Selbsthilfegruppe "Psychische Belastung, Burnout & Co". Gegründet wurde von Joachim Huber und Thomas Bank (von links) gegründet, die Heimat haben sie in der Klinik Limberger gefunden, unterstützt werden sie von Daniela Donner, der leitenden Ärztin der Abteilung für Psychosomatik und Joachim Limberger sieht darin eine gute Sache.Foto: Strohmeier Foto: Schwarzwälder Bote

Psychosomatik: Neue Indikation der Klinik Limberger und Kontakte helfen

Bad Dürrheim (wst). Bekanntlich hat die Klinik Limberger die Pneumologie-Abteilung geschlossen und sich bei der Indikation in einem Teil neu ausgerichtet mit der Fachabteilung Psychosomatik. Die Fachärztin ist in diesem Bereich Daniela Donner. Zusätzlich gibt es nun eine Zusammenarbeit mit der Selbsthilfegruppe "Psychische Belastung, Burnout & Co". Gegründet wurde diese von Thomas Bank und Joachim Huber.

Joachim Limberger erklärt, warum die neue Ausrichtung mit 35 Betten die Pneumologie ersetzt. Für ihn dreht sich alles um die Frage: Wie kann man in der heutigen Zeit soviel inner Stärke aufbauen, um mit Freude aufrecht durch das Leben zu gehen? Aktuell sei man noch im Aufbau der Strukturen und in der Mitarbeiterschulung, die ersten Patienten sollen in diesem Herbst in das Haus kommen.

Daniela Donner, Jahrgang 1964, hatte zuletzt eine eigene Praxis als Psychotherapeutin und arbeitete auch schon in der Psychiatrie. Wenn die Menschen dort ankommen, dann sind sie auf "Ground zero" angekommen, wie sie es nennt, sie sind also auf dem Null-Punkt. "Psychiatrie ist ein hartes Geschäft", weiß Daniela Donner. Sie erkannte jedoch, dass sie den Menschen helfen will, bevor es soweit kommt, und begann damals mit der eigenen Praxis.

Und hier kommt neben den Intentionen von Joachim Limberger der zweite Brückenschlag zur Selbsthilfegruppe Psychische Belastung, Burnout & Co." Thomas Bank ist einer der Gründer, er war früher einer der Geschäftsführer der Kur und Bäder GmbH und hatte 2014 einen Burnout. Mittlerweile geht er damit offen um. "Man muss sich nicht schämen, es gibt Wege, das wieder in den Griff zu bekommen."

Schon ziemlich zu Beginn kam die Pandemie und die ersten Treffen mussten via Videokonferenz abgehalten werden. Doch sei es erstaunlich gewesen, was hier schon alle in Gang kam, zeigten sich Huber und Bank einig.

Mittlerweile sind es bei den persönlichen Treffen etwa sieben Personen, ein paar mehr dürften es sein, so Joachim Huber. Es geht um Verschiedenes: sich auszutauschen mit Menschen, denen es gleich erging, oder auch um Entscheidungshilfen. So war sich kürzlich eine Teilnehmerin nicht sicher, ob sie einem Rehaaufenthalt zustimmen soll oder nicht. Nach einem Gespräch in der Gruppe habe sie sich entschieden, schildern die beiden Gruppenbetreuer. Die Leute sollen motiviert rausgehen, und denken das schafft man.

Huber betont: Die Selbsthilfegruppe sei kein Therapie- oder Rehaersatz. Es gehe auch darum vorzubeugen, dass die Krankheit nicht wiederkomme, denn das könne immer wieder passieren. Auch Daniela Donner sieht den Austausch als wichtig an.