Nach einer Reihe von Einbrüchen auf der Schwäbischen Alb in Hofläden wurden zwei Verdächtige gefasst – doch wie sicher sind die Lädele in der Region?
Anfang des Jahres sorgte eine Serie von Einbrüchen in Hof- und Selbstbedienungsläden in den Landkreisen Biberach, Reutlingen und Sigmaringen für Aufsehen. Inzwischen hat die Polizei zwei mutmaßliche Täter gefasst. Nun stellt sich die Frage: Gab es auch in der Region ähnliche Taten?
Kleine blaue Kassen wurden mitgenommen, andere von der Wand gerissen, aber auch mit Brechstangen wurde sich Zugang zu den Selbstbedienungsläden und den dortigen Kassen und Lebensmitteln verschafft.
Ende Januar sollen zwei 25- und 26-jährige Männer für insgesamt neun Diebstähle und Einbrüche im Raum Münsingen (Landkreis Reutlingen), im Raum Riedlingen und Bad Schussenried (Landkreis Biberach) sowie im Landkreis Sigmaringen an nur einem Wochenende verantwortlich gewesen sein, so eine Mitteilung der Polizei.
Anhand von mehreren Bildaufnahmen durch Überwachungskameras und der Zusammenarbeit der Polizei über Landkreise hinweg wurde schließlich der Wohnsitz der beiden im Raum Ulm ausfindig gemacht. Bei Durchsuchungen drei Wochen nach den Einbrüchen seien die Ermittler laut Mitteilung auf entsprechende Beweismittel gestoßen und die Täter konnten überführt werden.
Hinweise und Erkenntnisse auf weitere Taten
Die Summe des entwendeten Geldes und der gestohlenen Lebensmittel in den neun Fällen belaufe sich auf mehrere hundert Euro, erklärt Bernd Kurz, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Ulm. „Die verursachten Schäden dürften aber wohl weitaus höher ausgefallen sein.“
Hinweise oder Erkenntnisse darauf, dass die beiden jungen Männer noch für weitere Diebstähle in Hof- und Selbstbedienungsläden in der Region verantwortlich seien, gebe es jedoch nicht, so Kurz.
Einbruchsserien, die gezielt Selbstbedienungsläden betreffen, kommen vergleichsweise selten vor. Vereinzelt werden jedoch immer wieder Diebstähle aus Hofläden gemeldet, bei denen kleinere Geldbeträge oder Waren entwendet werden. Der Pressesprecher des Polizeipräsidiums verweist dabei auf einen versuchten Diebstahl aus einem Münzbehälter eines Hofladens und auf den Aufbruch eines Verkaufsautomaten im Landkreis Ulm im vergangenen Jahr.
Diebstähle und Einbrüche in der Region
Doch wie sieht die Lage in der Region aus? Gibt es vermehrt Einbrüche und Diebstähle in Hof- und Selbstbedienungsläden?
„In den Landkreisen Calw und Freudenstadt wurden in diesem Jahr bislang keine polizeilichen Straftaten in der Kategorie Hofladen-Diebstähle verzeichnet“, meint Simone Unger, Polizeisprecherin des zuständigen Polizeipräsidiums Pforzheim.
Im Zollernalbkreis habe ein schneller Blick in die Statistik eine Zahl im unteren, einstelligen Bereich pro Jahr ergeben, was Diebstähle beziehungsweise Einbrüche aus einem Hofladen oder eine aufgebrochene Kasse betrifft, erklärt Michael Schaal, Sprecher des Polizeipräsidiums Reutlingen.
Für die Landkreise Rottweil und Schwarzwald-Baar gibt es hingegen keine Angaben. Die Statistik ließe sich nicht speziell genug filtern, erläutert der Pressesprecher des Polizeipräsidiums, Daniel Brill.
Schutzmaßnahmen für Hof- und Selbstbedienungsläden
Die Sicherheitsprobleme bei Hof- und Selbstbedienungsläden entstünden daraus, dass die Läden und Automaten öffentlich zugänglich sein sollten, führt Brill weiter aus. Auch der oftmals ländliche Bereich erhöhe die Problematik.
Dennoch kann man einige Schutzvorkehrungen treffen. Der Sprecher des Polizeipräsidiums Reutlingen rät Besitzern von Hof- oder Selbstbedienungsläden beispielsweise zu Zutritts- und Zugangskontrollen: „Bei 24/7-SB-Hofläden erhöht die Notwendigkeit, sich beim Eintritt mit der Bankkarte zu authentifizieren, die Hemmschwelle für Diebstähle beträchtlich.“
Auch Videoüberwachung sei von Vorteil, meint Schaal. „Kameras schrecken potenzielle Täter ab und können bei Einbruchsserien zur Täteridentifizierung beitragen.“
Ein letzter Tipp vonseiten des Pressesprechers ist der Wechsel zu bargeldlosen oder digitalen Zahlungssystemen. Dies reduziere zudem das Risiko, dass Bargeld gestohlen werde, so Schaal.