Dieses von der nordkoreanischen Regierung zur Verfügung gestellte Foto soll den Testabschuss einer neu entwickelten Flugabwehrrakete in Nordkorea zeigen. Foto: Kim Un Hyok/KCNA/dpa Foto: dpa

Nordkorea hatte im vergangenen Monat durch mehrere Raketentests für Unruhe gesorgt. Südkorea sprach von einer «Provokation». Jetzt sind weitere Raketen getestet worden.

Seoul - Nordkorea hat nach eigenen Angaben seine Tests neu entwickelter Raketen fortgesetzt. Beim jüngsten Test sei erfolgreich eine Flugabwehrrakete erprobt worden.

Die Akademie für Verteidigungswissenschaft habe den Versuchsstart am Donnerstag unternommen, berichteten die staatlich kontrollierten Medien. Der Test sei von "großer praktischer Bedeutung" für die Entwicklung vielversprechender Flugabwehr-Raketensysteme. Es seien "neue Schlüsseltechnologien" eingeführt worden, um Ziele in der Luft in größerer Entfernung genau zu treffen.

Unklar war, wie groß die Reichweite der erprobten Rakete war. Südkoreas Militär bestätigte den Test im abgeschotteten Nachbarland zunächst nicht.

Reihe von Raketentests sorgt für Unruhe

Nordkorea, das wegen seines Atomwaffenprogramms internationalen Sanktionen unterworfen ist, hatte im vergangenen Monat durch eine Reihe neuer Raketentests für Unruhe gesorgt. Am Dienstag hatte das Land nach eigenen Angaben eine sogenannte Hyperschallrakete getestet. Wegen ihrer großen Geschwindigkeit können Waffen dieser Art nur schwer abgefangen werden.

Nordkorea hatte zudem davor zwei Kurzstreckenraketen abgefeuert. Südkoreas Präsident Moon Jae In bezeichnete den Test als "Provokation". UN-Resolutionen untersagen Nordkorea den Test von ballistischen Raketen, die je nach Bauart auch einen Atomsprengkopf tragen können. Auch teilte Nordkorea mit, zwei Marschflugkörper "von großer strategischer Bedeutung" getestet zu haben. Anders als ballistische Raketen verfügen Marschflugkörper über einen permanenten eigenen Antrieb.

Pjöngjang treibt seit Jahren die Entwicklung von Raketen voran, die nicht nur Südkorea und Japan treffen, sondern auch Atomsprengköpfe bis in die USA tragen können. Das Land hat sich selbst zu einer Atommacht erklärt. Sein Status wird aber vor dem Hintergrund der Verhandlungen über sein Atomprogramm eher offen gehalten.

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