Beim SC Freiburg sorgen in dieser Saison Talente wie Kiliann Sildillia für Furore. Foto: Eibner

Der Saisonstart sorgt beim SC Freiburg vor dem Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg für Selbstbewusstsein. Dass den Badenern in dieser Saison eine Menge zuzutrauen ist, hängt mit dem außergewöhnlich guten Kader zusammen.

Kiliann, wer? So manchem dürfte der Name Kiliann Sildillia noch nicht allzu viel sagen. Schon am Samstag aber könnte der 19-Jährige wieder Werbung für sich machen. Denn bei Trainer Christian Streich genießt der junge Franzose eine solch hohe Wertschätzung, dass er im Auswärtsspiel des SC Freiburg beim VfL Wolfsburg (15.30 Uhr/Sky) zu seinem zweiten Einsatz in der Fußball-Bundesliga kommen könnte. Nur eine Woche nach seinem Debüt.

Sildillia gehört zu einer Reihe junger Spieler, die einen Anteil daran haben, dass die Badener als einer von wenigen Erstligisten in Europa in dieser Saison noch unbesiegt sind. Und auch die Geschichte des Verteidigers zeigt, wie stark der Kader des Sport-Clubs in dieser Spielzeit besetzt ist.

"Alle sind gut bei uns", meinte Streich am Donnerstag und sagte über seine Reserve zuletzt beim 1:1 gegen RB Leipzig mit Nils Petersen, Keven Schlotterbeck, Dominique Heintz und Roland Sallai: "Gegen Leipzig war das eine sehr, sehr starke Ersatzbank." Er könne zwar nichts über die Freiburger Kader unter anderen Trainern sagen, aber: "Es kann sein, dass es eine der stärksten Ersatzbänke war."

Sildillia hatte beim 1:1 gegen Leipzig das Vertrauen für die Startelf bekommen. Er war bereits der dritte Freiburger Bundesliga-Debütant in dieser Saison. Noah Weißhaupt hatte zuvor zwar nur einen Kurzeinsatz gegen Köln, lieferte dabei aber die Vorlage zum späten Ausgleich. Kevin Schade kommt bereits auf fünf Einsätze, lief beim Remis in Mainz erstmals von Beginn an auf und sorgte in der U21-Nationalmannschaft für Furore. Mit insgesamt sechs Spielern aus dem eigenen Unterbau, darunter Sildillia, Weißhaupt und Schade, war der Sport-Club in die Saison gestartet. Sie sind neben Maximilian Eggestein die einzigen Neuzugänge und sollten nicht nur den Kader auffüllen, sondern den Konkurrenzkampf anheizen. Das gelingt. "Sie müssen so nah dran sein, dass sie auch in der Bundesliga eine Chance haben", hatte SC-Sportvorstand Jochen Saier erklärt.

Der gelernte Innenverteidiger Sildillia spielte bei seiner Premiere auf der für ihn ungewohnten Position als Rechtsverteidiger, weil Jonathan Schmid (Aufbautraining) und Lukas Kübler (Infekt) ausfielen. "Er hatte eine Ausstrahlung wie im Training, ich habe keinerlei Nervosität gesehen", hatte Streich anschließend. "Er hat es gut verkraftet, weil er fit ist", sagte Streich nun. Weil auch Kübler weiter auszufallen droht, setzt der 56-Jährige in Wolfsburg womöglich gleich wieder auf das Talent.

Einige ehemalige Stammspieler durften dagegen bisher nur wenig zum erfolgreichsten Saisonstart der Freiburger Vereinsgeschichte beitragen. Heintz, Keven Schlotterbeck, Ermedin Demirovic und auch Petersen kommen nur auf wenige Spielminuten.

"Das spricht auch für einen breiteren Kader, und die Qualität hat sich insgesamt gesteigert aufgrund individueller Verbesserungen der Spieler", sagte Streich. Die zuletzt hochwertig besetzte Ersatzbank sei aber "eine Momentaufnahme, weil wir bisher wenig Verletzte hatten". Das könnte am Samstag schon anders aussehen, meinte Streich und berichtete von Knieproblemen bei Petersen. Ob der Topjoker in Wolfsburg und drei Tage später im DFB-Pokal in Osnabrück dabei sein kann, ist offen.