstlose Zusammenarbeit. Und das Publikum darf sich freuen auf das nächste Semester-Abschlusskonzert am 8. Juli.