Burnout und Überforderung sind in der Gesellschaft ein weit verbreitetes Problem. Jetzt gibt es eine neue Selbsthilfegruppe für Betroffene in Tieringen. Foto: weedezign - stock.adobe.com

Elke und Michael Kittsteiner haben in Tieringen eine Selbsthilfegruppe gegründet.

Eine neue Selbsthilfegruppe mit dem Namen „Seelen-Navi – Hilfe bei Ängsten, Burnout und Depressionen“ ist in Meßstettens Teilort Tieringen aus der Taufe gehoben worden. Geleitet respektive angeboten wird das von Elke und Michael Kittsteiner.

 

Die eine ist selbstständige Lebensberaterin, der andere Apotheker mit langjähriger Berufserfahrung. Doch wie kamen die beiden nun darauf, eine neue Selbsthilfegruppe – übrigens unter dem Dach der Selbsthilfe Zollernalb unter Führung von Heinz Weisser – ins Leben zu rufen?

Aufgewacht und gedacht es braucht Unterstützung

„Ich bin morgens aufgewacht und dachte, es braucht doch Unterstützung für die Menschen“, sagt Elke Kittsteiner im Gespräch mit unserer Redaktion. Bei vielen Ärzten, besonders Psychologen, würde man bisweilen gar niemanden mehr ans Telefon bekommen, geschweige denn einen zeitnahen Termin.

Und oftmals, das erlebe sie auch in ihren Coachings, hätten sie sowieso Hemmungen, sich Hilfe zu holen. Hier könne eine solche Selbsthilfegruppe durchaus Abhilfe schaffen: „Das Miteinander gibt eine enorme Kraft.“

Und genau dieses Gefühl wolle sie mit dem neuen Angebot erzeugen. Oftmals sei bei den Betroffenen von Burnout oder Depressionen ein „ganz großer Seelenruf nach Hilfe“ zu bemerken. Und wenn diese Menschen keine oder nur sehr spät Hilfe bekämen, dann werde das alles „von Woche zu Woche schlimmer“. Auch die Nachwirkungen der Corona-Pandemie seien noch zu spüren, sagt Kittsteiner: „Die Leute haben sich während der Pandemie zurückgezogen und es wird nicht mehr so wie früher.“

Erstes Treffen noch im Januar

Genau hier setzt die neue Gruppe in Tieringen an, die sich zum ersten Mal am Donnerstag, 22. Januar, ab 19 Uhr in der Grundschule im Meßstetter Teilort Tieringen trifft.

Die Ziele sind klar umrissen auf der extra angelegten Homepage der neuen Gruppierung: „Überwindung von Ängsten, Erkennen von Ursache und Wirkung bei der Entstehung von Krankheiten, Bewältigung von Krankheiten, Lebenskrisen, Problemen, Motivation, Ermutigung, positive Stimmung, Austausch miteinander, Gemeinschaft und Mitmenschlichkeit.“

Die Selbsthilfegruppe „Seelen-Navi“ sei für Betroffene sowie Angehörige gleichermaßen gedacht und offen.

Willkommen seien alle, wie Kittsteiner betont, das sei ihr auch besonders wichtig, denn „wir atmen alle den gleichen Sauerstoff.“ Es würden in der Gruppe auch keine Urteile gefällt, da jeder eben seine eigene Geschichte mitbringe.

Uhrzeit und Ort der Treffen sind im Übrigen alle 14 Tage gleich. Ein wichtiger organisatorischer Hinweis, den Kittsteiner weitergibt: Man möge doch, weil es der Betreuungsraum der Grundschule ist, bitte Hausschuhe mitbringen.

Elke Kittsteiner selbst weiß, wovon sie redet – in den Jahren 2013 bis 2015 sei sie selber von Burnout betroffen gewesen. Und sie warnt: Lasse man sich nicht helfen, dann könne sich das alles immer „weiter steigern“.

Selbst von Burnout betroffen

Daher könne sie auch in den Runden mit den Betroffenen selbst erzählen und erwähnen, und vor allem nachfühlen, wie es ist für die Menschen, die in die Tieringer Selbsthilfegruppe kommen.

Damit wolle man „auch eine Versorgungslücke für Betroffene im Raum Albstadt-Meßstetten schließen“, heißt es weiter. Für eine bessere Koordination bittet Elke Kittsteiner um eine Anmeldung. Das geht übrigens über die offizielle Homepage der Selbsthilfegruppe unter seelen-navi.de.