Selina Kabis ist seit November die neue Geschäftsführerin des Schwarzwaldvereins mit Sitz in Freiburg.
„Die ersten Wochen waren sehr intensiv“, sagt Selina Kabis, die seit 15. November die neue Hauptgeschäftsführerin des Schwarzwaldvereins ist. Dass sie mit 34 Jahren deutlich jünger als die meisten der rund 52 000 Vereinsmitglieder ist, sei kein Hindernis, sondern eine Chance für den Verein. Bisher sei sie von allen gut aufgenommen worden.
Kabis ist selbst im Schwarzwald groß geworden und war früher viel mit ihren Großeltern und dem Ortsverein Freiburg-Hohbühl unterwegs. Später holte sie ihr Opa in den Vereinsvorstand, wo Kabis sich fortan um den Social-Media-Auftritt kümmerte. Das Wandern hat sie in ihrer Freizeit immer begleitet. Nun ist aus ihrem Ehrenamt ihr Hauptberuf geworden.
Zuvor hat sie im Badischen Verlag eine Ausbildung zur Medienkauffrau für Digital und Print absolviert und später BWL studiert. Seit 2021 hat sie das Redaktions- und Kommunikationsmanagement geleitet. Ihre Kommunikationsfähigkeit und die Expertise mit den digitalen Medien möchte sie nun auch in den Schwarzwaldverein einbringen.
Kabis kennt die Strukturen des Vereins bereits
Es sei auch von Vorteil, dass sie bereits wisse, wie der Verein aufgebaut ist. „Ich wusste, worauf ich mich einlasse“, sagt die Freiburgerin. Es ist ein Hauptverein mit 200 Ortsvereinen, die allesamt selbstständig organisiert sind und handeln können. „In den Ortsvereinen arbeiten alle ehrenamtlich. Die vielen Einsatzstunden bei der Wegepflege, in den Bereichen Natursport, Naturschutz, Jugend- und Familien- sowie der Kulturarbeit erledigen alle in ihrer Freizeit“, erklärt Kabis. Das sei nicht selbstverständlich.
Genau so gut wisse sie aber auch, wo im Schwarzwaldverein der Schuh drücke. Ein großes Thema, das sowohl den Hauptverein als auch die Ortsvereine betrifft, ist der Auftritt in den sozialen Medien. Dafür will Kabis mit ihren Kollegen eine Strategie entwickeln, wie der Verein künftig nach außen auftritt und noch sichtbarer wird. „Einige Ortsvereine machen das schon sehr gut. Andere sind in den sozialen Medien noch gar nicht aktiv. Auch der Hauptverein ist noch nicht auf Instagram oder Facebook vertreten“, sagt Selina Kabis.
Dort schlummere riesiges Potenzial, wenn es darum gehe, über Aktionen des Schwarzwaldvereins zu berichten oder zu zeigen, wie schön der Schwarzwald ist. „Wir produzieren auf unseren Wanderungen, Ausflügen und Exkursionen automatisch gutes Bildmaterial oder besichtigen spannende Orte“, erklärt Kabis. Das gelte es in Zukunft noch stärker zu nutzen. „Wir müssen mutiger im öffentlichen Auftreten sein und den Menschen zeigen, was für ein vielfältiges und breites Angebot der Schwarzwaldverein zu bieten hat“, fordert die Geschäftsführerin.
Verein will in sozialen Medien präsenter werden
Wichtig seien die sozialen Medien auch, um junge Leute für den Schwarzwaldverein gewinnen zu können und zu zeigen, wie viel Spaß Ehrenamt machen kann. Denn, fast drei viertel der Mitglieder sind älter als 60 Jahre.
Der Schwarzwaldverein sei längst kein reiner Wanderverein mehr sondern vielmehr ein „Verein für Natursport“. Im Programm der Ortsvereine sind auch Angebote für Mountainbike, Radtouren oder Formate für Kinder und Familien. Ein weiteres Ziel, dass sie verfolge, sei den Austausch zwischen den Ortsvereinen und Mitgliedern zu stärken. „Wir können gegenseitig viel voneinander lernen“, so die Freiburgerin.
In ihrer Freizeit ist sie weiterhin gerne im Wald unterwegs. „Ich möchte künftig versuchen, bei Wanderungen das berufliche und private zu verbinden“, sagt Kabis. So könne sie mit vielen Mitgliedern und Ortsvereinen in Kontakt treten. Und was muss bei einer Wanderung immer dabei sein? „Ein Wanderführer der jeweiligen Region, etwas zum Trinken und ein Pärle Landjäger“, sagt die 34-Jährige.